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Besser Wohnen in der Hängematte

Künstler der Weltbaustelle stellt Bildentwurf vor

Daniel Pulido und Sabrina Locuratolo (Übersetzerin) präsentieren den Wandbild-Entwurf. ©Frank Dieper, Stadt Herne. Daniel Pulido und Sabrina Locuratolo (Übersetzerin) präsentieren den Wandbild-Entwurf. ©Frank Dieper, Stadt Herne.

Eine Frau schaukelt in einer roten Hängematte, die zwischen einem Haus und einem Baum befestigt ist – dieses Bildmotiv wird der nicaraguanische Künstler Daniel Pulido Ortiz im September an der Fassade der Ketteler Baugenossenschaft auf 120 qm an der Bebelstraße 26 umsetzen. In dem Bildentwurf stecken noch viel mehr spannende Details, die der Künstler jetzt in einer Pressekonferenz erläuterte. Kurz danach wurde Pulidos Ausstellung im Herner Rathaus eröffnet.

Symbolik aus Ometepe

Den Entwurf enthüllte der Künstler in den Büros der Ketteler Baugenossenschaft. „Mein Thema war das Recht auf würdiges Wohnen. Aber ich habe dabei nicht an ein Gebäude aus Ziegeln und Metall gedacht, sondern an ein Zuhause, an dem man leben und träumen kann.“ Deshalb hat er sich für die rot leuchtende entspannende Hängematte als das dominierende Bildelement entschieden. Die Frau liest ein Buch über das Wohnen und ihre Gedanken dazu werden ebenfalls illustriert. In den Wurzeln des Baumes, der die Hängematte hängt, sind Symbole aus Hernes Partnerstadt Ometepe zu entdecken, Steinbilder einer alten Kultur. Auch die beiden markanten Vulkane der Partnerschaftsinsel sind auf dem Bild verewigt. Ameisenbauten, Vogelnester, die Aussaat der Pflanzen – viele andere Bestandteile drehen sich um das Heim. „Das Haus muss man zu Hause lassen“, sagt Pulido, „aber das Zuhause kann man im Kopf mitnehmen.“

Begeisterung für das Vorhaben

Über das Stadtumbauprojekt Herne-Mitte kam Ketteler in Kontakt mit der „Weltbaustelle Zwei“. „Je mehr wir über das Vorhaben erfahren haben, desto mehr waren wir begeistert“, sagt Vorstand Heribert Ganswind. „Wohnen und Nachhaltigkeit sind ja auch unsere Themen. Wir freuen uns, dass dieses Wandbild auf unserer Fassade entsteht.“ Zur Orientierung: Die „Weltbaustelle Zwei“ ist an der Bebelstraße 26 zu finden, gegenüber dem Rathaus und dem Polizeigebäude.

Veranstaltungen

Zwischen 2018 und 2020 werden neue Fassaden in zehn NRW-Städten gestaltet. „Wir wollen die Ziele für Nachhaltigkeit durch Kunst im öffentlichen Raum deutlich machen“, betont Simone Neumann vom Eine Welt Netz NRW. Das Projekt in Herne koordiniert Markus Heißler, Promoter vom Eine-Welt-Zentrum. „Pulido Ortiz hat schon mit der Übertragung erster Skizzen angefangen“, so Heißler, „bis Ende September wird er für seine Aufgabe benötigen.“ Er ermuntert die Bürger auch, den Künstlter anzusprechen. Wer nicht Spanisch spricht, kann sich mit ihm auf Englisch verständigen.

Mehrere Veranstaltungen flankieren die Aktion. Einige sind auch Teil der Fairen Woche.

Horst Martens