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Herne kann Hochschule

Studentinnen werben für den Bachelor am Mulvany-Berufskolleg

Die Studentinnen Felicia Przybyl, Miriam Heusing und Laura Illmer mit ihrem Dozenten Michael Bergmann. © Frank Dieper, Stadt Herne Die Studentinnen Felicia Przybyl, Miriam Heusing und Laura Illmer mit ihrem Dozenten Michael Bergmann. © Frank Dieper, Stadt Herne

Zu wenige Bürger wissen: Herne kann auch Hochschule. So besteht am Mulvany-Berufskolleg die Möglichkeit, den Bachelor für Betriebswirtschaftslehre zu machen. Studentinnen entwerfen jetzt ein Marketingkonzept, das den Studiengang bekannt machen soll.

Drei Fliegen mit einer Klappe

Felicia Przybyl, Miriam Heusing und Laura Illmer sind Anfang 20 und im kaufmännischen Bereich berufstätig – bei der Straßenbahn HCR, dem Rechencenter rku.it und bei scien-lab in Bochum (elektrische Testsysteme). Weil sie der Meinung sind: „Wir wollen mehr im Leben, aber nicht auf unseren Arbeitsplatz verzichten“, haben sie sich entschlossen, den genannten Studiengang zu absolvieren. Dabei schlagen sie drei Fliegen mit einer Klappe: Vier Jahre studieren sie für den Bachelor, parallel machen sie den schulischen Abschluss für den staatlich geprüften Betriebswirt und absolvieren die Ausbildereignungsprüfung. „Und danach sind wir immer noch nicht mal Mitte 20″, grinst Felicia Przybyl. Weil sich für junge Menschen optimale Chancen auftun, rühren die Studierenden die Werbetrommel. Für ihre Projektarbeit erarbeiten die vier Frauen ein Marketingkonzept, das den Fokus der Öffentlichkeit auf den Studiengang lenken soll. Buswerbung und Website (siehe unten) sind schon umgesetzt, demnächst folgt ein Flyer. Und dann müssen sie noch eine 60-seitige schriftliche Arbeit einreichen.

  • Dozent Michael Bergmann. © Frank Dieper, Stadt Herne

Klammer Fachhochschule Bielefeld

„Studieren in der Schule geht eigentlich nicht“, sagt Michael Bergmann, Lehrer am Mulvany-Berufskolleg. Deshalb nimmt er eine sehr spezielle, aber wirkungsvolle Konstruktion zur Hilfe: Bergmann hat mit Kollegen das Berufliche Bildungswerk Herne e.V. gegründet, dessen Vorsitzender er ist. Dieser Verein ist die Klammer zur Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld. Dort kann man den Bachelor per Fernstudium erlangen. Doch die Aufgaben des Fernstudiums übernehmen Bergmann und seine Lehrerkollegen in Herne. So werden sie so zu Hochschul-Dozenten. Die Zahl der Studienabbrecher liegt beim Fernstudium bei 80 Prozent, hier am Mulvany reduziert sie sich auf erstaunliche fünf Prozent. „Anders als im Fernstudium sehen wir die Dozenten von Angesicht zu Angesicht und können mit ihnen kommunizieren“, so die Studentinnen.

Danach vielleicht der Master

Die Arbeiten der Studenten werden zweitverwertet – für Credit-Points an der Uni und für die Noten zum Betriebswirt. Was erwartet sie nach der Doppelquali? Vielleicht der Master – der Studienplatz dafür ist an der FHM in Bielefeld garantiert. Bergmann möchte zudem den Masterabschluss nach Herne holen. Wo sehen sie sich in zehn Jahren? Miriam Heusing will „eine höhere Position bekleiden“, Felicia Przybyl „erfolgreich im Berufsleben stehen und einfach unabhängig sein“, Laura Illmer „vielleicht eine Teamleitung übernehmen“ und Michael Bergmann will „mehr als 100 Studenten am Mulvany begrüßen“.

www.studieren-in-herne.de

Text: Horst Martens