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100 junge Künstler wollen den Herbert

Wettbewerb um den Herner Jugendkulturpreis in den Flottmann-Hallen

Die Die "Herbert-Eltern" Gabi Kloke und Chris Wawrzyniak (vorne, l., und r.) mit ihren Kindern Nadja Ijjheij, (vorne M.) und Gabriel Westermann, Stefan Bradler, Henrike Dusella und Annegret Debitz. © Frank Dieper, Stadt Herne.

Der Wettbewerb um den Jugendkulturpreis „Herbert“ erlebt am Wochenende die 7. Auflage. 50 Anmeldungen aus vielen Genres verzeichnet das städtische Kulturbüro. Weil auch Gruppen dabei sind, rechnen die Veranstalter mit etwa 100 Akteuren.

60 Prozent der Bewerber stehen auf der Bühne, 40 Prozent steuern Bildende Kunst bei. Wobei es auch Künstler gibt, die beides bieten: Bühnenauftritt und gemaltes Bild. „Ich bin erstaunt, wieviele Wortakrobaten sich angemeldet haben“, sagt Gabriele Kloke vom Kulturbüro und bezieht sich auf die Anzahl der Poetry-Slammer. Zum ersten Mal gibt es Gospel im Wettbewerb. Die größte Gruppe besteht aus 21 Schülern des Pestalozzi-Gymnasiums – sie präsentieren eine Performance. Der kurioseste Beitrag ist eine Moosburg, ebenfalls von Schülern beigesteuert.

Jugendkulturpreis Herbert: Samstag, 29. September, 16 Uhr, und Sonntag, 30. September, 15 Uhr. Sonntag um ca. 19.30 Uhr Preisverleihung.

  • Pressekonferenz zum Herbert: In der von Henrike Dusella gestalteten „Hölle“ halten sich Nadja Ijheij, Annegret Debitz , Stefan Bradler, Annegret Debitz und Gabriel Wesselmann auf. © Frank Dieper, Stadt Herne

6.500 Euro Preisgelder

Samstag um 15 Uhr geht es los. Besucher können bei freiem Eintritt die Bühnenauftritte genießen und zwischendurch die Kunstwerke bestaunen. Insgesamt werden beim HERBERT! Förderpreise im Gesamtwert von 6.500 Euro verliehen, zur Verfügung gestellt von der Kulturinitiative Herne. Die Förderpreise verteilen sich auf insgesamt sechs von der Classik- und der Jugendjury ausgewählte Künstler*innen oder Gruppen. Die Classik-Jury und die Jugendjury verleihen jeweils drei Preise im Wert von 1200 Euro, 1000 Euro und 800 Euro. Der Publikumspreis ist mit 500 Euro dotiert.

Künstlerischer Nachwuchs

Das städtische Kulturbüro und die Agentur „Der Goldene Raum“ können bei der Organisation auf die Unterstützung einiger junger Künstler und Kunstinteressierten zählen, die entweder viel Herbert-Erfahrung durch die eigene ehemalige Teilnahme haben und jetzt aus dem Alter raus sind oder die einfach dazu gestoßen sind. Stefan Bradler (24) war selbst Teilnehmer, ist in der Jugendjury, hilft bei der Organisation und beim Format „Hin und Herbert“, wo sich die Herbert-Teilnehmer austauschen und an Workshop-Wochenende für ihre Kunst vorbereiten. Henrike Dusella ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und will Instagram mit Fotos von der Herbert-Veranstaltung „vollhauen“. Sie hat die „Hölle“ geschaffen, eine nett ausstaffierte mit dem Herbert-Branding ausstaffierte Nische im Flottmann-Foyer, in der sich Teilnehmer in Posen oder natürlich ablichten lassen können. Auf diese Weise wird auch das neue Gesicht gesucht, das im nächsten Jahr das Herbert-Design zieren soll.

Die Treffpunkte

Außerdem hat sie die Herbert-Homepage aufgehübscht (www.herbert-herne.de). Nadja Ihjeij hat sich seit den Anfängen in unterschiedlichen Genres beim Herbert beteiligt. Sie studiert Puppenspielkunst in Berlin, von wo aus sie angereist ist, um in Herne dabei zu sein. „Berlin ist toll, weil es dort alles gibt“, sagt sie pointiert, „aber es ist auch Scheiße, weil es nicht Herne ist.“ Annegret Debitz und Gabriel Wesselmann sind FSJ-lerInnen und zum ersten Mal dabei, aber schon voll entflammt für die Herbert-Idee: „Mir ist beinahe die Kinnlade runtergeklappt, als ich die ersten Kunstwerke gesehen und das Alter der Künstler erfahren habe“, sagt Wesselmann. Debitz und Wesselmann organisieren „Eat&Meat“, ein Austauschformat am Freitag vor dem Start des Wettbewerbs, das zum Kennenlernen animiert und zur Entspannung bei zu viel Aufgeregtheit beiträgt. „Meat&Eat“ erlebte im vorigen Jahr seine Premiere. „Es ist eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt Stefan Bradler, „da sind Freundschaften entstanden.“

Herbert ist gut für Herne

„In Herne hat sich durch Herbert eine ziemlich große Szene entwickelt“, sagt Chris Wawrzyniak vom „Goldenen Raum“. „Das ist ein Beleg dafür, dass es tatsächlich den Bedarf für das Angebot gibt.“ Gabriele Kloke bewertet die Infrastruktur für die Jugendlichen als sehr positiv: „Wir sind durch das Kulturzentrum ‚O‘ und durch den Theatersaal in den Flottmann-Hallen in der Lage, Räume für die Künstler zu öffnen, wo sie sich treffen können, um sich auszuprobieren.“

Horst Martens