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„Wer hier tanzt, muss klar in der Birne sein“

20. Ruhrpottbattle in den Flottmann-Hallen mit internationalem Charakter

Ruhrpottbattle: am Samstag, 3. November, in den Flottmann-Hallen. Ruhrpottbattle: am Samstag, 3. November, in den Flottmann-Hallen. © Frank Dieper, Stadt Herne.

Tiro reist aus China an, Poter aus Israel. MilkyRock aus Russland war schon voriges Mal dabei, er kommt jetzt wieder nach Herne. Sie sind drei von rund 40 Breakdancern, die beim 20. Ruhrpottbattle am Samstag, 3. November, in den Flottmann-Hallen gegeneinander antreten.

Internationale Tänzer

Auch Tänzer aus den Niederlanden, Frankreich, Italien und Polen sind dabei. 15.000 Euro lässt sich die Stadt dieses eintägige Event kosten. „Wir sind froh und stolz, hier in Herne mit so einer internationalen Begegnung aufwarten zu können“, sagt Elisabeth Popp-Heimken, Abteilungsleiterin des städtischen Fachbereichs Kinder-Jugend-Familie. Die Stadt ist neben dem Verein Pottporus Mitveranstalter. „Eine tolle Atmosphäre herrscht in den Flottmann-Hallen“, so Popp-Heimken. „Alles bleibt friedlich. Die Szene kommt ohne Drogen aus. Wer so tanzt, muss klar in der Birne sein.“

Legendäre Veranstaltung

1999 erstmals organisiert, ist der Ruhrpottbattle längst legendäres Veranstaltungsformat im Ruhrgebiet und Highlight der internationalen HipHop-Szene. Ab 18 Uhr heißt es Ring frei für spektakuläre Battles in den Kategorien HipHop, Krump, Popping und B-Boying. Popping zeichnet sich zum Beispiel durch mechanische Tanzbewegungen aus, während B-Boying viele klassischen Elemente enthält wie das Rotieren auf einer Körperstelle oder das Tanzen auf dem Boden. Die Zuschauer sitzen dicht gedrängt an der Tanzfläche. Fünf bis sechs Minuten dauert ein Wett-Tanz, der von einer namhaften Jury bewertet wird. Kennern der Szene dürften die Juroren bekannt sein: Rayboom, Kid Eyez, Petair und Robozee. Mit einer Handbewegung nach rechts oder link zeigen sie an, für welchen Tänzer sie votieren. Wer die meisten Stimmen bekommt, ist weiter. „Die Jury muss hochkarätig besetzt sein“, betont Heike Borgwardt, „nur dann bekommen sie auch den Respekt der Tänzer.“

Stadt war Mitgründerin des Breakdance-Kults

Ohne ordentlichen Sound und aufgeräumte Stimmung geht nichts beim Ruhrpottbattle. Dafür sorgen DJ J’Marv und DJ ICE C sowie „Host“ (Moderator) Engin. Die Sieger der vier Kategorien streichen jeweils 500 Euro ein. Auf der Tanzfläche hat sich der 1:1-Modus durchgesetzt. Die Zeiten, in denen Zweier- oder Vierergruppen gegeneinander antraten, sind zumindest zunächst mal Geschichte. „Der Breakdance individualisiert sich zunehmend“, sagt Heike Borgwardt. Sie war schon vor 20 Jahren als Jugendmitarbeiterin dabei, als sich die Tanzszene im damaligen Haus der Jugend an der Wilhelmstraße (heute Pluto) bildete. Einer, der sich damals auch in diesem Tanz versuchte, war Zekai Fenerci, der dann später den Verein Pottporus gründete, der Mitveranstalter von Ruhrpottbattle wurde. „Einige haben bei uns als Kind angefangen, heute verdienen sie damit Geld“, sagt Borgwardt.

Beste Jugendkultur

„Für uns ist der Ruhrpottbattle eine der wichtigsten Veranstaltungen“, sagt Thomas Witt von den Flottmann-Hallen. „Wir haben uns Jugendkultur auf die Fahnen geschrieben und was passt da besser als dieser Battle.“ Er rechnet mit etwa 500 Besuchern.

Samstag 03.11.2018 / 18.00 – ca. 23.00 Uhr

Eine Kooperation des Pottporus e.V. mit dem Fachbereich Jugendförderung der Stadt Herne und den Flottmann-Hallen Herne

Tickets: VVK 10 € (inkl. Gebühr) / Abendkasse 12 €
Tickets sind in allen Ticketshops mit Anbindung an ProTicket oder online erhältlich: www.proticket.de

Veranstaltungort: Flottmann-Hallen Herne / Straße des Bohrhammers 5 / www.flottmann-hallen.de

Horst Martens