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Alles auf „Planungsphase Null“

Wie die Stadt Herne einer Schule ein neues Gesicht verpasst

Als erstes richtig großes Projekt der HSM Herner Schulmodernisierungsgesellschaft mbH erhält die Mont-Cenis-Gesamtschule ein neues Gesicht. Der Bedeutung der baulichen Ausgestaltung von Schulen für das Lernen wird dabei Rechnung getragen.

Der Presse vorgestellt

Nicht von ungefähr hatte die Stadt Herne aus diesem Anlass im September zu einem Pressegespräch eingeladen. Es ging darum zu erläutern, was in unmittelbarem Anschluss in einer gemeinsamen Sitzung von Schulausschuss und Immobilienausschuss erörtert werden sollte. Hört sich der Fachbegriff „Planungsphase Null“ zunächst einmal danach an, dass noch gar nichts in einem Projekt geschehen sei, ist so ziemlich das genaue Gegenteil der Fall. Bis diese Planungsphase Null vorgestellt werden konnte, waren in gut einem Jahr schon viele wichtige Vorbereitungen getroffen worden. Im September 2017 hatte der Rat der Stadt Herne die Verwaltung mit dem Auftrag versehen, erste Maßnahmen und Konzepte für Schulstandorte zu erstellen, die mit Priorität modernisiert werden sollen. Den größten Brocken stellt in diesem Zusammenhang zunächst die sechszügige Mont-Cenis-Gesamtschule im Bezirk Sodingen dar. Immerhin eine der größten Schulen im Stadtgebiet, die in einem Sammelsurium von Gebäuden untergebracht ist, welches zwischen 1955 und 2013 entstanden ist und das einen nicht unerheblichen Optimierungsbedarf aufweist.

Hoher Sanierungsbedarf

Insbesondere der Erweiterungsbau aus dem Jahr 1974 macht der Stadt Herne dabei Sorgen. Egal, ob Fenster, Heizung, Sanitäranlagen, Dach oder Fassade – der Zahn der Zeit hat an dem Ensemble mehr genagt als allen Beteiligten, also Verwaltung, Lehrkörper, Schülerschaft und Eltern lieb sein kann, wenn eine zeitgemäße Unterrichtsumgebung angestrebt ist. Im Januar hatte die Stadtverwaltung der Politik in Sodingen und dem Schulausschuss in einem Bericht deutlich dargelegt, wie es um den Komplex baulich bestellt ist.

Neubauten vorgesehen

Nun liegt der Fahrplan für das Zukunftskonzept vor. Die Verwaltung plädiert dafür, weite Teile der Schule neu zu errichten, andere einer Generalsanierung zu unterziehen und diejenigen mit geringerem Sanierungsstau zu ertüchtigen. Ein solches Mammutprojekt bedarf intensiver Vorarbeiten und eine wesentliche ist die der besagten „Planungsphase Null“. Denn diese trägt alles zusammen was erforderlich und gewünscht ist, um die Mont-Cenis-Gesamtschule baulich fit zu machen für die Zukunft. „Wir haben uns bewusst viel Zeit für das Verfahren genommen“, erklärt Stadtdirektor Dr. Hans Werner Klee. „Es handelt sich für Herne um einen Musterprozess“, so Dr. Klee, der in der Stadtverwaltung nicht nur für die Finanzen, sondern auch für das Gebäudemanagement zuständig ist.

Experten und Nutzer mit im Boot

Dabei hat sich die Stadt Herne nicht allein auf die Fachleute aus ihren Reihen verlassen. Renommierte Schulplaner haben ein Werkstattverfahren zum Raumprogramm durchgeführt, das wesentlicher Bestandteil der sagenumwobenen „Phase Null“ ist. Die Unternehmen Britta Grotkamp Schulbauberatung, Reflex Architects_Urbanists und den gemeinnützigen Verein JAS – Jugend Architektur Stadt e.V. hatte die Kommune mit ins Boot geholt, um einen Beteiligungsprozess zu organisieren. Schließlich baut, saniert und ertüchtigt die Stadtverwaltung nicht für sich, sondern für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerinnen und Lehrer. Neben einer Erfassung des gegenwärtigen Zustandes ging es daher in insgesamt vier Workshops darum, gemeinsam ein Raumkonzept zu erarbeiten. So flossen am Ende des siebenmonatigen Prozesses Wünsche der Nutzerinnen und Nutzer und fachliche Expertise in die „Planungsphase Null“ ein. Auch ein Werkstattgespräch mit Akteuren aus dem Quartier war Bestandteil des Prozesses, an dessen Ende Ideen für eine Verteilung der Räume im Gebäude, für Fach- und Klassenräume, für den Außenbereich und Gemeinschaftsräume standen, die den aktuellsten Stand bei der Planung von Schulen abbilden. „Die Phase Null ist nun unser Dach für die weiteren Planungen“, sagt Bildungsdezernentin Gudrun Thierhoff. Wir betrachten Schule im Sinne des ganzheitlichen Lernens und nicht nur als formale Wissensvermittlung“, hebt sie den Stellenwert hervor, den das bauliche und räumliche Umfeld für das Lernen hat. Nun geht es darum, in einem Wettbewerb diejenigen zu finden, die aus dem Ergebnis von Planungen im finanziellen Rahmen Realität werden lassen.
In einer der kommenden Ausgaben von inherne stellen wir das Team der HSM und seine Aufgaben noch einmal näher vor. Auch das Projekt Mont-
Cenis-Gesamtschule behält inherne im Blick.

Christoph Hüsken