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Gut aufwachsen in der Familie

Wie sich die Stadt um Kinder und Eltern kümmert

Alle Kinder in Herne sollen ihre Talente bestmöglich entfalten können, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Familie hierbei eine entscheidende Rolle zukommt.

Stadt arbeitet mit Partnern zusammen

Die Unterstützung von Familien ist ein wichtiges Anliegen der Stadt und vieler Partner, die seit mehreren Jahren zahlreiche Angebote auf den Weg bringen. Mit dem Familienbüro an der Hauptstraße 241 hat die Stadt eine Stelle eingerichtet, die diese Angebote koordiniert und an die Bedarfe der Herner Familien anpasst.

„Unser Anliegen ist es, alle Familien in Herne zu erreichen und zu unterstützen“, sagt Holger Närrlich, Leiter des Familienbüros. „Die Angebote sollten daher möglichst frühzeitig greifen, am Besten schon mit Beginn der Schwangerschaft, damit Kinder gute Startmöglichkeiten von Anfang an haben.“

Der Start soll gelingen

Die Geburt eines Kindes stellt für viele Eltern einen tiefgreifenden Einschnitt dar. Auch wenn es ein freudiges Ereignis ist, ist der Start ins Familienleben häufig mit vielen Fragen und Sorgen verbunden. „Daher ist es gut, wenn Eltern Rat einholen und in ihrer neuen Rolle unterstützt werden können“, unterstreicht Närrlich.

Wie Familien rund um die Geburt gestärkt werden können, weiß das Netzwerk frühe Hilfen, ein Zusammenschluss verschiedener Akteure. Hierzu zählen Einrichtungen der Stadt, wie die Familienzentren oder Hebammen ebenso wie nichtstädtische Partner, etwa Krankenhäuser oder die Caritas. Ziel des Netzwerks ist es, die Angebote rund um die ersten drei Lebensjahre zu bündeln. Dazu gehört eine breite Palette von Leistungen, zum Beispiel Schwangerschaftsberatungsstellen, Geburtsvorbereitungskurse oder Elternschulen. Auch die Willkommensbesuche durch Mitarbeiter des Familienbüros bei Eltern neugeborener Kinder sind ein wichtiger Baustein.

Neben der Koordination von Angeboten ist aber auch das Familienbüro selbst Anlaufstelle für Familien. Sie können sich dort informieren oder sich beim Familienfrühstück mit anderen Eltern austauschen.

Lückenlos bis ins Berufsleben

Seit Anfang 2017 ist Holger Närrlich zusätzlich für das Landesvorhaben „Kommunale Präventionsketten“ zuständig, an dem sich Herne neben vielen anderen Kommunen beteiligt. Vorbeugung – und nichts anderes ist Prävention – betrifft viele Lebensbereiche. Es geht darum, Angebote der Gesundheitsförderung, der frühkindlichen, schulischen und beruflichen Bildung, der Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe, aber auch für Sport und Kultur miteinander zu verknüpfen, so dass eine kommunale Präventionskette entsteht – lückenlos von der Schwangerschaft bis zum Eintritt in das Berufsleben. „Das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure ist eine große Herausforderung, aber zugleich auch Chance“, sagt Närrlich.

Zum Beispiel konnte durch die Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro das Wissen über die Lebenssituation von Kinder und Jugendlichen in Herne verbessert werden. So zeigt eine Erhebung, mit dem Namen „KOMPIK“ (Kompetenzen und Interessen von Kindern), über welche Fähigkeiten Kita-Kinder verfügen. Dabei stellt sich heraus: Die Herner Kids liegen in ihrem naturwissenschaftlichen Wissen weit über dem Durchschnitt in Deutschland. Wo es allerdings hapert: in der Motorik (Bewegung) und im Wissen über Gesundheit.

Gesundheit im Blick

„Das war Anlass für uns, das Thema ‚Kindergesundheit‘ in den Blick zu nehmen“, so Holger Närrlich „und gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren nach Ansätzen zu suchen, diese zu verbessern.“ Dabei wurde deutlich, dass an verschiedenen Stellen angesetzt werden muss: Spielmöglichkeiten im Stadtteil sind ebenso wichtig wie Sport oder die Vermittlung von Wissen über gesunde Ernährung.

Kita-Preis für Herne

Gerade die Eltern haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie gesund Kinder aufwachsen. Deshalb ist es wichtig, hier anzusetzen. Einen guten Anknüpfungspunkt bieten die Familienzentren, die ebenfalls Partner im Rahmen der Präventionsketten sind (siehe Beitrag Seite 8). Wie erfolgreich die Familienzentren in ihrer Arbeit sind, zeigte sich konkret vor Kurzem in Berlin: Dort übergab Bildungsministerin Franziska Giffey den 1. Deutschen Kita-Preis. Von den 1.400 Bewerbern kam das Herner Netzwerk für Familienzentren mit vier anderen auf den 2. Platz. Ein Beleg, dass die ganze Stadt mitzieht, wenn es um die Kinder geht.

Horst Martens