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Ritter in Gummistiefeln

Zwölftes Mittelalter-Spektakel auf Schloss Strünkede

Drache Fangdorn hat sich vor schloss Strünkede niedergelassen. © Nina-Maria Haupt, Stadt Herne

Zum zwölften Mal haben sich Ritter, Gaukler und Marktleute rund um Schloss Strünkede niedergelassen und ein mittelalterliches Spektakel dargeboten. Von Freitag, 8. bis Sonntag, 10. September 2017 zeigten sie Attraktionen vom Wikinger-Kinderkarussel über mittelalterliche Waren, Spielleute und Kraft-Akrobaten bis hin zu einem feuerspeienden Drachen.

  • Ob der Drache wohl gefährlich ist? ©Nina-Maria Haupt, Stadt Herne

Eisenhans verbiegt Metall

„Ich bin der stärkste Mann der Welt“, rief Eisenhans und wollte das sofort unter Beweis stellen, indem er eine Zuschauerin hochhob – und das mit nur einem Finger. Überall, wo man nicht im  Matsch versank, drängten sich Zuschauer: Familien, Kinder, Paare und auch der eine oder andere Besucher in fantasievollem Gewand. Ob mit Schottenrock und Schaffell, in einer Bauern-Tunika oder als mittelalterliche Edelleute, nicht nur die Darsteller zeigten das Spektrum mittelalterlichen Lebens. Eisenhans hatte inzwischen eine Dame in die Luft gehoben, erst mit einem Finger, dann mit den Zähnen. „Das geht nur, wenn man immer gut die Zähne putzt“, ermahnte er die staunenden Kinder.

Auch eine Eisenstange konnte der Kraft-Akrobat mit Händen und Zähnen verbiegen – und formte daraus erst einen Fisch, dann einen Bügel – „Das ist ein Bügel aus Eisen, also ein Bügeleisen“ – und schließlich ein Herz, das die Dame aus dem Publikum, die sich bereitwillig hochheben ließ, schließlich bekam.

Burgfräulein mit bunten Regenstiefeln

Am regnerischen Samstag hatte sich nur wenig Publikum im Schlosspark eingefunden, dafür war es am Sonntag trocken und der Platz voller Menschen. Dem aufgeweichten Boden trotzten sie mit ausgelegten Planen, Rindenmulch – und Gummistiefeln. So trug manch ein kleiner Ritter stolz Helm und Schwert zu bunten Stiefeln. Und auch das eine oder andere Burgfräulein kombinierte ein bodenlanges Kleid und Blumenkränze zu wetterfestem Schuhwerk. Andere Besucher verzichteten ganz auf Schuhe und wateten barfuß durch den zentimetertiefen Matsch. Der Stimmung tat die Matsche keinen Abbruch. Außer den bekannten Händlern mit Met, Kleidern und Holzschwertern hatte sich auch der eine oder andere neue Markstand dazu gesellt.

Fangdorn, der feuerspeiende Drache

Auch das Programm hielt selbst für langjährige Fans der Veranstaltung einige Überraschungen bereit. Außer Musikern, Gauklern und dem Eisenhans war auch ein feuerspeiender Drache von der Größe eines Kleinlasters angereist. Mitten auf der Wiese schlief der Drache Fangdorn – zumindest bis zwei Sagengestalten, ein Satyr und eine Elfe, ihn aufweckten, um seinen Schatz zu bekommen. Den Schatz wollten sie an die Kinder im Publikum verteilen, aber leider kamen ihnen drei Räuber dazwischen, und so musste Fangdorn fauchend und feuerspuckend die Räuber in die Flucht schlagen. Nach viel Rauch und Feuer und spektakulären Gefechten musste sogar der Räuberhauptmann fliehen und überließ den Elfen und Zuschauern eine Schatzkiste voller Sonnenblumenkerne.

Nina-Maria Haupt