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Wirtschaft unterstützt Städtepartnerschaft mit Luzhou

Zusammenarbeit hat viele Vorteile

Die Herner Delegation in China.

Im März besuchte eine Delegation, bestehend aus Repräsentanten der Stadt Herne, der Kommunalpolitik, der Wirtschaft und Wissenschaft die Stadt Luzhou in China (Provinz Sichuan). Die IHK Mittleres Ruhrgebiet und die nach China mitgereisten, hiesigen Vertreter der Kreishandwerkerschaft und Wirtschaftsförderung unterstützen das städtische Engagement, sich mit der spannenden Stadt Luzhou partnerschaftlich zu verbinden.

Eric Weik, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet, betont: „Wir wollen eine offene Welt. Wir wollen eine Welt, in der Menschen miteinander kommunizieren. Und wir wollen eine Welt, in der Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen überall unter fairen Bedingungen anbieten können. Und weil nur dies die Zukunft ist, ist der größte Binnenmarkt der Welt natürlich von riesigem Interesse. Luzhou öffnet dafür eine erste Tür.“

IHK: Ein deutliches Fähnchen auf der Landkarte

„Eine Städtepartnerschaft und damit verbundene enge Kontakte sind eine große Chance für die Stadt Herne und die Herner Wirtschaft“, so Weik weiter. „Den Weg, den Oberbürgermeister Dudda schon mit der Partnerschaft mit Besiktas eingeschlagen hat, sollte die Stadt auch Richtung China gehen. Nicht zuletzt ist es auch von großem Interesse für Herne, auf der Landkarte für chinesische Investoren ein deutliches Fähnchen aufzustellen. Denn eines bleibt immer das Hauptziel: der Erhalt und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen.“

Kreishandwerkerschaft: Synergien in der Handwerkstradition

Während der Delegationsreise machte die Reisegruppe einen ersten Stopp im Wirtschaftsministerium in der Stadt Chengdu, wie wir es beschreiben würden der Landeshauptstadt vom Bundesland Sichuan. Der Wirtschaftsminister selbst zeigte reges Interesse am dualen Ausbildungssystem des Handwerks. Martin Klinger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Herne: „Vom möglichen Austausch von Auszubildenden bis zu echten Unternehmenskontakten gab es eine deutliche Offenheit. Was läge näher, als aus zwei weltweiten Alleinstellungsmerkmalen, nämlich der 3000-jährigen chinesischen Handwerkstradition einerseits und dem international anerkannten und bewunderten dualen Ausbildungssystem im deutschen Handwerk andererseits weitere positive Tendenzen im Handwerk zu entwickeln. Hier sollten Synergien erkannt und genutzt werden. Die Verantwortlichen in Luzhou zeigen sich dazu bereit.“

WFG: Unternehmen den Eintritt in den chinesischen Markt erleichtern

Und auch Holger Stoye, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Herne unterstreicht die Chancen: „Die Städtepartnerschaft mit Luzhou bietet Potenziale für unsere Zukunft in Herne. Es kann ein weiterer Schritt sein, Unternehmen den Eintritt in den chinesischen Markt zu erleichtern. Es soll zu Kooperationen in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Gesundheitswesen, Kultur und Tourismus kommen. Wir kommen aus einer Zeit mit 300.000 Bergleuten im Ruhrgebiet – und sind jetzt bei 300.000 Studentinnen und Studenten. Damit ist unser aktuelles „Gold“ gut beschrieben. Auch Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum, war ein stark nachgefragter Gesprächspartner. Daraus entstehende Kooperationen werden ein weiterer Baustein für unsere wirtschaftliche Zukunft im Mittleren Ruhrgebiet sein. Schon heute können auch wir von den Chinesen vieles lernen. Wer die chinesische Geschäftskultur versteht, ermöglicht sich selbst und unserem Nachwuchs neue Entwicklungschancen. Überhaupt ist es wichtiger Chancen zu suchen, als sich zu verstecken. Eine Städtepartnerschaft öffnet Türen und ermöglicht Vieles. Und erst mit der Zeit wird sich zeigen, was wir daraus machen können. Mit heutigem Stand sind für Herne aus meiner Sicht keine Nachteile zu erkennen.“

Der Rat der Stadt Herne entscheidet am 17. April über einen Vertragsentwurf für die Partnerschaft mit der chinesischen Stadt.

Quelle: WFG Herne