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Unser Mann auf dem Eis

Gordon Schukies ist Profi-Schiedsrichter

Gordon Schukies hat den Puck immer im Blick. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Die neue Saison beginnt für Gordon Schukies in Schwenningen bei den Wild Wings, zwei Tage später geht es zu den Augsburger Panthern. Die Experten wissen bei diesen Vereinsnamen längst Bescheid: Eishockey ist angesagt. Mit Schukies gibt es einen Herner mitten im Geschehen – als DEL-Schiedsrichter.

  • Der Herner Gordon Schukies ist Profi-Schiedsrichter im Eishockey. ©Frank Dieper, Stadt Herne

Nicht aus der Ruhe bringen lassen

Mit seinen 40 Jahren kann ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Und das ist auch gut so. „Man merkt natürlich schon, wenn plötzlich eine ganze Tribüne mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist und die Fans ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Aber davon darf man sich nicht anstecken lassen, man muss lernen, damit umzugehen“, so der gebürtige Herner, der sich längst nicht mehr auf dünnem Eis bewegt, wenn er die Arenen in ganz Deutschland betritt. Denn seit vier Jahren trägt er nicht mehr nebenberuflich die schwarz-weiße Kluft. Mit dem ersten Bully der neuen Spielzeit geht Schukies als Profi-Schiedsrichter inzwischen in seine fünfte Saison. Dieser Erfolg ist absolut bemerkenswert, da es in Deutschland aktuell nur sieben Profi-Schiedsrichter gibt. Bis zur vergangenen Saison waren es sogar nur drei, dann wurde aufgestockt. Für Schukies die richtige Entscheidung: „Das Spiel ist noch schneller geworden, alles im Eishockey wird noch professioneller. Als Profi kann man sich einfach noch besser auf seine Aufgabe konzentrieren.“

Zur WM nach Dänemark

Und Konzentration ist gefragt, denn nicht nur mit erlaubten Tricks versuchen sich die Spieler einen Vorteil zu verschaffen. Doch so leicht lässt sich Schukies nicht aufs Glatteis schicken: Als ehemaliger Verteidiger des Herner EV kennt er so ziemlich jede Masche, auf die ein Unparteiischer hereinfallen könnte. „Es ist natürlich schon ein großer Vorteil, wenn man selber gespielt hat“, ist sich Schukies sicher. „Doch ich bin kein Regel-Polizist. Für mich gibt es nicht nur schwarz oder weiß“, versucht der Herner schon vor der Zwei-Minuten-Strafe die richtige Ansprache zu finden und präventiv tätig zu werden. Dass ihm das in der Vergangenheit gut gelungen ist, zeigte sich nach der letzten Saison. Da gab es die erste Nominierung für eine Weltmeisterschaft. Schukies war in Dänemark der einzige Hauptschiedsrichter aus Deutschland. „Das war natürlich schon ein tolles Erlebnis.“

Peking 2020 der große Traum

Ein Erlebnis, das er gerne noch einmal wiederholen möchte. Er hätte auch nichts gegen einen Abstecher nach Peking. Dort finden 2022 die nächsten Olympischen Spiele statt. „Die Olympischen Spiele sind nicht nur für jeden Spieler, sondern natürlich auch für jeden Schiedsrichter das große Ziel. Einmal dabei zu sein, das wäre ein Traum.“ Etwas einfacher ist da der Weg in die Gysenberg-Halle. „Natürlich verfolge ich das Geschehen rund um den Verein. Da ich zeitgleich fast immer selber pfeifen muss, kann ich allerdings nur sehr selten vorbeischauen. In der vergangenen Saison ist mir das zweimal gelungen.“ Wer Schukies sehen will, muss also nach Schwenningen, Augsburg …

Michael Paternoga