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Neuer Koch und neue Auszeichnung

Neuerungen im Parkrestaurant

Die vegetarische Vorspeise: Marinierte Gemüse in Tomaten-Auberginnenkompott, Kichererbsenkrokette und Joghurt. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne Eine weitere vegetarische Vorspeise: Marinierte Gemüse in Tomaten-Auberginnenkompott, Kichererbsenkrokette und Joghurt. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Zum zweiten Mal in Folge hat es das Parkrestaurant unter die 500 besten Restaurants Deutschlands geschafft. Der Feinschmecker attestierte dem neuen Chefkoch Thorsten Brodal einen eindrucksvollen, modernen und kreativen Kochstil. Damit hat Brodal, der seit dem 1. Juni 2018, dem bisherigen Küchenchef Suvad Memovic nachfolgt, direkt einen guten Start. Eine weitere Auszeichnung bekam Geschäftsführer Jan Hendrik van Dillen am Dienstag, 2. Oktober 2018, überreicht: Die internationale Feinschmecker-Vereinigung Chaîne des Rôtisseurs nahm ihn auf und zeichnete sein Restaurant mit einer Plakette aus.

  • Die „Gute Stube“ ist nun neues Mitglied der gastronomischen Gesellschaft „Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs“ © Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Der Gast soll zufrieden sein“

Ob Rehrücken mit Pfifferlingen, geräucherter Heilbutt mit Taschenkrebstatar oder Kichererbsenkrokette mit Tomaten-Auberginenkompott, schon auf den ersten Blick machen die sorgfältig drapierten Gerichte Eindruck. Auch geschmacklich können die Kreationen von Thorsten Brodal punkten, die er für die neue Abendkarte entwickelt hat. Für Vegetarier hat er eigene Gerichte zu einem Menü zusammengestellt, die mit den Fleischgerichten problemlos mithalten können. „Mir ist es wichtig, frische Produkte zu verarbeiten. Der Gast soll zufrieden sein mit dem Essen und dem Service“, erklärt Brodal sein Konzept. Nach Möglichkeit verwendet er regionale und saisonale Produkte, aber besondere Zutaten können auch eine weitere Anreise hinter sich haben. Seinen Stil beschreibt der neue Küchenchef als „klassisch französisch, aber modern interpretiert, leichter und regionaler“.

Seine Ideen gehen oft von den Zutaten aus: „Man sieht ein Produkt und überlegt: Was kann ich Schönes daraus machen? Man probiert aus, spricht mit Kollegen, probiert weiter.“ Wichtig sind ihm dabei die Frische und der richtige Umgang mit den Produkten. Dann sei es auch nicht schwer, etwas Leckeres daraus zu machen. „Es ist nicht schwer, selbst zu kochen“, findet der 41-Jährige. Privat isst er gerne einfache, herzhafte Gerichte: Rinderrouladen, Sellerie, Klopse dürfen es gerne sein. Allerdings sei ihm in seinen beruflichen Stationen wichtig, immer weiter dazu zu lernen und sein Bestes zu geben.

Vom Land ins Ruhrgebiet

Zehn Jahre lang war Brodal Küchenchef im Zwei-Sterne-Restaurant Haus Sackmann in Baiersbronn, dann in der Uckermark, nun hat ihn die neue Herausforderung im Parkrestaurant ins Ruhrgebiet gelockt. „Ich habe eigentlich immer auf dem Land gelebt und gearbeitet.“, so Brodal, der mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern ins Herz des Ruhrgebiets gezogen ist. „Ich kannte das Ruhrgebiet nicht, aber ich bin zufrieden. Es gibt erstaunlich viele Parks und grüne Flächen.“

Das Restaurant macht das Hotel einzigartig

Auch van Dillen zeigt sich zufrieden: „Ich bin froh, dass Herr Brodal da ist, er hinterlässt keine Lücke und füllt die Fußstapfen seines Vorgängers mehr als aus.“ Die gehobene Küche des Parkrestaurants runde das Gesamtprodukt Parkhotel ab. Aber auch Fans der bodenständigen Küche sollen im Stadtpark an der Schaeferstraße auf ihre Kosten kommen. So gibt es im zweiten Restaurant des Hauses, dem Stübchen, eine einfachere Karte mit Schnitzeln und klassischen Gerichten. „Das tägliche Brot ist das Zigeunerschnitzel im Stübchen. Alles andere macht das Hotel einzigartig. Es ist schön, dass das Konzept gut angenommen wird“, so van Dillen.

Mehrere Restaurant-Tester zu Gast

Das überzeugte offenbar auch die Tester des Feinschmeckers, denn sie bewerteten das Parkrestaurant besser als die Häuser in den Nachbarstädten. Womöglich kommen eines Tages weitere gute Nachrichten aus dem Parkrestaurant, denn vor Kurzem aßen gleich zwei Restauranttester an einem Tag in Herne, einer vom Guide Michelin und einer von Guide Millaud. Allerdings: „Wir kochen nicht für die Restaurantführer“, stellt der Geschäftsführer klar, „Die Erwähnung in Restaurantführern ist die logische Konsequenz unerer täglichen Arbeit.“ Wobei die Erwähnung im Feinschmecker neue Gäste nach Herne geholt hat, denn viele würden zu den vorgestellten Restaurants reisen, um dort zu essen.

Aufnahme in traditionsreiche Vereinigung

Die Aufnahme in die Vereinigung Chaîne des Rôtisseurs sieht van Dillen ebenfalls als Bestätigung für die Arbeit seines Teams. „Für uns ist es eine Auszeichung, dass uns eine Mitgliedschaft angetragen wurde, weil wir eine gehobene Gastronomie sind.“ Die weltweit rund 25.000 Mitglieder haben sich das Ziel gesetzt, Küchenkunst und Tafelkultru zu fördern. Sowohl Profis aus der Gastronomie als auch Feinschmecker sind Teil der Vereinigun, die 1950 gegründet wurde und sich auf eine Tradition der Gilde französischer Gänseröster von 1248 beruft. Um eine Mitgliedschaft kann man sich nicht bewerben, sondern bekommt sie angetragen, erklärt Günther Naroska, der gemeinsam mit seiner Frau Ingrid Barbara Seite-Naroska die Bronzetafel für Mitglieder an van Dillen überreichte. „Man wird durch medien und Freunde auf Personen im Profi-Bereich aufmerksam, isst dort und gegebenenfalls wird eine Mitgliedschaft angetragen“, so Seite-Naroska. Auf das Parkrestaurant wurde sie durch den bisherigen Küchenchef Memovic aufmerksam. Nun nehmen sie und andere Mitglieder den Besuch in Herne zum Anlass, das Ruhrgebiet weiter zu erkunden.

Hotel erfolgreicher als zuvor

Auch vom angeschlossenen Hotel gibt es gute Neuigkeiten. So ist der Umbau abgeschlossen und die Klassifizierung zum Vier-Sterne-Hotel steht bevor. „Die Auslastung geht steil nach oben. Wir sind neuerdings auch über booking.com zu buchen und man merkt, dass online viele Buchungen hereinkommen.“ Die nun 71 Zimmern des Hotels seien im September zu 76 Prozent ausgelastet gewesen und damit im Ruhrgebiet ganz weit vorne.

Nina-Maria Haupt