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Ein Herzstück Hernes erhalten

Stadt stellt Gestaltungshandbuch für die Siedlung Teutoburgia vor

Die denkmalgeschützte Siedlung Teutoburgia im Herner Osten gehört zu den architektonischen Aushängeschildern des Ruhrgebiets. Um den Menschen, die dort wohnen, eine Hilfestellung dabei zu geben, welche Veränderungen an den Häusern mit dem Denkmalschutz vereinbar sind, hat der Fachbereich Umwelt und Stadtplanung ein Gestaltungshandbuch aufgelegt.

  • Hier gibt es an jedem ersten Mittwoch im Monat eine Sprechstunde für Fragen rund um den Denkmalschutz in Teutoburgia. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Ein Herzstück unserer Stadt“

„Die Siedlung ist ein Herzstück unserer Stadt. Sie ist bekannt und beliebt, bei Bürgern und Architekten“, sagt Dezernent Karlheinz Friedrichs, der am Mittwoch, 14. März 2018, das Gestaltungshandbuch vorstellte. Damit Teutoburgia ein Schmuckstück bleibt, ist die Siedlung als Denkmalbereich geschützt. Das bedeutet, die äußere Erscheinung – von der Form der Dächer bis zur Farbe des Gartenzauns – ist denkmalgeschützt. Einige Gebäude stehen auch komplett unter Denkmalschutz. Wer daran etwas verändern möchte, muss vorher von der Unteren Denkmalbehörde eine Genehmigung einholen. Die Broschüre erklärt den Bewohnern von Teutoburgia, welche Veränderungen erlaubt sind und warum andere verboten sind. Viele Bilder machen die Regelungen anschaulich. „Das ist deutlich besser verständlich, als nur Paragraphen aufzulisten“, findet der Sodinger Bezirksbürgermeister Mathias Grunert. Grundsätzlich ist jede Maßnahme, vom neuen Anstrich für die Fensterrahmen bis zur Fassadensanierung erlaubnispflichtig. Kleine Veränderungen können mündlich beantragt und genehmigt werden, bei größeren ist eine Anfrage per Post oder E-Mail nötig.

Herner Bürger sind stolz auf die Siedlung

„Wir sind als Herner sehr stolz auf die Siedlung. Auch die Bürger, die hier leben, sind stolz darauf und legen Wert auf den Denkmalcharakter“, betont Grunert. Er hat die Denkmalbehörde bei der Entwicklung des Handbuches unterstützt und auch die Bewohner der Siedlung wurden einbezogen. „Es ist von der Nachbarschaft einiges an uns herangetragen worden, was die Politik etwas weiter gefasst hätte. Aber auf Wunsch der Anwohner wurde es wieder enger gefasst“, erzählt Grunert. Zum Beispiel hatte die Untere Denkmalbehörde überlegt, ob sie Garagen in den Gärten zulassen solle, um die Parksituation in der Siedlung zu entspannen. Allerdings wollten die Bürger die Flächen hinter den Häusern grün lassen und sprachen sich gegen neue Garagen aus. „Aus denkmalschützerischer Sicht ist das sehr gut. Auch für die Wohnqualität ist das eine gute Entscheidung“, findet Susan Kowalski von der Unteren Denkmalbehörde. Denn die Geräusche der Autos würden nicht in die Gärten getragen und die grünen Flächen hätten Erholungswert für die Anwohner.

Sprechstunde für Bewohner von Teutoburgia

Sie verteilt das Handbuch in der Siedlung und beantwortet dabei auch schon die ersten Fragen der Bewohner. Überhaupt ist das Verhältnis zwischen der Stadtverwaltung und den Bewohnern von Teutoburgia gut. „Hier funktioniert, was sich die Verwaltung wünscht: Ein enges Zusammenspiel von Bürgern, Nutzern, Besitzern, Politik und Verwaltung“, freut sich Friedrichs. Die meisten der rund 460 Häuser der Siedlung gehören der Vonovia, einige sind allerdings in Privatbesitz. Für Mieter und für Eigentümer der Häuser bietet Kowalski an jedem ersten Mittwoch im Monat gemeinsam mit der Vonovia eine Sprechstunde an. Von 14 bis 16 Uhr ist sie in den Räumen der Bürgerinitiative, im alten Kiosk an der Schlägelstraße 48a. Im April wird dieser Termin wegen der Osterferien ausnahmsweise auf den zweiten Mittwoch verlegt.

Das Gestaltungshandbuch und weitere Informationen gibt es unter www.denkmalschutz.herne.de

Nina-Maria Haupt