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Augen auf EYES

Europäisches Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit

Pressekonferenz zum Projekt EYES, das am Montag, 9. Juli 2018, im LWL-Museum für Archäologie vorgestellt worden ist ©Thomas Schmidt, Stadt Herne Pressekonferenz zum Projekt EYES, das am Montag, 9. Juli 2018, im LWL-Museum für Archäologie vorgestellt worden ist ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Mit dem Projekt EYES, das am Montag, 9. Juli 2018, im LWL-Museum für Archäologie vorgestellt worden ist, sollen junge Menschen erreicht werden, die sich gegenwärtig weder einen Job haben noch in Ausbildung sind. Partner aus anderen europäischen Ländern wirken bei EYES zusammen.

EYES ( Empowering Youth Through Entrepreneurial Skills ) Die Jugend stärken durch unternehmerische Fähigkeiten

Auf der einen Seite droht der zunehmende Fachkräftemangel zur ernsthaften Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit Nordwest-Europas (NWE) zu werden. Auf der anderen Seite sind viele junge Menschen von sozialer Ausgrenzung bedroht und stehen dem Arbeitsmarkt auf Dauer nicht zur Verfügung. Die europäische Statistikstelle Eurostat schätzt den Anteil jungen Menschen, die in Nordwesteuropa weder berufstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind (Not in Employment, Education or Training = NEET) auf 14 Prozent. Selbst bei guter Wirtschaftslage haben NEETs kaum Zugang zu den regulären Arbeitsmarkt- oder Bildungsangeboten und sind auch über spezielle Unterstützungsmaßnahmen nur sehr schwer zu integrieren. Besonders besorgniserregend ist die Situation in einzelnen Großstadtquartieren, wo der NEET-Anteil – nahezu unabhängig von den nationalen sozialen Sicherungssystemen – meist den nationalen Durchschnitt übersteigt.

  • Pressekonferenz zum Projekt EYES, das am Montag, 9. Juli 2018, im LWL-Museum für Archäologie vorgestellt worden ist ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Transnationaler Ansatz
EYES bestärkt die jungen Menschen darin, ihr unternehmerisches Talent zu entdecken und für ihre persönliche und berufliche Entwicklung so zu nutzen, dass sie den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt schaffen. Konkret sollen sie durch EYES zu einer Unternehmensgründung, zur Aufnahme einer neuen Beschäftigung oder zur Teilnahme an den regulären Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Gründungsprogrammen der Region befähigt werden. EYES wird von den Projektpartnern an fünf Standorten in Nordwesteuropa entwickelt, getestet und implementiert. „Wir schaffen mit EYES eine Blaupause für ganz Europa“, zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda froh, dass Herne mitwirken kann. Projektpartner vor Ort ist Institut Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Westfalen. „Pfarrer Klaus Breyer vom Institut sagte bei dem Pressetermin: „Wir sind stolz Partner zu sein. Kirche und Kommune zeihen hier an einem Strang.“
Anders als vergleichbare Projekte wählt EYES von Beginn an einen konsequent transnationalen Ansatz. Da die lokalen Unternehmens- und Unterstützungskulturen Teil des persönlichen Umfelds sind, in dem NEETs Ausgrenzung erleben, fehlen oft geeignete unternehmerische Vorbilder. Erfolgsgeschichten aus anderen Ländern ermöglichen NEETs hingegen einen unbelasteten und offeneren Umgang mit neuen Perspektiven.

Innovation
Über den transnationalen Ansatz hinaus liegt die Innovation von EYES in der Verbindung von Entrepreneurship education, umfassender Partizipation und persönlichem Coaching für die nur schwer erreichbare Zielgruppe der NEETs. Unterstütz wird dies durch eine maßgeschneiderte digitale Plattform, die ebenfalls im Lauf des Projekts entwickelt und eingesetzt wird.

Langfristiges Ziel
Bis zum Ende des Projekts entsteht eine Struktur, die den EYES-Ansatz langfristig zu einem integralen Bestandteil der NEETs-Förderung in den beteiligten Städten und später auch in weiteren Regionen Nordwest-Europas machen soll.

Partner
Das Partnerkonsortium setzt sich aus vier Städten, vier NGOs und vier Hochschulen in fünf EU Staaten zusammen. Die Verbindung von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Bildung und Praxiserfahrung im Umgang mit NEETs bringt vielfältige und teilweise hoch spezialisierte Kompetenzen in das Projekt ein. Über die Netzwerke der Partner werden lokale und regionale Stakeholder wie Unternehmen, Wirtschaftsfördergesellschaften und Beschäftigungsagenturen einbezogen. Beteiligt sind:
– Belgien: Serve the City International, University College Leuven Limburg, JES-Stiftung
– Deutschland: Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW ( Lead Partner), Stadt Herne
– Frankreich: Metropolregion Lille, Verband der Sozialzentren Wattrelos
– Großbritannien: Stadt Greenwich, Universität Greenwich, Technische Hochschule Ravensbourne
– Niederlande: Stadt Tilburg, Universität Tilburg

Budget und Finanzierung
Das bewilligte Gesamtbudget von EYES beträgt etwa 4,3 Millionen Euro. Auf die beiden deutschen Partner entfallen dabei etwa eine Million Euro. Die Laufzeit beträgt drei Jahre – von Juni 2018 bis Mai 2021.