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Freifunk für Pluto

Auch andere städtische Jugendzentren sollen demnächst freies W-LAN erhalten

Freies W-LAN im Pluto: Annette Frenzke-Kulbach, Fiona, Sophie, Ulrich Klonki, Nadine Grischel (verdeckt), Markus Knapp und Dieter Schaaf. ©Horst Martens, Stadt Herne. Freies W-LAN im Pluto: Annette Frenzke-Kulbach, Fiona, Sophie, Ulrich Klonki, Nadine Grischel (verdeckt), Markus Knapp und Dieter Schaaf. ©Horst Martens, Stadt Herne.

Das Jugendzentrum „Pluto“ startete jetzt in seinen Räumen das freie W-LAN – nicht ganz zufällig am Safer Internet Day 2018. Sechs Router im Gebäude an der Wilhelmstraße sorgen nun dafür, dass alle jugendlichen Besucher mit freiem Zugang Highspeed-Daten auf ihrem Smartphone abrufen können.

Zum Start waren neben Ulrich Klonki, Vorsitzender im Ausschuss Kinder-Jugend-Familie, und Annette Frenzke-Kulbach, Leiterin des Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie, auch zahlreiche Jugendliche aus anderen städtischen Jugendzentren erschienen – und das aus gutem Grund. Ulrich Klonki betonte in seiner Rede: „Ich kann versprechen, dieses ist das erste Jugendzentrum mit Freifunk, aber es wird nicht das letzte sein.“ Nach dem Wegfall der Störerhaftung sind nämlich die gesetzlichen Hürden weggefallen, die gegen offene W-LAN-Netze sprachen. Initiiert durch das Jugendforum aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ wurde ein Vorschlag der jugendlichen Akteure in die Tat umgesetzt.

„W-LAN gehört zur Grundversorgung“

Nun bedankte sich Jugendschützer Markus Knapp bei den Jugendlichen: „Ihr habt dafür gesorgt, dass wir heute frei surfen können. Danke für den tollen Einsatz!“ Klonki empfahl dem Publikum: „Liebe Leute, stellt Anträge, die Jugendförderung wird das wohlwollend begleiten – und wenn nicht, kann man sich an mich wenden. Dann werde ich das wohlwollend begleiten.“ Gleichzeitig verteilten Mitarbeiter Fragebogen zur Mediennutzung von Jugendlichen. Geplant sind Veranstaltungen für Multiplikatoren, so Jugendschützer Markus Knapp. „Sie sollen dafür geschult und sensibilisiert werden, was im Umgang mit Snapchat, Whatsapp oder Instagram zu beachten ist. Das Smartphone ist für die Jugendlichen das wichtigste Medium – und nicht mehr Computer oder Laptop.“ Währenddessen nutzten die Besucher schon die neuen Möglichkeiten und schwenkten ihre Handys. „Gut, dass ich hier Highspeed habe, dann kann ich die Eltern oder Freund von hier aus besser erreichen“, sagte Fiona (11). Auch Sophie ist ganz davon angetan, obwohl sie im „Pluto“ garantiert nicht stundenlang surfen wird: „Eigentlich spiele ich hier ja immer mit den anderen zusammen.“

„Face to Face ist wichtiger“

Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments waren ebenfalls gekommen, um sich über das freie W-Lan zu erkunden. „Pluto ist bei Kindern und Eltern ein angesagter Ort“, sagt Jan Krawiec (15), „deshalb muss es hier auch W-LAN geben.“ Victoria Apel (18) meint: „Gerade in Jugendzentren ist eine Grundversorgung mit W-LAN wichtig, weil viele Jugendliche eben hier ihre Freizeit verbringen. Viele verfügen sonst nicht über ein ausreichendes Datenvolumen.“ Allerdings ist auch sie gegen stundenlanges Surfen: „Face to Face ist wichtiger. Deshalb muss es auch Schulungen zum Umgang mit Internet geben. Doch das sollte nicht zu weit im Vordergrund stehen.“

Horst Martens