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Die letzten Tage des verhüllten Schlosses

Dreitägige Finissage von Ibrahim Mahamas Kunstwerk

Ein letzter Blick auf das verhüllte Schloss: Andrea Prislan zeigt den Werbebanner, aus dem ein Ein letzter Blick auf das verhüllte Schloss: Andrea Prislan zeigt den Werbebanner, aus dem ein "Artbag" wird, Henrik HeatBASS schultert schon mal seine Bassgitarre und Tinika Aufermann zeigt, was man aus Jute machen kann. ©Horst Martens, Stadt Herne.

Vier Monate lang sorgte das mit Jute-Säcken verhüllte Schloss Strünkede für Aufsehen in Herne und in der Region. Doch jetzt ist Schluss. die Jute-Hüllen fallen ab Montag, 27. August. Eine dreitägige Finissage von Freitag bis Sonntag, 24. bis 26. August, läutet das rühmliche Ende des Kunstwerks von Ibrahim Mahama ein.

Große Strahlkraft

Von einem „großen Erfolg“ und der „großen Strahlkraft“ des Kunstevents spricht Andrea Prislan vom Emschertal-Museum. „Tausende Besucher wollten das Kunstwerk sehen – die Spaziergänger haben wir noch nicht mal mitgezählt.“ Weil beim Mittelaltermarkt am Wochenende vom 7. bis 9. September mit Feuer experimentiert wird und Jute leicht entzündlich ist, endet „Coal Market“ aus Brandschutzgründen ein paar Tage früher. Daher haben alle Interessierte jetzt noch mal die Möglichkeit, sich die Verhüllung unter einer fachkundigen Führung anzusehen. Möglicherweise findet Ibrahim Mahama selbst auch den Weg zur Finissage – fest steht sein Auftritt allerdings nicht.

Finissage mit vielen Programmpunkten

Zusätzlich gibt es weitere Programmpunkte: Familien und Freunde sind herzlich eingeladen: zu Führungen, Konzertperformance, Musik, Näh- und Kreativworkshops mit alten Werbebannern, Jute-Kaffeesäcken, Kohle und Gold für Kinder und Erwachsene sowie Waffeln, Sekt  und Kaffee. Der Eintritt ins Schluss ist am Freitag und Sonntag frei.

Taschen und Kissen aus Jute

Die meisten Angebote haben eine enge Beziehung zu den Ausstellungen – also zu den Themen Kohle und Jute. Die Künstlerin und Dozentin Tinika Aufermann stellt in einem Workshop Taschen, Kissen und Co. aus Jute-Kaffeesäcken her. „Upcycling“ nennt sich die Vorgehensweise, bei dem ein Material für einen neuen Zweck eingesetzt wird. Allerdings nutzt Aufermann nicht die Jutesäcke von Mahama, sondern solche, die im freien Handel zu bekommen sind. Die Bahnen, die jetzt das Schloss verhüllen, haben aber nicht ausgedient – der Künstler nutzt sie für weitere Kunstzwecke.

Upcycling-Workshops werden auch für Werbebanner angeboten – da entstehen dann aus dem Plastik-Bahnen, die für die Ausstellung warben, modern gestylte Taschen, sogenannte ARTbags. Das einzige Angebot, das nicht entgeltfrei ist. Ein weiterer Workshop: Aus Kohlenstücke können kleine vergoldete Miniaturskulpturen geformt werden.

Ur-Ruhr – skurriles Konzert

Das Theaitetos-Trio aus Recklinghausen präsentiert am Freitag „Ur-Ruhr“ – ein Konzert und eine Percussion mit Schrottbestandteilen (19 Uhr). Die Veranstalter sprechen von einer „skurrilen muiktheatralischen Performance mit Bezügen zur Kohlen-Ära!“ Am Samstag hingegen steht eine Speed-Talking-Tour auf dem Programm, initiiert von Ximena Leon aus Bochum: Menschen aus Deutschland und anderswo sitzen sich gegenüber und kommen ins Gespräch, wobei die Unterhaltung „oberflächlich bis tiefgründig“ sein kann.

HeartBASS mit Jazz-Funk und Soul

Für die musikalische Umrahmung am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr sorgt das Henrik HeartBass-Projekt mit Jazz-Funk und Soul. Henrik HeartBass – ein Künstlername – spielt die E-Gitarre und verspricht „Lounge-Musik mit Latin-Rhythmen, auch mal Swing und Funk. Aber wir treten nicht konzertant auf, sondern bilden den musikalischen Teppich für die Veranstaltung.“ Die Playlist reicht von Summertime bis hin zu Girl from Ipanema. Begleitet wird HeartBass von Peter Hertel am Schlagzeug und am Piano von Ernie Griffin, der in diesen Tagen sein 4.000. Konzert gibt.

Am Samstag, 25. August, gibt es ebenfalls einen Programmpunkt: Eine Bustour führt durch die Kohle-Ausstellungen der Ruhrkunstmuseen. Das Schloss Strünkede ist einer der Zwischenstopps.

Auch Kulinarisches darf nicht fehlen – dafür sorgen das Café Schollbrockhaus und die „Espressobar“.

Ein letzter Blick auf das verhüllte Schloss: Andrea Prislan zeigt den Werbebanner, aus dem ein "Artbag" wird, Henrik HeatBASS schultert schon mal seine Bassgitarre und Tinika Aufermann zeigt, was man aus Jute machen kann. ©Horst Martens, Stadt Herne.

Ein letzter Blick auf das verhüllte Schloss: Andrea Prislan zeigt den Werbebanner, aus dem ein „Artbag“ wird, Henrik HeatBASS schultert schon mal seine Bassgitarre und Tinika Aufermann zeigt, was man aus Jute machen kann. ©Horst Martens, Stadt Herne.

 

Freitag, 24. August 2018

15.00 – 19.00 Uhr Taschen, Kissen & Co. – Upcycling aus Jute-Kaffeesäcken

offener Workshop; entgeltfrei

15.00 – 19.00 Uhr Vergoldete Kohle – Miniatur-Skulpturen

offener Workshop; entgeltfrei

15.00 – 19.00 Uhr Weltladen Esperanza

Fairgehandelte Geschenkartikel und Lebensmittel mit Verkostung

15.30 – 18.00 Uhr ARTbags – Taschen & Co. Upcycling aus Werbebannern

Teilnahme/Material: 20 €, erm. 15 €; Anmeldung 02323/16 2611 erforderlich

17.00 Uhr Führung

in der Sonderausstellung und zur Schlossverhüllung „Kunst & Kohle. Ibrahim Mahama. Coal Market“

entgeltfrei

19.00 Uhr Theaitetos Trio UR-RUHR – Konzert, Performance & Schrottpercussion

entgeltfrei; Anmeldung erbeten 02323/16 2611

Sonntag, 26. August 2018

11.00 – 13.30 Uhr ARTbags – Taschen & Co. Upcycling aus Werbebannern

Teilnahme/Material: 20 €, erm. 15 €; Anmeldung 02323/16 2611 erforderlich

14.00 Uhr Speed-Talking on Tour

Menschen aus Deutschland und anderswo, mit und ohne Fluchterfahrung kommen miteinander ins Gespräch

offener Workshop; entgeltfrei

14.00 – 17.00 Uhr Henrik HeartBASS Project

Jazz – Funk – Soul

14.00 – 17.00 Uhr Taschen, Kissen & Co. – Upcycling aus Jute-Kaffeesäcken

offener Workshop; entgeltfrei

14.00 – 17.00 Uhr Vergoldete Kohle – Miniatur-Skulpturen

offener Workshop; entgeltfrei

15.00 Uhr Führung in der Sonderausstellung und zur Schlossverhüllung „Kunst & Kohle. Ibrahim Mahama. Coal Market“

entgeltfrei

Gastronomie auf dem Schlosshof: Café Schollbrockhaus & „Espressobar“