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Start frei für die Stadt in der Stadt

Der Shamrockpark - von der Mietwohnung bis zum World-Trade-Center

FAKT-Chef Hubert Schulte-Kemper erläutert seine ambitionierten Vorhaben. Rechts lauscht Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda den Ausführungen. ©Frank Dieper, Stadt Herne. FAKT-Chef Hubert Schulte-Kemper erläutert seine ambitionierten Vorhaben. Rechts lauscht Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda den Ausführungen. ©Frank Dieper, Stadt Herne.

Die „Stadt in der Stadt“ auf dem ehemaligen RAG-Gelände kann Wirklichkeit werden. FAKT-AG-Chef Hubert Schulte-Kemper und RAG-Vorstandsvorsitzender Bernd Tönjes besiegelten im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda und Vertretern aus Politik und Wirtschaft in der historischen Mulvany-Villa die Eigentumsübergabe per Handschlag: Der „Shamrockpark“ ist im Werden.

Die Fakt-AG ist nun Eigentümer eines 100.000 Quadratmeter großen Geländes, auf 55.000 Quadratmetern davon stehen Immobilien. Das „Headquarter“ der RAG und die Mulvany-Villa sind die bedeutendsten Gebäudeteile. „Die Flächen bilden eine wichtige Herzkammer in der Innovation-City Herne“, so Schulte-Kemper – 40.000 Quadratmeter sollen neu bebaut werden. Er skizzierte sein Vorhaben und erstaunte mit seinen Ideen das Publikum. Zahlreiche ambitionierte Projekte sollen dort entstehen – „in der richtigen Größenordnung für diese Stadt“. Das markanteste Gebäude: „Wir wollen ein Bürogebäude bauen, welches wir World Trade Center nennen.“ Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda würde allerdings, wie er später ausführte, einen anderen Begriff bevorzugen: „Handelscenter“.

Familienfreundlicher Wohnungsbau

  • Der Investor und Projektentwickler: Hubert Schulte-Kemper. ©Frank Dieper, Stadt Herne.

Außerdem plant das Unternehmen die Installation eines Inkubators  – als Grundstock für die Zusammenarbeit von E-Mobilität-Projekten. Weil Server in Zukunft bedeutender würden als Stromerzeuger, soll auch ein Rechenzentrum Teil dieser vielgestaltigen Planung werden. Ferner will Schulte-Kemper in den „familienfreundlichen sozialen“ Wohnungsbau investieren. In 30 bis 40 Reihenmiethäusern- 102 Quadratmeter Wohnfläche, 200 Quadratmeter Grundstück – könne eine Miete von 5,50 Euro pro Quadratmeter erhoben werden. Für die älteren Interessenten plant Schulte-Kemper „Glückauf“-Seniorenresidenzen, angeschlossen auch eigene Demenzwohnbereiche. Darüber hinaus natürlich eine große Anzahl von Eigentumswohnungen und alles barrierefrei.

Gastronomie, Bildung, Internationalität

Auch einige Mietverträge sind im Stadium der Realisierung – zum Beispiel eröffnet zum 1. April ein rund 3.000 Quadratmeter großes Business-Center. Zum gleichen Zeitpunkt geht ein Drei-Sterne-Gästekonferenzzentrum in der Mulvany-Villa an den Start. Mit einem weiteren Unternehmen soll eine Bildungslizenzgesellschaft gegründet werden – für junge Menschen ohne Ausbildung. Gleichzeitig gibt sich der Shamrockpark grenzüberschreitend: „In der Frage der Internationalität streben wir eine Zusammenarbeit mit Ungarn an“, so Schulte-Kemper. Auch mit chinesischen Themen sei man unterwegs.  Schulte-Kempers schon vor vielen Jahren realisierte Idee, zum Europatag nicht nur ein festliches Konzert zu organisieren, sondern zu diesem Treffen auch eine größere Anzahl an Diplomaten einzuladen, soll nächstes Jahr wiederbelebt werden. Präsentiert wurden am Mittwoch, 24. Januar 2018, auch schon die Realisierer der Bauten, die Architekten Kohl und Koschany.

Wie will man in 20 Jahren leben?

Vorstandsvorsitzenden der RAG AG, Bernd Tönjes, betonte: „Ich freue mich, dass hier neue Perspektiven aufgezeigt werden. Das Vorhaben passt in die Aufbruchsstimmung. Wir haben die Gründer-Tradition.“ Im Hinblick auf den irischen Gründervater sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda: „Mulvany hat aus dem Dorf Haranni eine richtig gute Großstadt gemacht. Was macht das Urbane aus: Und das ist das Einzigartige. Wir bauen hier nochmal eine Stadt in der Stadt. Die richtige Mischung ist, nicht auf luxuriöse Appartements zu setzen, sondern sich zu fragen: Wie will man in 20 Jahren leben? Hier wollen vor allem Familien mit Kindern leben – in Wohnformen, die attraktiv und finanzierbar sind. Hier ist alles auf einem Gelände: Arbeiten, Wohnen, kurze Wege, Kindergarten. Das Ganze gespeist durch moderne Energie- und Mobilitätskonzepte.“

Horst Martens