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VHS-Kalender zeigt den etwas anderen Blick auf Herne

„12 für zwanig18″ – viele Menschen in Herne wissen sofort Bescheid, wenn sie diese Zahlen- und Buchstabenkombination lesen: Richtig. Die Hobbyfotografen der Volkshochschule sind erneut auf die Pirsch gegangen und überzeugen auch diesmal mit einem sehenswerten Kalender.

Fotografieren für ein karitatives Projekt

500 Exemplare haben die Mitstreiter um VHS-Dozent Christian Brehm drucken lassen. Mit anderen Worten: Fans des Kalenders sollten nicht zu lange warten, um sich mit den zwölf Motiven für das kommende Jahr einzudecken – insbesondere, weil Weihnachten vor der Tür steht. Wie in der Vergangenheit ist man mit 10 Euro dabei und unterstützt sogar ein karitatives Projekt. Der Reinerlös geht an Herner Kinder, die Gewaltopfer wurden und vom Weißen Ring Herne betreut werden. Mit der vergangenen Aktion wurden die Kinder im Frauenhaus Herne mit einer Gesamtsumme von 2044 Euro unterstützt. Allein aus diesem Grunde würde sich ein Kauf schon lohnen. Doch auch die zwölf Hobbyfotografen haben wieder ganze Arbeit geleistet und nach langer Auswahl das passende Motiv ausgewählt. Christian Brehm betont stets, dass es ihn immer wieder überrascht, mit welchen Details es den Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelingt, einen ganz besonderen Blick auf ihre Stadt zu werfen. Das war schon bei der Premiere unter dem Projektnamen „12 für zwanzig12 “ so und hat sich auch bei der siebten Auflage nicht geändert.

  • Ein Blick auf die Unterführung Von-der-Heydt-Straße. ©Kathrin Schulz

Kathrin Schulz hat es auf Graffitis abgesehen

Die meisten Akteure sind seit der ersten Stunde mit von der Partie. Diesmal gibt es allerdings auch einen Neuling: Kathrin Schulz findet ihr Gesicht zum ersten Mal auf dem Titelfoto. Und auch bezogen auf das Jahr muss die 36-Jährige nicht lange warten, bis ihre Fotografie in 500 Herner Haushalten zu sehen sein wird. Im März heißt ihr Motto „In loving memory …“ Die Jury – die aus den anderen elf Mitstreitern besteht – wählte ein Bild, das an der Unterführung im Bereich Von-der-Heydt-Straße / Grenzweg „geschossen“ wurde. Im Rahmen des Pottporus-Festivals entstand im Jahr 2013 durch viele Graffitikünstler ein beeindruckendes Werk. „Es erinnert an die Freunde der Sprayer, die in den vergangenen Jahren gestorben sind“, betont Kathrin Schulz und fügt hinzu: „Ich bin ein Fan von ansprechenden Graffitis, zumeist werden Graffitis ja negativ gesehen und als Schmierereien bezeichnet. Hier ist es anders und hat auch noch eine besondere Bedeutung.“ Eine besondere Bedeutung hat für die gebürtige Hernerin inzwischen auch das Fotografieren. Ihre erste Kamera hielt sie als Zehnjährige in den Händen, heute zieht sie zwei- dreimal im Monat los, um das passende Motiv im Sucher zu erhaschen. Wenn es das Wetter nicht zulässt, arbeitet sie auch in den eigenen vier Wänden an speziellen Projekten. „Aktuell fotografiere ich Seifenblasen, die ich zuvor eingefroren habe. Das ist schon recht aufwendig, aber auch spannend“, sagt Kathrin Schulz mit Blick auf die Makrofotografie. Auch Menschen setzt sie mit ihren Portraits gerne gekonnt ins Licht. „Die Fotos mache ich nur privat für mich. Sie müssen auch niemanden anderem gefallen, aber natürlich freue ich mich auch, wenn das dann doch der Fall ist.“

Christoph Möschke und die Akademie Mont-Cenis

Ein Routinier in Sachen VHS-Kalender ist Christoph Möschke. Der 47-Jährige war schon bei der Premiere mit dabei und setzt diesmal die Akademie Mont-Cenis ins rechte Licht. „Die Architektur der Akademie ist sehr beeindruckend, die mag die symmetrischen Linien und Formen“, verrät der Herner, der mindestens einmal pro Woche mit seiner Kamera unterwegs ist. Und das nicht nur in seiner Heimatstadt, sondern im gesamten Ruhrgebiet. Gerne kann es dann ein Sonnenuntergang sein, doch Möschke ist vielseitig, wenn es um die Auswahl seiner Motive geht. Auch die People-Fotografie gehört zu seinen Vorlieben. Erst kürzlich war der Hobbyfotograf zu Gast im Bahnwerk Gelsenkirchen-Bismarck. Eine perfekte Location, um zwischen den Eisenbahnwaggons und Loks seine Models in Position zu bringen. „Für mich geht es in der Fotografie darum, den einen entscheidenden Moment festzuhalten, ein Moment, den man sich dann immer wieder anschauen kann.“ Ihm ist es wichtig, auch mal einen anderen Blick zu riskieren. „Wenn ich vor einem Gebäude stehe, überlege ich, was jetzt die meisten Fotografen fotografieren würden. Ich versuche mich dann auch schon mal auf ein Detail zu konzentrieren, das vielleicht nicht sofort ins Auge fällt“, mag Möschke den besonderen Blick, der ja insgesamt für den VHS-Kalender steht. Gedanklich ist der Herner bereits beim Kalender für 2019. Allein hier für hat schon fünf Orte näher in Betracht gezogen. Nicht selten ist er unterwegs am Kanal, auf dem Gysenberg oder wenn es um Makro-Aufnahmen geht – an den Teichen am Stennert. „Wunderschön ist aber auch der Botanische Garten an der Ruhr-Universität. Da reicht ein Wassertropfen auf einer Pflanze für ein tolles Foto und gleichzeitig für viel Entspannung.“

Wer Lust hat mit den Fotografen ins Gespräch zu kommen, hat dazu während des Strünkeder Adventsfest vom 1. bis 3. Dezember die Gelegenheit. Der Kalender ist aber auch an vielen Verkaufsstellen erhältlich. Weitere Infos gibt es unter  auf http://vhs-kalender.de.tl/