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84 Cent von jedem Euro Fördergeld fließen in die Region zurück

wewole STIFTUNG Herne/Castrop-Rauxel dokumentiert hohe Wirksamkeit

Rochus Wellenbrock, hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der wewole STIFTUNG und Geschäftsführer der einzelnen Gesellschaften und Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe.© Stefan Kuhn / Wewole Rochus Wellenbrock, hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der wewole STIFTUNG und Geschäftsführer der einzelnen Gesellschaften und Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe.© Stefan Kuhn / Wewole

Wer nicht fragt, bekommt auch keine Antworten. Um wissenschaftlich zu belegen, welche Wirksamkeit die öffentliche Finanzierung der im Dezember 2016 gegründeten wewole Stiftung Herne/Castrop-Rauxel jährlich nach außen und innen entfaltet, stellte sich der Teilhabeanbieter für Menschen mit Behinderung auf den Prüfstand.

Jedes Jahr erhält die Stiftung von ihrem Träger, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Fördergelder in Höhe von rund 27 Mio. Euro. Die Untersuchung ergab: 84 Cent von jedem Euro Fördergeld fließen in die Region zurück. „Mit dieser Quote liegen wir deutlich über dem Durchschnitt aller bisher untersuchten Sozialunternehmen“, zog der Stiftungsvorsitzende Rochus Wellenbrock  ein erstes positives Fazit.

Die Ergebnisse zum „Social Return on Investment“ (SROI) durch die Nürnberger xit GmbH, ein Beratungs- und Forschungsunternehmen für die Sozialwirtschaft, machte Wellenbrock vor mehr als 60 Gästen aus Politik, Verwaltung und Stiftung im Foyer des Mondpalasts transparent. Die ursprünglich dafür eingeladene xit-Expertin steckte wegen des Sturms „Friederike“ in Frankfurt fest.

Kein „Fass ohne Boden“
Und so ließ der wewole-Chef die Zahlen sprechen: „Durch Löhne, Steuern oder Versicherungen, aber auch durch die Kaufkraft oder Mieten der 373 Angestellten bleiben mehr als 20 Mio. Euro in Herne und Castrop-Rauxel. Die Wirtschaft vor Ort profitiert durch die Nachfrage, die die Stiftung entwickelt, in Höhe von 9,6 Mio. Euro.“ Wellenbrocks Fazit: „Wir haben uns ganz bewusst auf den Prüfstand gestellt, um zu dokumentieren, welche Wirkungen die öffentlichen Fördergelder für unsere Stiftung tatsächlich entfalten. Auf dieser Grundlage werden wir breite Transparenz schaffen und deutlich machen, dass wir kein Zuschussgeschäft und vor allem kein Fass ohne Boden sind.“

  • Johannes Chudziak, Sozialdezernent der Stadt Herne und Vorsitzender des Kuratoriums der Wewole-Stiftung. © Stefan Kuhn/wewole STIFTUNG

Persönliche Situation und Zufriedenheit
Drei Wochen lang durchleuchteten die xit-Berater das Sozialunternehmen mit Standorten in Herne und Castrop-Rauxel. In Interviews erfassten sie zudem auch die persönliche Situation und die Zufriedenheit der Menschen mit Behinderung in den Werkstätten sowie in den ambulanten und stationären Wohnangeboten der wewole. Dabei erreichte die Stiftung 73 von möglichen 100 Punkten. Die Mehrheit der Befragten gab u. a. an, sich bei der wewole „wohl zu fühlen“, dass „die Lebensqualität stimmt“ und „dass wir hier etwas schaffen“. Bemängelt wurden allerdings fehlende Qualifizierungsmaßnahmen, zu geringe Praktikamöglichkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt, aber auch die falschen Ziele bei gemeinsamen Ausflügen, die unzureichende Anbindung an den ÖPNV oder fehlende Einkaufsmöglichkeiten. „Da ist noch deutlich Luft nach oben“, kommentierte Wellenbrock im Gespräch mit Moderator Martin von Berswordt-Wallrabe.