Newsticker

Integrationsscouts helfen beim Ankommen in Herne

Beratungsangebot des Kommunalen Integrationszentrums

Erste Orientierung finden Zugewanderte bei den Integrationsscouts. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Von Aufenthaltsstatus bis Alltag reichen die Fragen, bei denen die Integrationsscouts der Stadt Herne Zugewanderten weiterhelfen. Manche brauchen Unterstützung bei Anträgen, andere kommen mit ungeöffneten Briefen, die sie verunsichern. Wieder andere brauchen Hilfe bei der Bewerbung für einen Job oder wollen wissen, wie sie ihren Alltag in der neuen Stadt gestalten können. Manchmal gibt es auch Fragen zu den Rollen von Mann und Frau in Deutschland zu klären.

  • Integrationsscouts beraten Menschen mit Migrationsgeschichte – egal wie lange diese schon in Deutschland sind. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Direkte Ansprechpartner für Fragen

Für alle Menschen mit Migrationsgeschichte bieten die Integrationsscouts aus dem Kommunalen Integrationszentrum wichtige Informationen für das Leben vor Ort. Das Büro von Integrationsscout Natalia Weidenbach befindet sich in unmittelbarer Nähe des Ausländeramtes, wo sich alle Migranten, die neu in Deutschland ankommen, zuerst melden müssen. Aber nicht nur die Kunden haben dadurch kurze Wege. Auch mit der Ausländerbehörde arbeiten die Scouts eng zusammen.

Neue Aufgaben

Seit diesem Jahr gibt es eine zweite Stelle für die Scouts. Safaa Bouchara ist seit Februar 2018 als Integrationsscout tätig und bietet ihren Kunden Orientierung und Hilfe. Zwar gibt es die Funktion schon seit 13 Jahren, zuerst gefördert durch ein befristetes Programm des Landes NRW, dann als feste Stelle beim Kommunalen Integrationszentrum. „Aber wenn die Zuwanderung sich verändert, verändern sich die Aufgaben der Integrationsscouts“, erklärt Dezernentin Gudrun Thierhoff. Gerade in den vergangenen Jahren seien neue Fragen und Themen aufgekommen, die nicht nur Zugewanderte vor Herausforderungen stellen. „Ich bin froh, dass wir sie haben. Sie haben vielen Menschen unglaublich wichtige Hilfestellung gegeben“, so Thierhoff.

Dabei können nicht nur Neuzugewanderte die Hilfe der Integrationsscouts nutzen. Sie sind für alle Menschen mit Zuwanderungsgeschichte da. Auch Personen, die in Deutschland geboren wurden, aber ausländische Eltern haben, kommen gelegentlich zur Beratung.

Sprache ist der Schlüssel

Natalia Weidenbach, die seit 2015 Integrationsscout bei der Stadt Herne ist, und Safaa Bouchara ergänzen sich gut. Sprachen wie Englisch und Französisch beherrschen sie, Weidenbach spricht außerdem Russisch und versteht viele slawische Sprachen. Die gebürtige Marokkanerin Bouchara spricht Arabisch und ein wenig Italienisch.

Die Sprachkenntnisse sind besonders wichtig für ihre Arbeit, erklärt Bouchara. „Viele Menschen kommen aufgrund der Sprache zu uns. Wenn wir ihre Sprache sprechen, entsteht ein Vertrauensverhältnis. Viele trauen sich erst dann, bei Schwierigkeiten um Unterstützung zu bitten.“ Außerdem würden viele erst im persönlichen Gespräch erfahren, welche Angebote die Stadt Herne macht.

Netzwerke bilden

Außer Sprachkenntnissen sind noch Fachkompetenz, Erfahrung in der Beratung und eine gute Vernetzung mit Partnerorganisationen vor Ort wichtig. Denn bei Bedarf leiten die Scouts ihre Kunden an zuständige Ämter, Beratungsstellen oder Sprachkursträger weiter. Auch Hintergrundkenntnisse verschiedener Kulturen sind ein Muss für die Scouts.

Von Sprachkurs bis Jobsuche

Oft kommen Zugewanderte in die Beratung, die eine Stelle suchen in einem Beruf den sie in ihrem Heimatland ausgeübt hatten. In vielen Fällen ist dafür in Deutschland eine andere Ausbildung nötig. Und die wichtigste Aufgabe der Scouts besteht darin, neue Perspektiven zu eröffnen. Lässt sich die Ausbildung nachholen oder kommt ein anderer Job in Frage?

Außerdem koordinieren die Integrationsscouts das Herner Integrationsnetzwerk, wo unter anderem alle Veranstalter von Sprachkursen zusammen arbeiten. Dadurch wissen die Scouts immer, wo es noch freie Plätze in den Kursen gibt und können Zugewanderten entsprechende Adressen geben. Aber auch die Zusammenarbeit mit Ausländerbehörden oder dem BAMF wird von den Integrationsscouts organisiert. Auf diese Weise sollen Doppelstrukturen vermieden werden.

Sprechstunden vor Ort

Natalia Weidenbach hat ihre Sprechstunde montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 15 Uhr im WEZ, Hauptstraße 241. Safaa Bouchara bietet jeden Donnerstag im Café O der gfi in der Overwegstraße 32 von 13 bis 17 Uhr Sozialberatung und Bewerbungstraining an. Außerdem vereinbart sie bei Bedarf Termine in ihrem Büro im Kommunalen Integrationszentrum am Rademachers Weg 15. Termine gibt es unter integration@herne.de oder unter Telefon 02325/ 6 58 93 13.

Nina-Maria Haupt