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Die kleinen Schritte der Integrationsarbeit

Markt der Möglichkeiten

Premiere gelungen: So einfach lässt sich das Fazit auf den Punkt bringen, wenn es um den Markt der Möglichkeiten geht. Die erste Ehrenamtsbörse, die sich speziell dem wichtigen Thema Integration widmete, wird sicherlich positiv in Erinnerung bleiben.

Denn Dezernentin Gudrun Thierhoff hatte die Veranstaltung im Gemeindehaus der St. Bonifatius-Gemeinde kaum eröffnet, da passierte genau das, was sich die Organisatoren erhofft hatten. Die Menschen kamen ins Gespräch, tauschten sich aus und informierten sich über die zahlreichen Angebote. Denn auch das wurde an den Ständen der 15 Verbände, Vereine und Initiativen deutlich: das Spektrum des ehrenamtlichen Engagements in Herne ist groß. In vielen Bereichen sind engagierte Menschen bereits im Einsatz und zeigen, was eine Willkommenskultur ausmacht. „Viele Ehrenamtliche waren von Beginn an zur Stelle und haben den Weg für ein gutes Ankommen der Neuzugewanderten bereitet. Dass jetzt eine gestaltete Integration stattfinden kann, wäre ohne sie alle nicht möglich. Vielen Dank für ihren engagierten Einsatz. Wir werden sie weiterhin ganz stark brauchen. Da jetzt in vielen kleinen Schritten  die Integrationsarbeit organsiert und unterstützt werden muss“, betonte die Dezernentin, die sich auch beim Organisationsteam bedankte.

  • Impressionen vom Markt der Möglichkeiten ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Ehrenamt ist wichtig für eine erfolgreiche Integration“

Monika Müller (Caritasverband) und Martina Wisnewski (Eine Welt Zentrum) organisieren gemeinsam die Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. Zusammen mit Beate Tschöke und Rainer Bodenschatz vom Ehrenamtsbüro der Stadt Herne haben die vier gemeinsam mit weiteren Helfern den Markt der Möglichkeiten auf die Beine gestellt. „Das Ehrenamt trägt wesentlich zu einer erfolgreichen Integration bei“, unterstrich zu Beginn der Veranstaltung auch Monika Müller noch einmal diesen besonderen Einsatz.

Es ist ein Einsatz, für den sich auch Serbest bedankt. Der Syrier ist wie viele seiner Landsleute aus seiner Heimat geflohen. „Mein Bruder, wenn du wüsstest, wie tut das weh, wenn man keine Heimat hat.“ So lautet der Beginn eines selbstkomponierten Liedes mit dem der Musiker seine Flucht beschreibt und die Gäste im Gemeindehaus mit seiner Bouzouki kaum besser hätte einstimmen können. Er würde sich gerne mit anderen Künstlern austauschen. „Aber es ist sehr schwierig, Kontakte aufzubauen“, so Serbest.

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  • Impressionen vom Markt der Möglichkeiten ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Pottperspektive“ will mit Fotos für ein Stück Heimat sorgen

Kontakte aufbauen, das will auch Anna-Eva Nebowsky mit ihrem Fotoprojekt „Pottperspektive“. Die Idee ist denkbar einfach. Neuzugewanderte zeigen in Herne an jedem zweiten Samstag im Monat ihre Lieblingsorte und halten sie mit der Kamera fest. Zwei Termine haben bereits stattgefunden. „Es hat viel Spaß gemacht. Das sieht man auch auf den Fotos. Die Atmosphäre ist sehr locker und angenehm“, erklärt die Studentin der Kulturpsychologie, die im Anschluss an das Projekt auch eine Wanderausstellung plant. Wobei wandern ein gutes Stichwort ist. Denn fast alle Gäste wanderten von einem Stand zum nächsten, um sich zu informieren oder zu vernetzen. Auch eine 72-jährige ehemalige Lehrerin nutzte den Markt der Möglichkeiten: „Ich bin schon ehrenamtlich aktiv, würde gerne aber noch etwas machen.“ Sie würde sich gerne um eine Familie kümmern. „Das schlimme ist, bei mir in dem Haus gegenüber scheint es eine Familie mit Kindern zu geben. Irgendwie gelingt es mir aber nicht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.“  Ins Gespräch kommen – im Gespräch bleiben. Der Markt der Möglichkeiten hat gezeigt, wie wichtig diese Botschaft ist.