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Lebensqualität gemeinsam gestalten

Dezernentin Gudrun Thierhoff im Interview

Iterview mit Dezernentin Gudrun Thierhoff © Thomas Schmidt, Stadt Herne

inherne: Warum ist es so wichtig, dass viele Institutionen für Familien in Herne eng zusammenarbeiten?

Thierhoff: Wir verstehen uns in Herne als Chancen-Stadt. Wir wollen, dass für Jeden von Anfang an Chancen da sind, gut aufzuwachsen. Dafür ist der Aufbau von nachhaltigen Präventionsketten wichtig, die sich durch alle Lebensphasen und –bereiche ziehen, von Babys bis ins hohe Alter. Dafür müssen wir uns gut vernetzen, nicht nur innerhalb der Stadtverwaltung, sondern auch mit anderen Akteuren in Herne.

Dezernentin Gudrun Thierhoff im Interview.

Dezernentin Gudrun Thierhoff im Interview.

inherne: Die Präventionskette soll verhindern, dass etwas schief geht und Kinder durch das Netz rutschen, das sie in allen Lebenslagen unterstützen soll…

Thierhoff:  Wir wollen durch Partizipation alle mitnehmen. Das bedeutet, dass wir unsere Konzepte gemeinsam mit allen Beteiligten entwickeln, damit wir nah an den Bedürfnissen der Bürger sind. Mit dem Familienbericht haben wir schon vor Jahren ein Monitoring auf den Weg gebracht, das uns hilft, diese Präventionsketten zu entwickeln und zu gucken, welche Bedarfe Familien in Herne haben und wo Übergänge sind, auf die wir besonders achten müssen.

inherne: Was für Übergänge sind das zum Beispiel?

Thierhoff: Es sind Übergänge zwischen Institutionen und zwischen Bildungsphasen, zum Beispiel zwischen Tageseltern und Kita, zwischen Kita und Schule oder beim Übergang von der Schule in den Beruf. Aber auch in der gleichen Lebensphase nehmen verschiedene Institutionen ihre gemeinsame Verantwortung wahr: Für junge Familien sind das unter anderem Familienhebammen, das Familienbüro und Tageseltern. An diesen Stellen arbeiten immer mehrere Institutionen zusammen und bilden eine Verantwortungsgemeinschaft.

inherne: Woran arbeitet die Stadt Herne gerade in Sachen Familien?

Thierhoff: Die Stadt Herne nimmt am Landesprogramm „Kommunale Präventionsketten“ teil, ehemals KeKiz (Kein Kind zurücklassen). Wir haben ein Präventionsleitbild entwickelt als Grundlage für die Zusammenarbeit. Herne hat eine gute Tradition in der Kooperation von verschiedenen Einrichtungen, in Vernetzung und gegenseitigem Vertrauen. Wir führen nun die Themen Bildung und Gesundheit im Kontext von Familien zusammen.

inherne: Und was wird in den nächsten Jahren noch kommen?

Thierhoff: Die Lebensumstände von Familien verändern sich immer, wir müssen das nachhaltig gestalten und schauen: Was verändert sich und was bedeutet das für die Menschen? Was müssen wir an dieser Stelle tun? In Herne haben wir eine sehr unterschiedliche Bevölkerung, für die wir Lebensqualität miteinander gestalten müssen. Wir wollen den Bürgern mehr Beteiligung ermöglichen und Formate dafür entwickeln, dass Bürger mitgestalten können. Wir wollen wissen: Was möchten Sie tun? Was brauchen Sie, damit wir unsere Stadt als Lebensraum gut gestalten?

Das Interview führte Nina-Maria Haupt