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Mit Neugier und Begeisterung in die Zukunft

Neujahrsempfang 2018

Der Ratssaal, an diesem Tag ein Festsaal, war gut gefüllt. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Rund 500 Personen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hatte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda zum dritten Neujahrsempfang nach 2016 ins festlich beleuchtete Rathaus geladen. Dr. Dudda ließ in seiner Rede das vergangene Jahr Revue passieren und skizzierte die wichtigsten Vorhaben für 2018 und darüber hinaus. Danach gab es genügend Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

  • Verkörpert die Dynamik von Herne: Das Gospel-Projekt. ©Carola Quickels

Mit dabei waren auch einige Bürgerinnen und Bürger, die im Losverfahren eine Eintrittskarte gewonnen haben. Bereits weit vor 19 Uhr strömten die Gäste in die Flure des Rathauses und vor allem in den festlich geschmückten Ratssaal, in dem Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda seine Gäste offiziell willkommen hieß.

Als Motto für 2018 gab der Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda „Neugier, Offenheit, Begeisterung“ an. In geselliger Runde ließen sich die Gäste die Snacks der Konditorei Wiacker schmecken und nutzen die Gelegenheit zum Netzwerken.

Der Spirit des neuen Ruhrgebiets

Das Rathaus war wie schon im Vorjahr in den Farben des neuen Logos in Grün und Blau und Gelb illuminiert. Extra zur Veranstaltung wurden die Kronleuchter im Ratssaal auf Hochglanz gebracht, was zuletzt vor 20 Jahren geschah. Alles begann mit dem Lied „Feeling good“ von Lewin Blümel von Gospel Projekt Ruhr. Er gab die Stimmung vor, die dann durch das von Dudda ausgegebene Motto „Neugier, Offenheit, Begeisterung“ weiter getragen wurde. Die Rede des Oberbürgermeisters dauerte 35 Minuten – akzeptabel angesichts der langen Liste der im Jahr gestarteten und abgeschlossenen Projekte und der Vorhaben für die Zukunft. „Warum kommt Herne aus der Kurve?“ fragte der Oberbürgermeister und lieferte auch gleich die Antwort: Die Niederlassung von Duvenbeck und UPS. „Am Kanal nimmt UPS eine neue Einrichtung in Betrieb, Duvenbeck hat den Weg nach Herne gefunden und den Traum unserer Stadt erfüllt, nämlich Logistik anders zu gestalten. Mit Schiene, Lastwagen und Digitalisierung.“ Der Bau des Technischen Rathauses: „Das Technische Rathaus haben wir eröffnet. Woanders werden Rathäuser abgerissen – wir bauen ein neues und haben eines der modernsten Rathäuser im Revier geschaffen.“  Das Vorhaben auf dem RAG-Gelände. Der Dienstleistungspark Schloss Strünkede. Die Hertie-Immobilie („Der härteste Job der Stadtgeschichte. Aber ich glaube, er wird gelingen.“) Und alle diese Vorhaben und Pläne drücken eines aus: „Der Spirit, der Geist, das Tempo des neuen Ruhrgebiets werden hier sichtbar.“

Rede-Zitate

Der Revierpark Gysenberg: „Passt zum Motto der grünen Infrastruktur. Dort gelingt uns ein kompletter Neuaufbruch. Wir machen grün – nicht nur, indem wir Parks sanieren. Grüne Infrastruktur ist mehr: Technik und Innovation.“

Innovation City: „Damit können wir grüne Stadtentwicklung machen, Dynamik in die Stadt bekommen.“

City-Center: „Wir haben neue Partner. Herr Engler hat mit versprochen, dass endlich die Fassade vom Citycenter wegkommt, es soll wieder gut aussehen.“

An die Vertreter der Wohnungswirtschaft gewandt: „Wenn Sie Wohnungen erneuern, tun Sie der Stadt etwas Gutes, Sie tun Ihrem Eigentum etwas Gutes und Sie tun etwas fürs Klima.“

Zu Gospelprojekt Ruhr und dem geplanten Gospel-Center: „Verkörpert den Geist, den wir uns für Herne wünschen.“ Eine Gruppe des Gospelprojekts sorgte auch für den musikalischen und tänzerischen Schlussakkord.

 Gelände General Blumenthal: Dort siedelt sich Stadler an, aber es wird viel mehr: Dort soll ein neuer moderner Gewerbepark entstehen, Flächenrecycling.

Erfreut zeigte sich das Stadtoberhaupt, den neuen türkischen Generalkonsul, Sener Cebeci, zu begrüßen. Vor dem Hintergrund, dass in der vergangenen Woche der Bürgermeister von Hernes türkischer Partnerstadt Besiktas-Istanbul suspendiert worden ist, erklärte er, dass er sich gerne mit dem Generalkonsul auch zu diesem Thema austauschen werde. Gelegenheit dazu gibt es bereits in wenigen Tagen, wenn sich beide zu einem Gespräch treffen werden.

Der OB kündigte an, die Aktion „Herne blitzblank“ von Stadt und entsorgung herne erneut zu intensivieren. „Wir brauchen mehr Abfallkörbe in unserer Stadt und mehr Beutel für Hundekot“, so der OB. Auch neue Lösungen, mit denen Raucher ihre Zigarettenstummel entsorgen können schweben Dr. Dudda vor. Damit traf er den Nerv der Zuhörerschaft, die seine Ausführungen dazu mit viel Beifall quittierte.

Erneut forderte der Oberbürgermeister: „Wir müssen uns global vernetzen“ und verwies auf die zunehmenden Kontakte mit chinesischen Delegationen.  „Wir wollen den Überraschungseffekt ausnutzen, wenn Chinesen einen einladen, dann muss man ihnen zeigen, welches Glück sie haben, Herne kennen zu lernen.“

  • Das Herner Rathaus erstrahlt in bunten Farben. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Drei neue Vorhaben für Herne

„Das Schiff hat Fahrt aufgenommen“, so der OB. „2017 war ein gutes Jahr. Jetzt haben wir noch Platz für neue Crew-Mitglieder.“ Und er führte eine Reihe von Vorhaben auf, unter anderem das Gospel-Center. Drei Projekte hob er hervor: Das Unternehmen „Wewole“ mit seinen Plänen, Horsthausen ein neues Gesicht zu geben. Und die bereits realisierte Gründung des Innovationscenters.ruhr, das im zweiten Halbjahr 2018 auf dem ehemaligen Reckli-Gelände am Herner Bahnhof eröffnet werden soll. Ein Campus, auf welchem mittelständische Unternehmen, Hochschul-Absolventen, Spezialisten, Wissenschaftler und Studenten in einer Kreativität stimulierenden Arbeitsumgebung zusammen kommen sollen. Außerdem verriet Dr. Dudda, das demnächst in Herne das Deutsch-Chinesische Bildungswerk seinen Sitz in Herne haben wird. Mehr wolle er dazu noch nicht sagen.

Die Stadtgesellschaft

Zustimmung, ausgedrückt durch kräftigen Applaus, gab es als Dr. Dudda mit klaren Worten darlegte, was  – nicht nur aus seiner Sicht – in der Herner Stadtgesellschaft keinen Platz haben darf: Parallelgesellschaften, parallele Rechtsordnungen, die Beleidigung von Minderheiten, und das Missachten von Frauenrechten. Dem stellte er das Bild des Miteinanders statt des Gegeneinanders gegenüber, in dem Religion, Herkunft und Alter in den Hintergrund treten und nur der Einsatz für die Stadtgesellschaft zählt. „Für uns steht der Mensch im Mittelpunk“, betonte Dr. Dudda gegen Ende seiner Rede.

          Besucherstimmen

Die Begeisterung, die Dr. Dudda als Motto ausgegeben hatte, drückten auch die Gäste aus – jeder unterschiedlich auf seine Weise:

„Ich bin nun zum dritten Mal beim Neujahrsempfang. Hier geht es auch um sehen und gesehen werden. Ich habe viele alte Bekannte getroffen. Eine tolle Veranstaltung“, sagt die Marketing-Managerin Iris Anders.

Aber auch Kirsten Weber, Mitglied des Personalrats der Stadt Herne, lobt den Neujahrsempfang: „Ich finde es ausgesprochen gut, dass der Neujahrsempfang im Rathaus veranstaltet wird. Das passt einfach.“

Fast schon Exoten unter den Gästen ist das Herner Stadtprinzenpaar Martina I. und Hilmar I. der 1. Herner Karnevalsgesellschaft. „Wir lernen hier viele Leute kennen und treffen Bekannte. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Martina I. über den Empfang im Herner Rathaus.

Text: Nina Haupt, Anja Gladisch, Christoph Hüsken, Horst Martens.