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Auf dem Weg zur barrierefreien Stadt

Abschlussveranstaltung des Forum Inklusion

Schenken Sie uns ein Herz! Schenken Sie uns ein Herz!

Auf dem Weg zur Inklusion ist die Stadt Herne einen großen Schritt weitergekommen. Das zeigte die Abschlussveranstaltung des Forums Inklusion im Kulturzentrum.

Dicht gedrängt saßen und standen die Menschen im Saal 64 der VHS im Kulturzentrum. An den Wänden jede Menge Informationen in Bild und Wort. Bis ins Foyer hinein reichten die Info-Ständer. Illustriert wurde dort auf eindrucksvolle Weise, was das Forum „Inklusion“ seit Februar 2015 geleistet hat, wobei die Vorarbeiten schon sehr viel früher begannen. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda dankte allen, die sich am Forum beteiligt hatten: Caritasverband, Diakonisches Werk, Stadtsportbund, Stadtverwaltung und den vielen Ehrenamtlichen. Projektleiterin Dr. Eszter Gábor („Wir verstehen uns als Treffpunkt für Bürger mit und ohne Behinderung“) führte durchs Programm und ließ die Sprecher der Teilprojekte zu Wort kommen. Sie präsentierten eine imponierende Leistungsschau. Zwischendurch unterhielt die Band „Kellerkracher“ von der Schule am Schwalbenweg. Großartig ihre Interpretation des Songs „An Tagen wie diesen“.

  • Abschlussfeier des Forums Inklusion. © Thomas Schmidt, Stadt Herne

Inklusionsplan vom Forum inspiriert

Der größte Erfolg ist der Entwurf des Inklusionsplan, der am 29. November vom Rat verabschiedet werden soll. „In den Beschlussvorschlag sind die Ergebnisse des Forums Inklusion ausdrücklich eingegangen“, unterstrich Klaus Marquardt von der Stadtverwaltung Herne. „Auf diese Weise soll ein Weg begonnen werden, der zu einer barrierefreieren Stadt führen wird“, so Marquardt.

Die Ergebnisse der Teilprojekte

Zum Teilprojekt „Sport ohne Grenzen“ berichtete Bernd Westemeyer, stellvertretender Vorsitzender des Stadtsportbundes, dass für die Sportvereine ein Leitfaden für inklusive Sportangebote sowie ein digitaler Stadtplan mit allen Sportstätten erstellt wird.

Mareike Finken von der Caritas stellte den öffentlichen Bücherschrank vor, der vor Kurzem in der Bahnhofstraße aufgestellt wurde.

Agnieszka Schimczyk von der Diakone berichtete vom Projekt „Alltagsbegleitung“. Auch Menschen mit Behinderung können anderen helfen. Als Alltags-Begleiter für alte Menschen.

Von der Begleitung und der Einbindung von Behinderten bei kulturellen Veranstaltungen berichtete Judith Brinkmann. So beteiligte sich eine Gruppe beim Kulturfestival in diesem Sommer an einem Gemeinschaftskunstwerk, das sich aus lauter Herzen zusammen setzt. Ruhmann unterstrich „das gemeinsame Erleben“ und „die vielen guten Gespräche“.

Ein überraschendes und sehr kreatives Ergebnis ist die Erstellung eines Museums-Führers für gehörlose Menschen für die Führung im Museum für Archäologie – vorgestellt von Martin Ruhmann. Die Museums-Führung basiert auf den schon vorhandenen Audio-Guide, der ergänzt wird durch ein Videobild, auf dem man den Museumsführer sowie im Hintergrund einen Gebärdendolmetscher sprechen sieht – und zwar vor dem musealen Objekt. Das Video ist auf einem Tablet abspielbar – und fertig ist der Guide für Gehörlose.

Zu den Errungenschaften der Teilprojektgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ gehört die Erstellung einer Internet-Seite (inklusion-herne.de), so Eszter Gábor . Aber auch der Facebook-Auftritt, das Engagement für die „Leichte Sprache“ und umfangreicher  Meinungsaustausch gehören dazu.

Alle wollen weitermachen

„Das was Sie geleistet haben, hat den Boden bereitet für das, was noch kommt“, betonte Dr. Dudda abschließend in seiner Rede. Und er wünschte sich, „dass die zahlreichen Aktivitäten, die zeigen, wie gesellschaftliche Teilhabe aussehen kann, auch in Zukunft weitergeführt werden“. Ansgar Montag, Vorstand des Caritasverbandes, hatte schon zuvor gesagt: „Ich tue mich schwer, von einer Abschlussveranstaltung zu sprechen, weil wir nicht aufhören wollen.“ Die Bilanz von Klaus Marquardt, Stadt Herne: „Eigentlich haben alle signalisiert, dass sie weitermachen wollen. Das ist ein schöner Erfolg.“

Horst Martens