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Jetzt ist es nicht mehr so lang bis Crange

Publikum am Eröffnungstag des „Winterzaubers“ begeistert

Das Eingangstor zum Cranger Weihnachtszauber. © Thomas Schmidt, Stadt Herne Das Eingangstor zum Cranger Weihnachtszauber. © Thomas Schmidt, Stadt Herne

„In Crange ist alles dicht. Wenn Sie den Weihnachtszauber besuchen wollen, machen Sie das bitte an einem anderen Tag.“ So dramatisch, wie der Radiosender die Verkehrslage schilderte, war es in Wirklichkeit nicht. Aber die Durchsage machte eines deutlich: Am ersten Tag herrschte ein riesiges Besucherinteresse.

Wunschstimmung: besinnlich

Dicht gedrängt stand das Publikum an der kleinen Showbühne, als Veranstalter Sebastian Küchenmeister und Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda den Weihnachtsmarkt eröffneten. Der Oberbürgermeister wies in seiner Rede auf die Belastung der Anwohner hin und unterstrich seinen Wunsch auf eine besinnliche Stimmung. Die Zuschauer klatschten Beifall als Zeichen dafür, dass sie es genau so sehen. „Wir wollen kein Ramba-Zamba-Publikum“, machte auch der Veranstalter deutlich. Dr. Dudda drückte auf den roten Buzzer – der Baum flackerte und dann erstrahlten tausende Lichter im hellsten Glanz.

  • Der Oberbürgermeister drückt den „Buzzer“ zur offiziellen Eröffnung um 17:00 Uhr. © Philipp Stark, Stadt Herne

Glühwein – drinnen oder draußen

Das wärmende Getränk und andere Drinks gibt es open-air in der kühlen Luft oder drinnen in typischen Jahrmarkts-Festhallen. Die meisten Gäste entschieden sich zunächst für einen Rundgang, um dann doch an einem Stand oder an einem Schaustellerbetrieb hängen zu bleiben. Sehr schnell etablierte sich die Szenerie mit den Glühweinständen am Weihnachtsbaum zu einem Mittelpunkt des Geschehens. Yvonne Dukat betreibt mit ihrem Chef Günther Bednarz einen Stand in der Weihnachtshüttengasse. Sie verkauft Nüsse, Äpfel, Apfelsinen und andere typische „Weihnachtsfrüchte“. „Das Geschäft läuft prächtig“, sagt sie, „der Weihnachtszauber ist eine super Sache.“ Sie steht sonst mit ihren Früchten in Recklinghausen, Gelsenkirchen oder in Herne-Mitte gegenüber C&A. Aber das hier toppt alles.

Weihnachtsmarkt oder Kirmes

Ist es nun ein Weihnachtsmarkt oder doch eher eine winterliche Kirmes? Diese Frage ist allenfalls in Akademikerkreisen offen. Inherne startete eine kleine Umfrage mit diesem Ergebnis: Alle zeigen sich begeistert, ob es sich nun eher um einen Rummel oder doch um einen stilechten Weihnachtsmarkt handelt, spielt schlicht keine Rolle.

  • Die Wanne-Eickelerin Kim Borkenstein und die Bochumerin Julia Hafemann feiern zusammen. Die Freundinnen : „Uns gefällt, dass die Musik zentral gesteuert ist und man nicht ein chaotisches Gedudel hört.“©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Jetzt treffen wir uns zweimal im Jahr“

„Wir haben inständig gehofft, dass der ‚Weihnachtszauber‘ tatsächlich stattfindet“, sagen die Wanne-Eickler Stephanie und Marc Reeschke. „Zwischendurch schien das nicht so sicher.“ Sie heben ihre Eröffnungs-Glühweingläser und prosten uns zu: „Hoffentlich gibt es im nächsten Jahr eine Neuauflage.“ Für das Paar ist es „fast wie Cranger Kirmes“ – sie sagen das mit positiven Unterton. „Wir treffen uns mit Bekannten im Spiegelzelt bei Steinmeister. Bisher hatten wir dazu einmal im Jahr Gelegenheit, jetzt eben zweimal.“ Die Durststrecke bis zur nächsten Cranger Kirmes ist nicht mehr so lang. „Für uns aus Wanne-Eickel ist der ‚Weihnachtszauber‘ ein Muss“, macht Katrin Woitalla deutlich.

Für Kinder viel zu sehen

„Es gibt soviel zu sehen“, sagen Melanie Kullik und Stefanie Schwarz. „Für unsere Kinder ist es eine Augenweide.“ Die Kleinen haben schon Crepes gegessen und jetzt wollen sie unbedingt aufs Riesenrad. „Wir kommen aus Gelsenkirchen“, sagen die beiden Mütter, „und wollten gleich am ersten Tag sehen, was sich hinter dem ‚Weihnachtszauber‘ verbirgt.“ Was sie positiv vermerken: „Schön, dass der Weihnachtsmarkt noch bis Silvester läuft. Wir kommen zwischen den Festen wieder her.“

Die Musik macht den Unterschied

„Die weihnachtliche Musik macht den Unterschied“, sagt die Wanne-Eicklerin Kim Borkenstein. „Mir gefällt, dass die Musik zentral gesteuert ist und man nicht ein chaotisches Gedudel hört.“ Auch die Bochumerin Julia Hafemann, ein glühender Crange-Fan, stimmt in das Lob mit ein. Mit einer Einschränkung: „Den fliegenden Weihnachtsmann hat der Veranstalter doch aus der Nachbarstadt geklaut.“ Kim Borkenstein kontert sofort: „Ich finde den fliegenden Weihnachtsmann Klasse.“ Eine dritte Person mischt sich ein: „Die Idee stammt doch eh aus den USA, auch Bochum hat den in der Luft schwebenden Rentierschlitten nicht erfunden.“

Stadt zeigt Präsenz

Mitarbeiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung sind den ganzen Tag in Crange präsent: sie überwachen den Verkehr, messen später den Lärmpegel und kontrollieren am Schluss, ob sich die Veranstalter an die Öffnungszeiten halten – um 21.30 Uhr wird die Musik ausgeschaltet, um 22 Uhr ist Schluss. „Wir müssen erst noch mal Erfahrungswerte sammeln“, sagt Tibo Zywietz, Platzmeister der Cranger Kirmes.

Junges Publikum: nach 22 Uhr in die Laube

Für Julia Hafemann, Kim Borkenstein und Katrin Woitalla ist nach 22 Uhr noch lange nicht Schluss. Allerdings wissen sie noch nicht genau, was sie machen werden. „In der Nähe gibt es leider kaum etwas, wo man einkehren könnte“, sagt Kim. „Wir hoffen sehr, jemand öffnet uns noch seine Laube“, wünscht sich Katrin.

Horst Martens