Newsticker

Altes Handwerk neu belebt

Bei der Giebelsanierung der Städtischen Galerie wird Fachwerkkunst angewandt

Marko Henze von der Firma Krupka baut Fachwerk. © Horst Martens, Stadt Herne. Marko Henze von der Firma Krupka baut Fachwerk. © Horst Martens, Stadt Herne.

Bei der Sanierung des morschen Giebels der Städtischen Galerie greift die Stadt auf eine alte Handwerkskunst zurück: Dort wird nach der Technik des Fachwerks gebaut.

Bis Mitte August soll der ehemals morsche Giebel im schmucken Fachwerkbau-Verfahren hergestellt und das Gebäude der Städtischen Galerie wieder nutzbar sein. Das sagten Sabine Schulz und Dietmar Krüger, Bauleiter von Gebäudemanagement, Museumsdirektor Dr. Oliver Doetzer-Berweger zu. Dann kann die Ausstellung „Adhäsion“ mit Werken von Lotte Füllgrabe-Pütz und Setsuko Fukushima gezeigt werden, die kurz vor der Vernissage abgesagt werden musste. Doetzer-Berweger freut sich, dass „nach einem dreiviertel Jahr der Schließung und einer denkmalgerechten Sanierung das Haus im Herbst wieder zur Verfügung“ steht.

  • Schauen sich entsetzt einen der morschen Deckenbalkenköpfe an: Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Jens Blome, Dietmar Krüger, Sabine Schulz, Marko Henze. ©Stadt Herne, Horst Martens

Schlechtes Holz

Begonnen haben die Arbeiten erst im Juni 2017, obwohl der Start zum Ende der Frostperiode angekündigt war. Der Grund: „Wir mussten eine schlechte Lieferung Eichenholz zurückschicken“, so Zimmerer Marko Henze von der ausführenden Firma Krupka, „das Holz war einfach noch zu feucht.“ Danach wurde der Giebel komplett frei geräumt, die morschen Hölzer und das alte Gefache entfernt. Die Handwerksfirma baute das komplette Fachwerk-Gerüst in der Werkshalle zusammen und musste es dann nur noch in den freien Giebelraum stellen. Die Zwischenräume zwischen den Fächern füllen die Handwerker jetzt mit Leicht-Lehmziegeln und versehen sie dann mit einem Kalkputz.

Alte Technologie

Architekt Jens Blome lobt die Arbeit der „alteingesessenen Firma“, die noch die alte Technologie des Fachwerkbaus beherrscht. So wird der Zustand des Giebels nachher wetterbeständiger sein als vorher, weil statt der Nadelhölzer, die zuvor eingesetzt wurden, nun Eichenhölzer verwandt werden. Auch einige kleine Bausünden, der Fassade während mehrerer Reparaturen beigefügt, wurden entfernt.

Ausstellung in der Zwischenzeit

200.000 Euro kostet die Giebel-Sanierung laut Dietmar Krüger von Gebäudemanagement. Danach steht aber noch eine Komplett-Sanierung an, wie Krüger unterstrich. Die Kosten werden sich auf etwa 1,5 Millionen Euro belaufen. Wenn diese Maßnahmen beginnen, wird die Städtischen Galerie während der Bauarbeiten etwa für ein bis eineinhalb Jahren geschlossen bleiben. In der Zwischenzeit aber läuft der Ausstellungsbetrieb.

Horst Martens