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„Ronaldo und Julia“ gratulieren zum 15. Geburtstag

Mondpalast

"Die Schalker", lauthals im Bühnenstück "Ronaldo und Julia" am 22. Januar 2019 im Wanner Mondpalast. ©Michael Paternoga, Stadt Herne

„Ronaldo und Julia“ – es konnte kein anderes Stück sein, das zum 15. Geburtstag des „Mondpalastes“ den Weg zurück auf die Bühne fand.

Ausgestattet mit Schals und Trikots konnten die Fans die Aufführung zum Jubiläum kaum erwarten. Und die Besucher wurden nicht enttäuscht. Von der ersten Spielminute an fesselte die Fußballkomödie das Publikum und stellte einmal mehr unter Beweis: Wer die Menschen im Ruhrgebiet kennen lernen will, muss in den „Mondpalast“ von Wanne-Eickel. Christian Stratmann würde diesen Satz sicherlich sofort unterschreiben, schließlich war er es, der 2004 das Abenteuer Volkstheater startete und zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte: „Ich erinnere mich noch gut an die Premiere, damals hat es auch geschneit.“

Steckt Julia noch im Stau?

Vor 15 Jahren schafften es allerdings alle Schauspieler pünktlich zur Vorstellung. Das war bei der Geburtstags-Veranstaltung nicht der Fall. Ausgerechnet Corinna Ketter, die eigentlich die Julia spielen sollte, machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Was hinter der Bühne wahrscheinlich hektisches Treiben auslöste, sorgte im Nachhinein für einen unvergesslichen Abend an der Wilhelmstraße. Denn nun schlüpfte Andreas Wunnenberg in die Rolle – und zur Freude der Zuschauer auch in die Kleider – der Julia. Unter diesen Umständen verwunderte es nicht, dass sich die Annäherung zwischen der BVB-Tochter Julia und ihrem Schalke-Verehrer Ronaldo (Dominik Brünnig) zu ganz besonderen Szenen entwickelte. So gestand Ronaldo seinem Schalke-Kumpel Luis Volkner sogar: „Ich habe mich in Andreas verliebt.“ Somit war klar, auch die Schauspieler auf der Bühne hatten ihren Spaß.

  • Verpflegung für die Halbzeitpause im Stück „Ronaldo und Julia“. ©Michael Paternoga, Stadt Herne

„Letzte Inszenierung“ mit vielen Überraschungen

Genau diese Marschroute hatte zuvor bereits Thomas Rech ausgegeben. „Zum 15. Geburtsgag dürfen sich heute alle so verhalten, als ob es sich um eine Derniere handelt.“ Im Gegensatz zu einer Premiere ist eine Derniere die letzte Inszenierung an einem Theater. „Und hier können schon mal ein paar Überraschungen versteckt sein“, gestand der Autor und Schauspieler gleich zu Beginn. Und er sollte nicht zu viel versprechen. Alleine seine Einlagen als Michael Gerkens (eigentlich gespielt von Wunnenberg), der es mit seinem „Bauchsparvertrag“ auf die Julia abgesehen hatte, waren köstlich. Seinen Part übernahm zwischendurch Corinna Kettler, die es anscheinend doch durch den Schnee geschafft hatte. Oder war sie womöglich gar nicht zu spät dran und doch die ganze Zeit schon im Mondpalast? Wie gesagt, das Ensemble hatte sich so einiges einfallen lassen.

Ingo Anderbrügge sitzt im Publikum

Begeistert schien auch Ingo Anderbrügge. Der ehemalige Fußball-Profi ist einer der wenigen Spieler, die im  Trikot von Schalke 04 und Borussia Dortmund aufliefen. Und genau um die Feindschaft dieser beiden Vereine dreht sich ja die Geschichte von „Ronaldo und Julia“. Ein junges Paar aus beiden Fanlagern verliebt sich ineinander und stellt das jeweilige Familienleben auf eine harte Probe. Das Stück wurde inzwischen mehr als 1000 Mal auf der Bühne gezeigt und ist nicht nur für jeden Fußballfan ein Muss. Zu den Stammgästen im „Mondpalast“ gehört natürlich auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda: „Hier wurde wirklich Pionierarbeit geleistet. Es fiel viel Glanz auf Wanne-Eickel und Herne. Seit 15 Jahren ist der Mondpalast ein Magnet und vermittelt ein Stück Heimat. Es lohnt sich also wiederzukommen.“ Und viele sind seit 2004 wiedergekommen. Rund eine Millionen Besucher konnte der Prinzipal Stratmann inzwischen begrüßen. Eine Zahl mit der er wahrscheinlich am Tag der ersten Premiere noch nicht gerechnet hatte. „Damals haben wir es sogar in die Tagesthemen mit Ulrich Wickert geschafft“, erinnert sich Stratmann. Auch zum 15. Geburtstag rückte das Fernsehen an. Es gab kurz vor dem ersten Vorhang eine Live-Schaltung in die Lokalzeit Ruhr.