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Betreuung in der Muttersprache

Weitere interkulturelle Demenzbegleiter in Herne

©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Demenzkranke Menschen mit Migrationshintergrund verlernen häufig die Sprache, die sie nicht seit ihrer Geburt sprechen. Aus diesem Grund gibt es interkulturelle Demenzbegleiterinnen und –begleiter in Herne. Sie können demenzkranke Menschen in ihrer Muttersprache betreuen.

Demenz ist ein „unendliches Thema“ geworden, erklärt Silke Mattelé. Sie ist Dozentin im Bildungszentrum Ruhr und leitet den Lehrgang für angehende interkulturelle Demenzbegleiterinnen und -begleiter. Die Ausbildung wird finanziell unterstützt von der NRW.Bank und besteht aus drei Säulen. Einem theoretischen Teil von 60 Stunden, einem zehntägigen Praktikum und dem Besuch einer Angehörigenschulung. Sie endet mit einem Kolloquium.

  • Voller Freude und Stolz haben die frischgebackenen Demenzbegleiterinnen ihre Zertifizierungen im Wanner Rathaus entgegengenommen. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

In diesem Jahr haben 17 Frauen, fast doppelt so viele wie im letzten Jahr, an der Ausbildung teilgenommen. Sie stammen unter anderem aus Griechenland, Kroatien, Polen, Syrien und der Türkei. Die Ausbildung des dritten Jahrgangs fand von Februar bis Juli 2018 statt. Am Donnerstag, 5. Juli 2018, wurde ihnen im Wanner Rathaus das Zertifikat für die bestandene Ausbildung überreicht. In seiner Ansprache lobt Stadtrat Johannes Chudziak das rege Engagement: „Ich finde es sehr schön, dass das Projekt so gut läuft.“ Ebenfalls anwesend waren Monika Engelke (Leiterin Bildungswerk Ruhr), Ansgar Montag (Caritas Herne), Volker Bleck (Vorsitzender des Sozialausschusses) und die Leiterin der städtischen Abteilung Gesundheitsförderung und -planung Dr. Katrin Linthorst.

Die Gründe, warum die Frauen an einer Ausbildung zur interkulturellen Demenzbegleiterin teilgenommen haben, sind verschieden. Adiba Bresser zum Beispiel ist 66 Jahre alt, lebt seit fast 50 Jahren in Deutschland und nimmt aus familiären Gründen teil. Sie sagt: „Ich hatte einen Mann, der an Demenz gestorben ist.“ Einige der Absolventinnen haben auch bereits ein Stellenangebot vorliegen. Da es jetzt schon weitere Interessenten für die Ausbildung gibt, ist geplant das Projekt auch im Folgejahr fortzuführen.

Svenja Hegemann