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Jugendamt wirbt um Nachwuchskräfte

Woche des Jugendamtes: Mitarbeiter gesucht!

Das Herner Jugendamt wirbt um qualifizierte Nachwuchskräfte, vor allem Absolventen des Studienganges Soziale Arbeit und Erzieher. In der Woche des Jugendamtes möchte die Stadt Herne zeigen, wie spannend und vielfältig die Arbeit im sozialen Bereich ist. In der Zeit vom Mittwoch, 4. Oktober bis Freitag, 13. Oktober 2017 wird es verschiedene Pressetermine und einen Schnuppertag für Oberstufenschüler geben.

pk_auftakt_woche_jugendamt_copyright_Thomas_Schmidt_Stadt_Herne_002Nicht nur Arbeit mit kleinen Kindern

Von der Arbeit mit Kleinkindern über Familien bis hin zur Unterstützung von Erwachsenen – die Aufgaben des Jugendamtes sind breit gefächert. Wie die Arbeit konkret aussieht, stellen Mitarbeiter aus sieben verschiedenen Bereichen vor und erzählen, warum sie sich für diese Aufgaben entschieden haben. Die Aktion gehört zu der landesweiten Kampagne „Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt“. Seit 2011 präsentieren sich die Jugendämter jedes Mal mit verschiedenen Schwerpunkten. In diesem Jahr geht es darum, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen.

„Jugendämter sind gesellschaftliche Seismographen“

Zum Auftakt stellen Dezernentin Gudrun Thierhoff und Annette Frenzke-Kuhlbach, der Leiterin des Jugendamtes, die Aktion der Öffentlichkeit vor. „Jugendämter sind gesellschaftliche Seismographen. Sie bekommen als erste mit, was in der Gesellschaft passiert, zum Beispiel dass viele Flüchtlinge nach Herne kommen“, erklärt Thierhoff. Gerade deswegen würden die besten Mitarbeiter gebraucht. „Wir sind daran interessiert, viele gute und kompetente Mitarbeiter zu finden. Unter anderem bauen wir die Kindertagesbetreuung, den Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst und andere Bereiche aus“, so Thierhoff.

Mehr Schulsozialarbeiter für Herne

Nicht immer wird der soziale Bereich als interessanter Arbeitgeber wahrgenommen. „Das Jugendamt ist oft vor allem mit Kinderschutzfällen in der Öffentlichkeit. Wir wollen das negative Image aufheben und zeigen, wie attraktiv die Arbeit im Jugendamt ist“, so Frenzke-Kuhlbach. „Es ist immer schwieriger, Personal zu finden.“ Das liegt daran, dass derzeit viele umliegende Städte ebenfalls Personal suchen und daran, dass immer mehr Mitarbeiter benötigt werden. Vor allem Erzieher für die Kitas, für die Kleine Kita und Sozialarbeiter für den Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst oder die Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge werden gebraucht. Die Stadt Herne baut ihre Schulsozialarbeit aus und sucht für diese Stellen ebenfalls Personal. Waren noch vor einigen Jahren zehn Schulsozialarbeiter an Herner Schulen aktiv, sind es inzwischen 40 bis 50.

Frühzeitig helfen spart Geld

„Das Spektrum der Sozialarbeit ist gewachsen. Wir bieten verschiedene ambulante Leistungen, manche Hilfen wie die Eingliederungshilfen und Hilfen bei drohender seelischer Behinderung sind neu“, weiß Frenzke-Kuhlbach. Die Stadt Herne setzt aber schon an, bevor Probleme auftreten, etwa mit Willkommensbesuchen nach der Geburt eines Kindes und durch Familienbildung. „Herne ist eine Kein-Kind-Zurücklassen-Kommune“, so die Leiterin des Jugendamtes, „Wir haben erkannt, dass es sinnvoll ist, frühzeitig in Prävention zu investieren, um später Kosten zu sparen.“

Bewerbungen gerne gesehen

Obwohl Fachkräfte knapp sind, möchte Thierhoff nicht auf Quereinsteiger oder ungelerntes Personal zurückgreifen: „Wir haben einen ganz hohen Anspruch an die Qualität der Bildung der Kinder. Man kann mit Familien keine Experimente machen.“ Statt dessen möchte sie junge Menschen darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt, Erzieher oder Fachkraft der Sozialen Arbeit zu werden. Wer die Arbeitsfelder bei einem Praktikum kennen lernen möchte oder wer sich initiativ bewerben will, kann das per E-Mail über personal@herne.de tun.

Nina-Maria Haupt