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Kohle, Mäuse und Zaster

Themenvitrine im Schloss Strünkede

„Kohle, Mäuse & Zaster“ heißt eine kleine, aber feine Ausstellung im Turmzimmer des Schlosses Strünkede (24.5.-Januar 2019). Dabei geht es um Geschichten rund ums Geld.

  • Linda Oberste-Beulmann und Kirsten Katharina Büttner erläutern die Ausstellung „Kohle, Mäuse & Zaster“. © Frank Dieper, Stadt Herne.

Römische Münzen, darunter die älteste mit dem Konterfei von Kaiser Nero, Notgeldscheine, eine 50-Millionen-Reichsmark-Münze, eine alte Registrierkasse, Benefizkarten für Rot-Weiß-Essen mit dem Porträt von Willi-Ente-Lippens, Geldspiele wie Monopoly – diese Exponate sagen etwas über die Vielfalt der Ausstellung aus. „Mit der Themenvitrine haben wir ein neues Format geschaffen“, sagt Kirsten Katharina Büttner, stellvertretende Leiterin des Emschertal-Museums, „auf diese Weise können wir dann unsere eigenen Exponate präsentieren, damit sie nicht nur im Magazin im Verborgenen blühen. Unser Ziel ist es ja auch, einen Einblick in unsere Sammlung zu geben.“ In Anspielung auf die Verhüllung des Schlosses zum Ende der Kohleära sagte sie: „Draußen vor dem Schloss geht es um Kohle, drinnen geht es um Kohle und Geld.“

Eröffnung: Donnerstag, 24. Mai, 18 Uhr, Turmzimmer Schloss Strünkede, „Kohle, Mäuse & Zaster“

„Kleine, abgeschlossene Geschichten“ hat Kuratorin Linda Oberste-Beulmann zusammen gestellt. Und die werden auf mehreren Ebenen präsentiert: Sprache / Synonyme, Formen des Geldes (von der Münze über das Notgeld bis zum Gutschein), Umgang mit Geld (Lohntüten, Rechenmaschinen), Geld-Spiele und Aufbewahrung des Geldes (Sparbuch, auf der hohen Kante, im Sparschwein).

Redewendungen rund ums Geld

Auf der sprachlichen Ebene geht es um Synonyme und Redewendungen: „Zaster“ bedeutet im Altindischen „Eisen“ und bezeichnete daher das Material, aus dem Münzen häufig bestanden. „Auf den Hund gekommen“ bezieht sich auf den Hund, der auf dem Boden einer Geld-Kassette verewigt war. Wenn das Geld zur Neige ging, kam das Tier zum Vorschein. „Auf die hohe Kante legen“ beschreibt die hohe Kante eines Baldachinbettes – dort fand Geld häufig seinen Platz.

Am Rande notiert: Die Mitarbeiterinnen des Emschertal-Museums hatten den Tisch für die Pressekonferenz thematisch gedeckt: mit Speckmäusen, Lakritzmünzen, einem Topf mit „Fette Henne“ (auch als Geldbaum bekannt) und Studentenfutter (für diejenigen, die kein Geld haben).