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400 Netzwerker feierten in der Akademie Mont-Cenis

Videobotschaft von Ursula von der Leyen / Jazz mit Bettina Szelag

Big Band in der festlich illuminierten Akademie. ©Horst Martens, Stadt Herne. Big Band in der festlich illuminierten Akademie. ©Horst Martens, Stadt Herne.

400 Netzwerker feierten die 10. Ruhrwerk-Party in der Akademie Mont-Cenis. Mit einer Videobotschaft aus Berlin überraschte Ursula von der Leyen die Besucher.

Ursula Leyen aus Berlin

Die Akademie-Halle war festlich beleuchtet. Projektoren warfen das große Ruhrwerk-R an die Wände. Über das Wasser war in Form einer Brücke die Bühne gespannt. Im Wasser selbst schwamm ein überdimensionaler Märchenschwann. Moderator Jochen Schübel wies wenigstens zweimal warnend auf die Gefahr hin, ins Wasser zu plumpsen. Aber zunächst kündigte er eine Überraschung an. Mit einer Videobotschaft meldete sich Ursula von der Leyen aus Berlin: Die stellv. CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin sagte, an die Adresse der Ruhrwerkerinnen gewandt:  „Sie geben den Jungen und Mädchen nicht nur Halt im Hier und Jetzt, sondern geben eine Perspektive für eine glückliche Zukunft.“

  • Schwanensee-Atmosphäre in der Akademie. © Horst Martens, Stadt Herne

Anfänge vor zehn Jahren

Ruhrwerk-Vorsitzende Cordula Klinger-Bischof erinnerte an die Anfänge vor zehn Jahren, als sieben Frauen entschlossen, sich für Kinder und Jugendliche einzusetzen. Eine Benefizveranstaltung mit dem Circus Schnick Schnack führte zur Gründung des Vereins, der seitdem jedes Jahr in wechselnden Locations eine Netzwerkparty organisiert, bei der die Gelder für die Projekte zusammen kommen. „Die Kinder aus unseren Projekten kommen oft aus bildungsfernen Familien“, so Cordula Klinger. „Diese Familien zu unterstützen ist uns ein großes Bedürfnis. Die Erfolge berühren die Kinder, die Therapeuten und uns selbst. In den Therapiestunden erfahren die Kinder, das Anderssein keine Ausgrenzung bedeutet.“

300 Kinder wöchentlich – 60 Sponsoren

Sie erzählte von der neunjährigen Emma, die an selektivem Mutismus leidet, also nicht spricht, obwohl sie kommunizieren könnte. „Beim Therapiepferd Paulina öffnet sich ihre Seele, sie strahlt, macht mit Gebärden Anweisungen für das Pferd und für die Kinder.“ Die Projekte beinhalten  Reittherapie, Akzeptanztraining, Deutschförderung, schulische Nachhilfe, Tanztheater und Leseförderung. Sie laufen an zwei Reitställen und zwölf Schulen. 300 Kinder nehmen wöchentlich daran teil. Diese Angebot werden von über 60 Sponsoren unterstützt.

OB Dudda: „Eine Herkulesarbeit“

Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda zeigte sich begeistert: „Man kann vor Ruhrwerk nur den Hut ziehen. Der Beginn vor zehn Jahren war eine Herkulesarbeit. Ihr lebt es ja auch, ihr glaubt daran, dass man diese Stadt besser machen kann, und damit seid ihr vorbildliche Botschafterinnen. Das ist ja sogar in Berlin angekommen. Frau von der Leyen kennt jetzt Herne. Ihr macht es mit Herzblut, ihr macht es gut, und ihr setzt an der richtigen Stelle an.“

  • Netzwerken bedeutet: miteinander ins Gespräch kommen – hier mit Cordula Klinger-Bischof und Urs Bischof. ©Horst Martens, Stadt Herne

Die Verpflichtung, zu helfen

Auf die Bühne kamen anschießen Norbert Assen (ISAP), Antonio Blanquez (Herner Sparkasse), Patrick Graeffly (Electro Calorique Speisenverteilsysteme) und Rechtsanwalt Heinrich Beestermöller. „In unserer Stadt gibt es zahlreiche Jugendliche mit Handicaps. Daraus entsteht für uns, die wir viel Glülck im Leben hatten, die Verpflichtung, diesen Menschen zu helfen, damit sie eine glücklichere Zukunft haben“, sagte Heinrich Beestermöller. „Die Beharrlichkeit und die Konsequenz, mit der das Projekt gestartet ist“, beeindruckte Antonio Blanquez am meisten bei Ruhrwerk. Schulleiter Reiner Jorczik stellte das Tanztheaterprojekt „Ensample“ vor, das an der Realschule Crange läuft und mit 6.000 Euro jährlich von Ruhrwerk unterstützt wird. Die Projektleiter Christopher Deutsch und Rahel Steffen haben mit benachteiligten Schüler ein Tanzensemble geformt.

Spitzenkoch Markus Vogel serviert

Anschließend wurde das Büffet eröffnet. Die Essstände waren im Bürgersaal aufgebaut. Dort war auch die Wewole-Stiftung präsent. Ein besonderes Schmankerl war die Präsenz des Sternekochs Markus Vogel aus Österreich, der innerhalb der Woche bei G-Data in Bochum kocht und nun in der Akademie die Gäste bewirtete.

Jazz mit Bettina Szelag

Eine Stunde lang mit Jazz und Swing unterhielt die Jazz Fazz Big Band aus Hemer die Besucher. Besonderes Highlight: Die Leadsängerin ist in Herne wohlbekannt: Es ist Bettina Szelag, CDU-Fraktionsvorsitzende im Herner Rathaus. Schübel: „Sie hören jetzt gleich, wie Politik Musik macht“, kündigte der Moderator sie an. Nun, nach Politik klang die Musik nicht, aber Szelag interpreterte die Swing- und Jazzbaladen mit einer großartigen Stimme, immer unterstützt von Band-Leader Andreas Ruhnke, den sie noch aus Studentenzeiten kennt.

Die Tombola

Den Abschluss bildete die Tombola. Überraschte Gewinner konnten ein Fahrrad der Firma Korte mitnehmen sowie zwei Gutscheine für einen Fallschirm-Tandemsprung vom Architekten Jürgen Köhne.

Horst Martens