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Fachtagung trifft auf großes Interesse

Frontotemporale Demenz

©Frank Dieper, Stadt Herne

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind am Montag, 5. März 2018, zur Fachtagung „Frontotemporale Demenz“ in das Marien Hospital Herne gekommen. Für die Moderatorin Silke Mattelé ist das ein klares Zeichen: „Hier scheint es ein großes Interesse zu geben.“

Lisa Binse von der städtischen Abteilung Gesundheitsförderung und -planung begrüßte die Gäste nach Prof. Rainer Wirth vom Marien Hospital Herne, der als Gastgeber sprach. „Wir wollen alle die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz verbessern, das ist unser Ziel“, erklärte Binse und bedankte sich bei allen Beteiligten der Fachtagung, die im Rahmen der 30. Herner Frauenwoche stattfand.

  • Dr. Ute Brüne-Cohrs hielt einen Fachvortrag über Frontotemporale Demenz. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Dr. Ute Brüne-Cohrs, Fachärztin für Psychotherapie, Geriatrie und Palliativmedizin, berichtete: „Frontotemporale Demenz ist die dritthäufigste Demenzerkrankung.“ Dabei sei das Frontalhirn und der Bereich der Schläfen betroffen. „Ganz einfach gesagt: Dort sitzt die Persönlichkeit“, so die Expertin. Die Anfänge dieser Krankheit zu erkennen sei sehr schwierig, da auch das Gedächtnis lange erhalten bleibe. Es handele sich um einen schleichenden Beginn. Oberflächlichkeit, Enthemmung, Aggressivität: Das alles können Anzeichen sein. Bei der Diagnostik seien die Ärzte vor allem auch auf Angehörige angewiesen, die vom Verhalten des Patienten berichten können. Eine Behandlung sei allerdings nur symptomatisch möglich.

Im Anschluss stellte sich Silke Reiß-Naumann den Fragen des Publikums. Die Mutter ist selbst von der Krankheit betroffen und berichtete aus ihrem Alltag. Es folgten der Bericht einer Angehörigen sowie Diskussionen an drei unterschiedlichen Thementischen über „Medizin und Therapie“, „Angehörigenbegleitung und Selbsthilfe“ sowie „Soziale Dienste und Beratung“.

Veranstalter dieser Fachtagung war der Arbeitskreis Gerontopsychiatrie/Runder Tisch Demenz Herne in Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum Region Ruhr.

Anja Gladisch