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Fischergraben – von der Köttelbecke zum Bächlein

Stadtentwässerung baut ein Röhrensystem für Schmutzwasser

Für Laien wirken die Ausmaße riesengroß: ein über zwei Meter hoher Bohrkopf frisst sich in 13 Meter Tiefe ins Erdreich – wie im Tunnelbau. Verlegt wird ein Röhrensystem für das Schmutzwasser, das derzeit noch durch den Fischergraben in Horsthausen fließt.

Trennung von Schmutz- und Regenwasser

  • Renaturierung des Fischergrabens, ein Gewässer, das unterhalb der Horsthauser Straße fließt. ©Thomas Schmidt_Stadt Herne

Ist das Projekt im Zuge des Emscherumbaus fertig, plätschert klares Regenwasser durch den Landwehrbach, während die schmutzige Brühe durch die Röhre geleitet wird. Die Stadtentwässerung Herne, unter deren Regie das Vorhaben läuft führt die Presse durch die Baustelle: Über eine fünf Meter tiefe Leiter geht es in die Startgrube hinab: Von hier aus gesehen hat sich der Bohrkopf 173 Meter weit parallel zum Fischergraben im Vortrieb vorgearbeitet- und zwar unter der Horsthauser Straße hindurch. Den Autofahrern fällt die Baustelle beiderseits der Straße in die Augen. Dabei dreht sich der Bohrkopf mit viereinhalb Umdrehungen pro Minute durch das Erdreich und legt einen Meter pro Stunde zurück. Ein in der Startgrube installiertes hydraulisches System presst die über zwei Meter großen Betonröhre durch den so entstandenen Tunnel – bis schließlich der Bohrkopf und gleich dahinter die gepressten Rohre in der Endgrube angekommen sind. Beauftragt mit den Arbeiten ist eine Firma aus Österreich, die viel Alpen-Erfahrungen mit dem Tunnelbau mitbringt – der Bohrkopf für den St. Gotthard ist ungefähr fünfmal größer, nämlich zehn Meter im Durchmesser.

Ab 2020 ist das Emschersystem pure Natur

Der Fischergraben ist ein Nebenlauf des Landwehrbachs, der wiederum in die Emscher fließt. Die komplette Emscher von Dortmund bis Duisburg wird renaturisiert – ab 2020 soll der komplette Fluss durch eine natürliche Landschaft fließen. Der Fischergraben hingegen wird schon früher klares Wasser führen, denn das Bauprojekt der Stadtentwässerung soll im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Mit zum Projekt gehören drei Regenüberlaufbecken, die zum Einsatz kommen, wenn die Stadt von einem Starkregen heimgesucht wird. Wenn zu viel Wasser durch die Röhren fließt, wird es automatisch abgeleitet. Außerdem wird an der Langforthstraße ein Pumpwerk. Die Baukosten betragen insgesamt sechs Millionen Euro.