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Blaues Rauschen: Elektronik-Metropole Ruhrgebiet

Line-Up für Herne

Les Trucs: Musiker und klangerzeugende Apparaturen werden zu einer symbiotischen Kreatur aus Knöpfen, Reglern und Gliedmaßen©Jochen Melchior. Les Trucs: Musiker und klangerzeugende Apparaturen werden zu einer symbiotischen Kreatur aus Knöpfen, Reglern und Gliedmaßen©Jochen Melchior.

Vom 10. bis 14. Oktober bringt das Festival Blaues Rauschen zum zweiten Mal elektronische Soundexperimente auf die Bühnen des Ruhrgebiets. In Herne, Gelsenkirchen, Essen, Dortmund und Bochum präsentieren die Veranstalter eine internationale Mischung aus etablierten Namen und Neuentdeckungen aus acht Ländern.

Die Soundkünstler bewegen sich zwischen Electronica, Post-Rock, Maschinen Folk und Field Recording. In Herne stehen am 12. Oktober ab 20:00 Uhr Jenny Ocampo, Eric Wong, Les Trucs, Graham Dunning und Lorenzo Senni auf der Bühne der Flottmann-Hallen. Bereits vorher um 19:00 Uhr werden die Ergebnisse eines Klangkunst-Workshops mit Jugendlichen unter der Leitung der Medienkünstlerin Tina Tonagel präsentiert.

  • Eric Wong. ©Christina Marx

„Blaues Rauschen untersucht im post-digitalen Klangraum, mit verschiedenen analogen und digitalen Mitteln, inwieweit sich gesellschaftliche Umbrüche, technische Neuerungen und künstlerische und politische Prozesse gegenseitig bedingen und beeinflussen können“, sagen die künstlerischen Leiter Karl-Heinz Blomann und Eckart Waage.

Klangkunst-Workshop

Im Klangkunst-Workshop mit Medienkünstlerin und Musikerin Tina Tonagel werden Jugendliche aus Herne und Gelsenkirchen alltägliche und besondere Klangsituationen rund um das Thema „Wasser in der Stadt“ aufspüren, erforschen und mit Hilfe konventioneller Smartphones aufnehmen. Die dabei entstehenden Field Recording-Ergebnisse dienen als Basis für kurze Kompositionen und eine Reihe multimedialer Installationen. Um 19:00 Uhr werden die Workshop-Resultate präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Jenny Ocampo und Eric Wong

Anschließend bespielen Jenny Ocampo und Eric Wong die Bühne mit ihrem Programm „S – an encounter with time and silence“. Die kolumbianische Choreografin und Tänzerin und der amerikanische Gitarrist vertiefen ihre Erforschung von Zeit und Stille, um sie mit Musik und Bewegung zu erweitern: Körper und Klang lassen eine Raum der Emotionen und Erinnerungen entstehen.

Les Trucs – ein zweiköpfiger Zirkus

Danach betritt ein zweiköpfiger Zirkus die Manege und verwandelt das Publikum in eine zuckende Masse: Les Trucs. Mensch/Maschine revisited – Musiker und klangerzeugende Apparaturen werden zu einer symbiotischen Kreatur aus Knöpfen, Reglern und Gliedmaßen, so dass letztlich nicht mehr auszumachen ist, wer wen bedient oder steuert. Charlotte Simon und Zink Tonsur klingen dabei wie eine Mischung aus Die Antwoord und den Altpunks von Die Goldenen Zitronen.

Mechanical Techno mit Graham Dunning

Der britische Experimentalmusiker Graham Dunning bringt „Mechanical Techno“ live auf die Bühne, sein Instrument: modifizierte Plattenspieler. Geräusche, Klänge, Loops – aus wiederkehrenden Rhythmus- und Melodiefragmenten schichtet Dunning seine Musik auf. Kameras an verschiedenen Stellen des Setups zeigen in Nahaufnahme die Mechanismen bei der Arbeit – und werden zugleich zur psychedelischen Lightshow.

Laser-Gewitter mit Lorenzo Senni

Stolpernde Arpeggios und Surround-Loops durchbrechen das Laser-Gewitter, um wie eine Achterbahn den Puls ins Chaos zu treiben – niemand hört sich an wie Lorenzo Senni. Seine konsequente Dekonstruktion der Sound- und Rave-Kultur der 90er, die sorgfältige Analyse ihrer Bestandteile und die Wiederverwendung in einem neuen Kontext, nennt er „Pointillistische Trance“ oder auch „Rave Voyeurism“. Wiederholung und Isolation sind dabei die Schlüsselbegriffe. Die Musik ist abstrakt, aber durch geschickt ausgelöste Kettenreaktionen absolut tanzbar.

Das vollständige Programm:

Mi. 10. Oktober 2018, ab 19:00 Uhr, Kunstmuseum Gelsenkirchen:
19:00 Uhr: Begrüßung durch Annette Berg, Kulturdezernentin Gelsenkirchen, Leane Schäfer, Museumsleiterin Kunstmuseum Gelsenkirchen und die Veranstalter
19:30 Uhr: Konzertbeginn BLOORT, Homewreckers

Do. 11. Oktober 2018, ab 20:00 Uhr, Goethebunker Essen:
Mariska de Groot, Kai Niggemann, VetterHuber, Blaue Rausch-Nacht mit Goethebunker-Resident-DJs

Fr. 12. Oktober 2018, ab 10:00 Uhr (Workshop) und ab 20.00 Uhr Flottmann-Hallen Herne:
Klangkunst-Workshop mit Tina Tonagel
Jenny Ocampo und Eric Wong, Graham Dunning, Les Trucs, Lorenzo Senni

Sa. 13. Oktober 2018, ab 20:00 Uhr Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet e.V., Evinger Schloss, Dortmund:
Ryoko Akama, Marco Ciciliani und Barbara Lüneburg, Ursula Bogner-Projekt mit Lucrecia Dalt und Jan Jelinek

So. 14. Oktober 2018, ab 20:00 Uhr Musikzentrum Bochum:
Perforator, Stefan Tiefengraber, Amnesia Scanner

Tageskarten sind für 15 Euro erhältlich (ermäßigt 11 Euro). Ein Festivalticket für alle fünf Festivaltage kostet 44 Euro. In Gelsenkirchen ist der Eintritt frei. Tickets können über den Ticketshop reserviert werden.

 www.festival-open-systems.de