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„Pupsi und Stinki“ beim Vorlesetag

Zum bundesweiten Vorlesetag am Freitag, 17. November, wird überall in Deutschland an jedem denkbaren Ort vorgelesen. In Herne liefen diverse Vorleseaktionen für Kinder … und für Erwachsene. Das Stadtmagazin hat sich exemplarisch eine Veranstaltung ausgesucht – und stieß auf eine wirklich besondere Veranstaltung.

Michael Barszap und seine Mitarbeiterinnen von der Gesellschaft zur Förderung der Integrationsarbeit in Herne (gfi) hatten die Kinder der Familienzentren Dreifaltigkeit und Regenkamp ins „O“ an der Overwegstraße eingeladen. Vorgestellt wurde nicht nur ein spezielles Buch, sondern auch besondere Vorleser.

  • Zeichner Jörn Stollmann, Bürgermeisterin Andrea Oehler und gfi-Geschäftsführer Michael Barszap. ©Horst Martens, Stadt Herne

Im Mittelpunkt stand das neu erschienene Buch „Pupsi und Stinki“ des deutschen Bestseller-Autors Sebastian Fitzek. Der Schriftsteller ist allerdings nicht bekannt durch besonders liebevolle und erzieherisch wertvolle Kinderbücher, sondern als Verfasser vertrackter Psychothriller. Jetzt hat er für sich entschieden, auch mal ein Kinderbuch herauszugeben. Doch Kinder sind am ehesten durch farbige Zeichnungen zu fesseln. Es sollte also ein Bilderbuch werden. Da nutzte Fitzek die Talente eines Herner Künstlers, nämlich des Zeichners Jörn „Stolli“ Stollmann. Und beide haben ein grandioses Buch produziert, dass mit einem Tabu bricht: Es geht nämlich um das „Pupsen“, um in der Kindersprache zu bleiben.

Wie Zeichner und Bestseller-Autor zueinander fanden …

Stollmann (35) hatte Fitzek vor sechs Jahren mal angeschrieben, weil nicht nur er, sondern seine Frau vom Bestseller-Autor begeistert waren, und ihm ein Kaffeehaus-Treffen bei seiner nächsten Lesung in Herne vorgeschlagen. Zu dem Treffen kam es, auch nachdem Stollmann bei der Lesung in der Buchhandlung technische Unterstützung leistete, als es zu Problemen bei der Mikrofonanlage kam. Und auf diese Weise kam die Zusammenarbeit zustande, die sich nicht nur in diesem Buch äußert, sondern auch in einem Spiel, das sie gemeinsam mit dem Spieleautor Marco Teubner herausgegeben haben (SafeHouse). Zu der Lesung im „O“ kam es auch nicht ganz zufällig, schließlich arbeitet Stollmann schon seit einiger Zeit mit der gfi zusammen und gestaltete für die Gesellschaft das grüne gfi-Männchen.

Stollmann hat einen dreijährigen Sohn – weiß also genau, wie man Kinderherzen erreichen kann. Das trifft auch auf die andere Vorleserin zu, Bürgermeisterin Andrea Oehler, deren Vorlese-Erfahrung aus der Zeit stammt, als der Nachwuchs noch klein war. „Ich habe einen neun Monate alten Enkel“, erzählt sie, „und ich kann es kaum erwarten, dass ich ihm endlich vorlesen kann.“

Aus „Pupsi und Stinki“ lasen Oehler und Stollmann im Wechsel, nachdem Stollmann unter Mitwirkung der Kinder „Stinki“ auf die Flipchart gemalt hatte. Das Buch beinhaltet folgende Handlung: Der kleine Paul wird in der Kita gehänselt, weil ihm ständig geräuschvolle und stinkende Pupse entfahren. Doch dann findet „Pupsi“, wie er bald genannt wird, einen ganz besonderen Freund: Ein Stinktier namens „Stinki“, das einen schlimmen Makel hat: Es kann nicht auf Kommando stinken!

Andere Vorleseaktionen

Auch die Stadtbibliothek Herne hatte Vorleseaktionen gestartet. Und an der Realschule an der Burg las Alt-Oberbürgermeister Horst Schiereck vor einer Willkommensklasse aus „Als die Raben noch bunt waren.“ Um einige Beispiele zu nennen.

Initiatoren des Vorlesefestes sich „Die Zeit“, „Stiftung Lesen“ und „Deutsche Bahn Stiftung“. Der Aktionstag, der in diesem Jahr zum 14. Mal veranstaltet wird, folgt der Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Dieser Tag soll Freude am Lesen und Vorlesen wecken, denn gerade für Kinder aus bildungsfernen Familien ist das Vorlesen eine Voraussetzung für Bildungsfähigkeit.

Horst Martens