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Herner Schlagersänger Jürgen Marcus gestorben

Herne trauert - Anteilnahme durch Oberbürgermeister

Jürgen Marcus beim Eurovision-Song-Contest 1976. © Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), Jürgen Marcus beim Eurovision-Song-Contest 1976. © Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO),

Der Schlagersänger Jürgen Marcus (* 6. Juni 1948) ist in München im Alter von 69 Jahren an einer chronischen Lungenkrankheit gestorben.  Marcus wuchs in Herne als Jürgen Beumer auf und in unserer Heimatstadt liegen auch seine musikalischen Wurzeln.

Oberbürgermeister Dudda: „Jürgen Marcus war ein großer Sohn dieser Stadt.“

Seine größten Erfolge feierte er in den 70-er Jahren. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, „Ein Festival der Liebe“ und „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“. Nun werden viele Herner seinen Tod betrauern, denn er hat auch in seiner Heimatstadt Spuren hinterlassen. Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda sagt: „Jürgen Marcus war ein großer Sohn dieser Stadt. Was er mit seiner Musik erreicht hat, ist herausragend. Songs wie ‚Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben‘ kennt fast jeder. Wir bedauern sehr, dass er nun verstorben ist.“

Er besuchte die Schule an der Schulstraße und absolvierte bei „Beien“ eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Schon in dieser Zeit trat er in einigen Amateur-Beatbands auf – mehrfach sang er bei einem Festival in der Vestlandhalle zu Recklinghausen. Er soll aber auch Karnevalsgesellschaften unterhalten haben. Marcus wohnte in Herne in der heutigen Glockenstraße in der Nähe des Bonifatius-Kindergartens.

Von Herne nach Düsseldorf

In Düsseldorf bewarb er sich als 21-Jähriger bei einem Casting für das Musical „Hair“ und bekam sogar die Hauptrolle des Claude. Jetzt standen die Zeichen ganz auf Musikkarriere, vor allem, nachdem er den Musikproduzenten Jack White über den Weg lief, der das Potenzial des jungen Herners erkannte. Zunächst produzierten sie 1971 gemeinsam „Nur die Liebe zählt“. Dann ging es Schlag auf Schlag.  „Ein Festival der Liebe“ und „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“ waren Dauerbrenner bei allen Radiostationen.

Ein Lied zieht hinaus in die Welt

23 Singles und zahlreiche Alben veröffentlichte Jürgen Marcus unter der Domäne von Jack White, von dem er sich dann 1979 löste. Mehrere Top-Ten-Erfolge waren dabei, unter anderem: „Ein Festival der Liebe“ (diesen Titel sang er auch im Film „Blau blüht der Enzian“), „Schmetterlinge können nicht weinen“ (1973) und „Ein Lied zieht hinaus in die Welt“ (1975), das er für Deutschland auch beim Eurovision Song Contest den 9. Platz erreichte. Sehr häufig trat er in Dieter Thomas Hecks „Hitparade“ auf. Nach dem Bruch mit Jack White lief es leider nicht mehr so gut. Im August 2004 erschien ein Comeback-Album „Ich glaub an die Welt“ , sein erstes Album seit 22 Jahren. Seinen Rückzug aus dem Musikgeschäft gab er 2017 bekannt.

Auch mal wieder in Herne

Auch in Herne ließ sich Marcus bisweilen noch blicken. Der Journalist Friedhelm Wessel berichtet von der Feier des 30. Geburtstags in einer Herner Disco: Er „ließ dort zur Überraschung der 50 Gäste frische Erdbeeren aus Israel einfliegen, aber während dieser Fete kündigte sich bereits der Bruch zwischen dem Erfolgsduo Jack White und Jürgen Marcus an. Einige Wochen später trat Jürgen Marcus letztmalig in seiner Heimatstadt Herne auf. Es war ein großes Varieteprogramm mit vielen Künstlern.“  So ganz stimmt es nicht. 2004 hatte er ein Engagement im „Festzelthammer“ der Cranger Kirmes – und das war einer der letzten, wenn nicht der letzte Auftritt in seiner Heimatstadt.

Horst Martens