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Weihnachts-Überraschungen selbst gemacht

Geschenke aus der Küche

Bunte Schokolade selbst gemacht. ©Nina-Maria Haupt, Stadt Herne

Die Weihnachtszeit hat begonnen und noch fehlen die Geschenke? Gutscheine sind langweilig, Krawatten überflüssig und ein E-Bike zu teuer? Wie wäre es dann mit einem Geschenk aus der Küche? Selbstgemachtes ist wieder in und Kochen seit Jahren ein Trend.

  • Ob herzhaft… ©Nina-Maria Haupt, Stadt Herne

Von Pralinen bis Brotaufstrich

Auf der einen Seite brodelt Likör auf dem Herd, an der anderen Seite schmilzt die Kuvertüre, während zugleich Brote im Ofen backen. Das ist nicht die Werkstatt der Weihnachtswichtel, sondern der Kurs „Geschenke aus der Küche“ an der Volkshochschule Herne (VHS). In kleinen Gruppen probieren die Teilnehmer Rezepte aus, füllen selbstgemachten Brotaufstrich in kleine Gläser und beschriften sie per Hand, stellen Pralinen her und basteln Schneemänner aus Pfeffernüssen.

Besser als Gutscheine zu verschenken

„Ich mache den Kurs, weil Weihnachten vor der Tür steht. Die Leckereien verschenke ich an Freunde, Familie und Kollegen. Das ist eine schönere Idee, als Gutscheine zu verschenken“, findet Teilnehmerin Heike Dams. Sie rührt Zitrone-Ingwer-Likör an, erfrischend und nicht nur für Weihnachten geeignet. Dafür schmilzt sie Bonbons und erhitzt sie mit Wodka und Limonade. Die Zubereitung ist nicht schwer, „das kann jeder Laie“, findet Dams. Schwieriger ist das Abfüllen in Fläschchen. Wenn zu viel Likör in den Trichter kommt, läuft die Flasche über und klebt an Händen und Tischplatte. Nach zwei Versuchen haben Dams und ihre Mitstreiterinnen aber den Dreh raus und füllen den Likör kleckerfrei ab.

Kekse aus der Flasche

Nicht nur Likör kommt in Glasflaschen, auch Kekse aus der Flasche sind seit einigen Jahren im Trend. Wobei die Kekse selbst gar nicht in der Flasche sind, sondern lediglich die Zutaten geschichtet in einer Flasche abgefüllt werden. Diese Backmischung lässt sich dann verschenken – am besten mit Gebrauchsanweisung. Natürlich kommen nur trockene und haltbare Zutaten wie Mehl, Haferflocken und Nüsse in die Flasche. Verderbliche Sachen wie Eier, Butter oder Milch werden erst beim Backen hinzu gegeben. Dekoriert mit einem bunten Etikett macht sich die Keksflasche gut unter dem Weihnachtsbaum.

Selbstgemacht liegt im Trend

„Ich bemerke seit ein paar Jahren den Trend zum Selbermachen. Das sieht man auch in den Geschäften: Es stehen viele Sachen in den Regalen, die man zum Selbermachen braucht“, weiß Kursleiterin Christine Honscheidt. Sie gibt seit 2015 Kochkurse an verschiedenen Volkshochschulen. Die Idee zu den Geschenken aus der Küche hatten ihre Teilnehmer. „Herne ist die einzige Stadt, wo die Kurse immer voll sind. Es ist toll, wenn man sieht, dass es den Teilnehmern Spaß macht“, findet die gelernte Bürokauffrau. Den Weg zur Herner Volkshochschule hat sie übrigens zufällig gefunden: „Ich war im Mondpalast und gegenüber ist die VHS. Dann habe ich Kontakt aufgenommen und Koch- und Backkurse angeboten.“

Spezielle Zutaten

Inzwischen kühl das selbstgemachte Brot ab und die Füllung für die Pralinen ist fertig. Die Schoko-Hohlkörper dafür hat Honscheidt im Patisserie-Versand bestellt. Die Füllung rühren die Teilnehmer individuell an, weiße Schokolade kommt hinein, ein Schluck Likör und noch die eine oder andere Zutat. Mit einem Spritzbeutel gießen die Teilnehmer die Füllung in die Hohlkörper und verschließen das Ganze mit einem Tropfen geschmolzener Kuvertüre. Nur zu heiß dürfen weder Füllung noch Kuvertüre sein, sonst schmilzt die Schokoladen-Form. Auch hier ist das Rezept einfach, nur das Abfüllen braucht eine ruhige Hand.

„Weihnachtskekse hat ja jeder“

Andreas Wormstall ist aus Köln angereist. Gemeinsam mit Freundinnen belegt er regelmäßig Kochkurse in Herne. Dieses Mal macht er einen Lakritz-Likör aus speziellen Lakritzbonbons und Wodka. „Ich kenne das Produkt , aber wenn man es selber machen kann, wäre es ja Quatsch, wenn man es kaufen würde.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Schwarz und aromatisch, beschriftet mit „Altöl“, damit nur die Mutigen sich daran trauen.

Derweil verrührt Ann Sophie zerkleinerte Snickers, Butter und Sahne zu einer Snickers-Creme. „Nach dem Abitur habe ich angefangen, etwas in der Küche zu machen. Ich finde es schön, unterschiedliche Rezepte auszuprobieren. Weihnachtskekse hat ja jeder“, findet die Studentin.

Ausprobieren, was man sich alleine nicht traut

„Ich versuche, Rezepte anzubieten, die man sich zuhause nicht trauen würde“, erklärt Honscheidt. Ob es nun daran liegt, dass viele sich nicht zutrauen, Pralinen alleine zu machen, ob es daran liegt, dass mancher nicht weiß, wie er an spezielle Patisserie-Zutaten kommt oder daran, dass man nicht sicher ist, ob einem das Ergebnis schmeckt. In dem Kurs macht jede Gruppe drei bis vier Leckereien fertig, die am Ende aufgeteilt werden. So kann man ausprobieren, was einem schmeckt und die Lieblingsrezepte zuhause nachkochen. Dass das Konzept funktioniert, merkt man daran, dass immer wieder jemand ruft: „Das hätte ich alleine nie gemacht – aber es ist lecker.“

Nina-Maria Haupt

Hier die Links zu einigen der erwähnten Rezepte:

https://www.chefkoch.de/rezepte/1270371232289276/Lakritz-Likoer-7-auf-100.html

https://www.chefkoch.de/rezepte/1030141208195750/Schneemaenner.html

https://www.chefkoch.de/rezepte/2176051349374167/Snickers-Creme-bzw-Snickers-Brotaufstrich.html

https://www.chefkoch.de/rezepte/671641169367360/Gedrehtes-Baguette-la-Karin.html