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Großer Andrang beim Elterncafé

KI und Schulen unterstützen die Integration von Neuzugewanderten

Das Elterncafé mit interessierten Müttern und Vätern in einem klassenraum der Mont Cenis Gesamtschule. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne Das Elterncafé mit interessierten Müttern und Vätern in einem klassenraum der Mont Cenis Gesamtschule. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Es ist voll im Elterncafé an der Mont-Cenis-Gesamtschule. Fast zwanzig Eltern sind gekommen, manche mit ihren jüngsten Kindern, um etwas über das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen zu erfahren. Sie alle sind Neuzugewanderte mit Kindern, die in die fünfte bis zehnte Klasse der Gesamtschule gehen. In den Elterncafés können sie sich über Schule, Kindererziehung und den Alltag in Herne informieren. Auch eigene Fragen und Themen bringen sie mit.

  • Eltern des Elterncafés vor dem Schulgebäude. Mit dabei die Kultur-und Sprachmittler Ahmed Al- Sayed ( hinten, Mitte), Hacer Karaeli ( vorne, 2. von rechts) und Ionela Ghenov ( vorne, ganz rechts)

Fragen zu Schule, Gesundheit und Vereinen

An drei Schulen bietet das Kommunale Integrationszentrum KI Elterncafés an: Seit dem Sommer 2016 an der Mont-Cenis-Gesamtschule und dem Otto-Hahn-Gymnasium, kurze Zeit später auch an der Gesamtschule Wanne-Eickel. „Die Eltern haben viele Fragen, zu Schule, Gesundheit und Freizeitgestaltung. Zum Beispiel möchten sie wissen, wie Schule in Deutschland funktioniert, wie sie einen Kinderarzt finden oder wie sie ihre Kinder im Sportverein oder der Musikschule anmelden“, erlebt Claudia Heinrich, die die Elterncafés koordiniert. Vor allem seien den Eltern aber Bildung und Deutschförderung wichtig. „Die Integration steht im Vordergrund“, betont auch Sozialarbeiterin Sarina Hutter. „Wichtig ist, dass die Eltern eine Vertrauensperson haben. In den Schulen, im geschützten Kreis, ist es viel familiärer als bei Ämtern. Deswegen trauen sich viele Eltern eher hierher, um Fragen zu stellen“, ergänzt Michael Barszap, der stellvertretende Leiter des KI.

Saft, Kuchen und viele Informationen

Drei Sprach- und Kulturmittler sind bei den Treffen dabei, sie übersetzen für die Eltern, die noch am Anfang ihrer Sprachkurse stehen. Arabisch, Kurdisch, Türkisch und Rumänisch sind die häufigsten Sprachen. Wenn Menschen mit anderen Sprachkenntnissen kommen, klappt die Verständigung meist mit Händen und Füßen. Mit Einladungsschreiben in verschiedenen Sprachen haben KI und Schule die Eltern eingeladen. Anschließend haben die Sprach- und Kulturmittler noch einmal angerufen, um die Eltern persönlich einzuladen. Das Angebot wird gut angenommen. Beim Treffen in der Mont-Cenis-Gesamtschule drängen sich die Eltern an den Tischen. Saft und Plätzchen stehen bereit und manche Eltern haben zusätzlich gebacken und tragen Muffins, Torte und Säfte herbei.

Eltern wollen, dass ihre Kinder lernen

An diesem Tag erklärt Schulleiterin Sylke Reimann-Perez das System der Gesamtschulen. Die Sprachmittler stehen bei den Eltern und übersetzen. Anschließend fragen die Eltern und tauschen sich aus – auch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Ioan Anghel hat zwei Töchter auf der Mont-Cenis-Gesamtschule, sein Sohn ist auf einer anderen Schule. „Ich möchte mehr über Schule wissen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder lernen, vor allem dass sie Deutsch lernen“, sagt er. Er selbst übt ebenfalls die neue Sprache. Auch Mahmud Bero aus Syrien besucht einen Deutschkurs. Er hat drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. „Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule spielt eine große Rolle“, findet er. Deswegen kommt er zum Elterncafé. „Hier in Deutschland herrscht Frieden, das ist gut für die Integration.“

Nina-Maria Haupt