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Viele spannende Momente stehen noch aus

Literaturhaus Herne-Ruhr: Ausblick auf das Jahresende und auf Anfang 2018

Verena Geiger und Elisabeth Röttsches sortieren schon ihre Favoriten des Jahres. © Horst Martens, Stadt Herne. Verena Geiger und Elisabeth Röttsches sortieren schon ihre Favoriten des Jahres. © Horst Martens, Stadt Herne.

Das Literaturhaus Herne Ruhr blüht und gedeiht auch im dritten Jahr prächtig. Rund 80 Veranstaltungen gehen im Haus an der Bebelstraße über die Bühne. Literaturhaus-Chefin Elisabeth Röttsches verzeichnet in jeder Beziehung eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren – bei den Besuchern, beim Einzugsradius und bei der Anzahl der Events.

„Das Programm ist so attraktiv, dass viele Besucher auch ihre Freunde von außerhalb nach Herne bringen”, freut sich Röttsches. Ein Wurf ist dem Literaturhaus mit der naturwissenschaftlichen Vortrags-Serie „Bedrohte Erde” gelungen. „Viele Besucher waren überrascht, als das Thema auf dem Programm stand”, sagt Röttsches, „ab und zu muss man Themen an Plätzen anbieten, an denen man sie nicht erwartet.” Deshalb läuft die „Bedrohte Erde” auch 2019 weiter. Trotz des Ausblicks auf 2019 – auch in diesem Jahr bietet das Literaturhaus noch eine Reihe spannender Veranstaltungen an. Bitte klicken: Hier geht es zum Rückblick auf 2018

  • Gila Lustiger berichtet am 8. November von ihren Erlebnissen als erste Stadtschreiberin an der Ruhr. © Heike Bogenberger

Veranstaltungen 2018: NOVEMBER

Gila Lustiger war die erste Stadtschreiberin im Ruhrgebiet. Sie residierte ab Herbst 2017 für ein Jahr in Mühlheim, von wo aus sie Menschen und Orte des Ruhrgebiets entdeckte. Einige ihrer Porträts sind in den Tageszeitungen erschienen. Wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand ihr Gesellschaftsroman „Die Schuld der anderen”. Mit den Gründen und Folgen der Terrorattacke in Frankreich setzt sie sich in ihrem Essay „Erschütterung” auseinander. In der Rubrik „Literaturhaus trifft …” erzählt Lustiger von ihrem Aufenthalt an der Ruhr, von ihrer Arbeit und dem Leben in Frankreich (Do., 8. 11., 19 Uhr).

Herne und das Literaturhaus sind zum ersten Mal beim „Celloherbst am Hellweg” dabei, ein renommiertes Festival für ganz Westfalen, bei dem das Cello im Mittelpunkt steht. Das „Duo des Alpes” mit Claude Hauri (Violoncello) & Corrado Greco (Klavier) begibt sich auf „eine Reise durch Europa”, so der Titel (So., 18.11., 19 Uhr). Die aus der Schweiz stammenden Künstler begeben sich auf eine musikalische Reise vom Lago Maggiore bis nach Jerewan an der Grenze des europäischen Russlands.

Zum „stillen” Monat November passt die Lesung von Rainer Moritz mit dem Titel „Mein Vater, die Dinge und der Tod” (Mo., 26.11., 19 Uhr). Moritz erzählt von Trauer, Verlust und der Macht der Erinnerung – es ist ein liebevolles und unsentimentales Porträt des Vaters in seiner Zeit.

  • Weihnachtliche Evergreens liest die Schauspielerin Nina Petri am 1. Dezember. © Heiner Orth

DEZEMBER

Endet der November ein wenig düster, so geht es im Dezember erheblich beschwingter zu. „Wir präsentieren ein eher leichteres Programm”, schmunzelt Verena Geiger, im Literaturhaus für die Programmplanung zuständig. „Der Dezember erfordert das auch, die Leute wollen sich unterhalten lassen, und das können wir auch liefern.”

Den Auftakt macht die bekannte Schauspielerin Nina Petri (Sa., 1.11.,19 Uhr). Sie liest weihnachtliche Evergreens von Kästner, Ringelnatz und Co, aber auch Unbekannteres über Tannenduft und Kerzenlicht.

Der Herner Bücherwinter ist ein Klassiker zur Weihnachtszeit. Die Bücherexpertinnen des Literaturhauses, unter ihnen Elisabeth Röttsches und Verena Geiger, stellen lesenswerte Neuerscheinungen vor, praktisch die Top 25 der Favoriten (Mo, 3.12., 19 Uhr).

Gaines Hall ist gebürtiger Amerikaner und Broadway-Künstler. Derzeit lebt er in München und unterrichtet dort Gesang und Schauspiel. Im April war er in der Reihe „Literaturhaus trifft …” zu Gast in Herne und hat dort  über seine Arbeit und seine musikalische Karriere geplaudert. Von seiner Gesangsprobe war das Publikum hell begeistert und forderte einen weiteren Abend mit ihm. Dieses Mal wird er vorwiegend swingen, singen und steppen. Begleitet wird Hall von  einem Pianisten der Folkwang-Universität (Sa.,8.12., 19 Uhr).

Mit einem deutsch-französischen Weihnachtsprogramm begeistert die Familie Séférian: Marie und Jean-Claude Séférian, Vater und Tochter, singen „Souvenirs de Noël”. Am Flügel werden sie von Christiane Rieger-Séférian, der Ehefrau und Mutter, begleitet (Mi, 12.12., 19 Uhr). Das Programm wird geprägt von verschiedenen Musikstilen zwischen Klassik, Chanson und Jazz.

Die Schauspielerin Nina Hoger liest bekannte und weniger bekannte Weihnachtstexte und wird perfekt von Ulla van Daelen an der Harfe begleitet. Bei diesem „literarischen Weihnachtsschmaus” werden kaum Plätze frei bleiben (So., 16.12., 19 Uhr).

Das Literaturhaus-Jahr schließt kurz vor Heiligabend mit Charles Dickens‘ Weihnachtsmärchen, erzählt von Markus Grimm. Der Schauspieler lässt eine unvergessliche Reise ins London des kaltherzigen Geschäftsmannes Ebenezer Scrooge lebendig werden (Do., 20.12.,19 Uhr).

Start ins Jahr 2019

Ins neue Jahr startet das Literaturhaus am 10. Januar mit der erfolgreichen Autorin Anne Gesthuysen. Gesthuysen moderierte unter anderem bis 2014 das ARD-Morgenmagazin. Sie veröffentlichte 2012 den Roman „Wir sind doch Schwestern”, inspiriert vom Leben ihrer drei Großtanten. Das Buch wurde ein großer Erfolg und belegte zeitweilig den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste. Um weitere Romane schreiben zu können, gab sie ihren Job als Morgenmagazin-Moderatorin auf. Ihr aktuelles Buch heißt „Mädelsabend” – der Roman über Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein.

Eine Woche später, am 16. Januar, folgt Hans Pleschinski, Autor der vielbeachteten Gerhart-Hauptmann-Biografie „Wiesenstein”. Pleschinski beschreibt darin die letzten Lebensjahre des deutschen Großschriftstellers und Nobelpreisträgers. Mit seiner Frau verlässt der schwerkranke Dichter im Februar 1945 das Sanatorium in Dresden und kehrt zurück in seine prächtige Villa Wiesenstein im schlesischen Riesengebirge.

Am 3. Februar wechselt das Literaturhaus die Location. Der moderne Klassiker „Oskar und die Dame in Rosa” läuft in einer Kooperations-Veranstaltung mit der Kreuzkirche. Ein Hamburger Schauspieler, liest den bekannten Roman des französischen Autors Eric Emmanuel Schmitt, während Wolfgang Klunkert, Kantor der Kreuzkirche, die Lesung mit Orgelmusik untermalt.

Bekannte Reihen wie „Bedrohte Erde” oder „Philosophisches Café” werden fortgesetzt. Uwe Schneidewind, Chef des weltweit anerkannten Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, kommt  am Dienstag, 12. Februar, ins Literaturhaus. Aktuell macht er mit dem Buch „Die große Transformation” von sich reden. Ansonsten gibt es das bekannte breite Angebot mit interessanten Autoren und Musikern. „Viele spannende Literaturveranstaltungen für 2019 sind schon gebucht”, sagt Elisabeth Röttsches.

Horst Martens