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Buon Natale: Essen alla Mamma

Weihnachtsmenü

So schmeckt Weihnachten auch mit kleinem Geldbeutel.

Italienische Küche

Der Geruch von frischem Rosmarin und geschnittenen Champignons liegt in der Luft. Eine Frau mit Brille wirbelt in der großzügigen Küche der Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne mit Lebensmitteln umher. Sie bereitet alles vor. Alles, um ein Weihnachtsessen zu kochen. Ein Weihnachtsessen, das nicht viel kostet und trotzdem sehr gut schmeckt. Dafür greift Chiara Cremon auf Rezepte ihrer Mutter zurück. Die Italienerin hat der 43-Jährigen von klein auf das Kochen und natürlich die italienische Küche näher gebracht. Auf der Speisekarte steht heute eine Lasagne-Variation und als Nachtisch gibt es Cantucci alla Mamma.

Funghi-Lasagne

Die quirlige Italienerin startet mit der Füllung für die Lasagne. Ohne Fleisch und auch ohne Tomatensauce besticht sie mit Pilzen. Dafür wird eine Zwiebel klein geschnitten und in etwas Olivenöl angebraten. Ebenfalls in die Pfanne kommt eine Knoblauchzehe. „Ungeschält, dann ist der Geschmack nicht so intensiv“, sagt sie und legt den Knoblauch in die Pfanne. Wenn die Zwiebeln glasig sind, kommen die klein geschnittenen Pilze hinzu. Zusätzlich noch ein Zweig Rosmarin, eine Prise Salz und etwas Petersilie. Dann kann alles einköcheln. Mit einem Handgriff stellt sie den Backofen ein: 180 Grad und Umluft. Nun nimmt Cremon einen kleinen Topf, erwärmt Butter und rührt das Mehl ein. Dazu kommt die Milch. „Es muss werden wie Pudding“, erklärt die italienische Mutter, die die Bechamelsauce noch mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzt. Dann wird die Sauce nur noch warm gehalten.

  • Italienische Kräuter dürfen in der Lasagne von Chiara Cremon nicht fehlen. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

In einem großen Topf bringt sie Wasser zum Kochen und legt die Lasagne-Platten ein. „Va bene“, kommentiert Chiara, die nun sechs kleine Auflaufförmchen zur Hand nimmt und sie mit Butter ausstreicht. Denn diese Lasagne wird portionsgerecht zubereitet. Mit den weichen Nudeln legt sie die Förmchen aus. „Die Lasagneplatten sind vom Discounter genauso gut wie Markenprodukte“, sagt selbst die waschechte Italienerin. Dann kommt auf die Nudel etwas von der Pilzfüllung, dann etwas Bechamelsauce, zum Schluss eine Prise Käse und wieder Nudeln … drei Schichten macht sie insgesamt pro Förmchen. Und nach etwa 20 Minuten Vorbereitungszeit gehen die kleinen Lasagnen in den vorgeheizten Ofen. Jetzt erhitzt sie die Tomatensauce, die sie aus der Dose schüttet. Nach 30 Minuten im Ofen ist das Hauptgericht fertig. Nun kommt zuerst ein Saucenspiegel auf die Teller, dann stürzt sie die Förmchen, sodass jeder sein eigenes kleines Lasagne-Törtchen hat. Dazu empfiehlt die Köchin ein Glas italienischen Rotwein.

Für die Zubereitung der Lasagne braucht man in etwa eine Stunde. Pro Portion kostet das Essen höchstens 1,90 Euro, schätzt die Italienerin. Das Gute daran sei, dass man die meisten Zutaten noch für andere Gerichte gebrauchen kann. So zum Beispiel Mehl und Butter für den Nachtisch.

Cantucci alla mamma

„Cantucci schmecken besonders gut zum Kaffee“, erklärt Chiara Cremon während sie sich die Zutaten zusammenlegt. Mehl, Zucker und geschmolzene Butter kommen in eine Schüssel. Dazu eine Prise Salz und zwei Eier. Danach rührt sie die Masse zu einem glatten Teig. Die Mandeln werden halbiert und ebenfalls hinzugegeben. Dann wird der Teig mit den Händen geknetet und zu mehreren Rollen geformt. So werden sie aufs Backblech gelegt und bei 180 Grad zehn Minuten gebacken. Danach holt Cremon sie raus und schneidet etwa jeden Zentimeter einen Keks ab, schiebt die einzelnen Plätzchen auseinander und danach das Blech wieder in den Ofen. „Und nun so lange bis sie schön braun sind.“ Besonders gut schmecken die Cantucci, wenn sie außen schon ausgekühlt und innen noch weich sind. Das süße Gebäck dauert in der Zubereitung gerade einmal 20 Minuten und ist mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen variabel. „Mit getrockneten Tomaten und Oliven sind sie herzhaft“, sagt sie. Für Kinder könne man auch Schokoladenflocken mitbacken. 30 Plätzchen kosten höchstens drei Euro, so schätzt Cremon, die stets mit viel Liebe kocht.

  • Chiara Cremon hat das Kochen von ihrer Mutter gelernt. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

In ihrer Heimat, Vincenza, würde solch ein Essen beispielsweise am 25. Dezember auf den Tisch kommen. „Dann wird viel gegessen – mittags und abends“, lacht die Mutter eines neunjährigen Sohnes. An Weihnachten kommt die ganze Familie in Italien zusammen. Das genießt Chiara Cremon, die seit zehn Jahren in Deutschland lebt, sehr. Gemeinsam Gutes essen – das ist doch nicht nur an Weihnachten schön.

Zutaten für die Lasagne für etwa sechs Personen:

1 Packung Lasagneplatten,

500 Gramm Champignons,

1 Zwiebel,

100 Gramm Grana Padano,

250 Gramm Tomatensoße,

etwas Olivenöl,

1 Knoblauchzehe,

etwas Butter,

50 Gramm Mehl,

500 ml Milch,

Rosmarin, Petersilie, Muskatnuss, Salz, Pfeffer.

Zutaten für etwa 30 Cantucci:

2 Eier,

100 Gramm Zucker,

200 Gramm Mehl,

20 Gramm Butter,

1 halbe Tüte ganze Mandeln,

Salz.

Low-Budget-Küche: Die Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne (gfi) bietet gemeinsam mit dem ASB Low-Budget-Kochkurse an. Hier geht es darum, wie man mit wenig Geld gesund und lecker kochen kann. Gruppen mit sechs bis acht Personen können sich bei der gfi melden und einen Termin vereinbaren. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen und Anmeldung per E-Mail an gfi@herne.de

Anja Gladisch