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STEAG baut eines der effizientesten Kraftwerke der Welt in Herne

Größte Investition der städtischen Wirtschaftsgeschichte

Derzeitiges Kraftwerk am Rhein-Herne-Kanal. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Die STEAG GmbH will an ihrem Standort am Rhein-Herne-Kanal ein hocheffizientes, gasbefeuertes Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung errichten. Mit dem Bau der modernen Gas- und Dampfturbinenanlage, die „einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ kosten wird,  soll 2019 begonnen werden. 2022 soll das Kraftwerk fertig gestellt werden.

Vertreter der STEAG GmbH stellten die Pläne gemeinsam mit der Stadt Herne vor. Für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda bedeutet der Bau „die wohl höchste Investitionssumme in der Wirtschaftsgeschichte der Stadt Herne“. „Wir wollen aus den Traditionen Renaissance produzieren. Als die STEAG an uns herantrat und sagte, es könne eine Renaissance des STEAG-Kraftwerkbaus geben, haben wir gesagt, das ist ein tolles Thema der grünen Infrastruktur, das passt perfekt in die Strategie ‚Raus aus der Kohle-Tradition, rein in die innovative Produktion eines Kraftwerkes“. Dudda weiter: „Wir sind froh über den ökonomischen Gewinn, über die Menschen, die in der Bauphase nach Herne kommen, als Ort der Beschäftigungssicherung, aber auch der ressourcenschonenden Innovation.“ Der Oberbürgermeister setzt auf Aufträge für die heimische Wirtschaft und das heimische Handwerk.

  • Pressegespräch STEAG Gas und Dampfkraftwerk. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Herne ist der Einspeisepunkt für die Fernwärmeschiene Ruhr der Städte Gelsenkirchen, Essen und Bottrop.  Daher sei Herne „für die Strom- und Wärmeerzeugung, aber auch für die Versorgung der Fernwärmeschiene sehr wichtig“, sagte Markus Hennes, Leiter Kommunikation der STEAG. „STEAG bedeutet ‚Steinkohle-Elektrizitäts-AG‘, aber wir können auch Gas“, betonte Hennes, „und das wollen wir hier demonstrieren.“ Das Kraftwerk bedeute eine zusätzliche Option, „wenn es vielleicht doch irgendwann mal einen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung gibt“. Hennes: „Wir können auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, weil die Emissionen deutlich geringer sind als bei Steinkohle.“

Viel High-Tec

Die Funktionsweise der Anlage erläuterte Projektleiter Oliver Welling: Erdgas wird verfeuert und treibt eine Turbine an, die Strom produziert. Die heißen Abgase erzeugen Dampf, die  als Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist wird. Diese Kraft-Wärme-Kopplung sei bis zu 25 effizienter, als bei einer ungekoppelten Produktion. „Dieses Kraftwerk“, so Welling, „wird eines der effizientesten der Welt sein.“ Um das Maximum an Effizienz zu generieren, werde es mit viel High-Tec gebaut.

400 bis 600 Mitarbeiter werden die Anlage errichten, erklärte Olaf Borck, Kraftwerksleiter in Herne, das sei für Hotels und Gasstätten zum Vorteil. Beim Verkehr werde es nur eine geringfügige Steierung geben.

Horst Martens