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Spatenstich für klimafreundliches Wohnen

Stadtwerke bauen Klimaviertel in Sodingen

In Herne entsteht ein Klimaviertel, eine autofreie Straße mit sieben Häusern, die ihre Energie weitgehend selbst produzieren. Beim Spatenstich am Mittwoche, 25. April 2018, wurde das Projekt von der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet.

  • Spaten und Helme stehen bereit. ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

„Was gestern Vision war, wird nun Stück für Stück Realität. Mit sieben Einfamilienhäusern, die ihre Energie weitgehend selbst erzeugen, leisten wir einen Beitrag zur lokalen Energiewende. Mit dem Bau dieses besonderen Quartiers wollen wir als Energieversorger neue Wege für den Klimaschutz gehen. Es ist unser Beitrag von den Stadtwerken Herne für nachhaltige Stadtentwicklung“, sagte Ulrich Koch, Vorstand der Stadtwerke Herne. Es ist deutschlandweit das erste Mal, dass ein Energieversorger ein ganzes Stadtquartier baut. Die Neubausiedlung entsteht rund um den Bruno-Danek-Weg, in der Nähe der Akademie Mont-Cenis, zwischen Baueracker und An der Linde.  „Klassische Branchengrenzen zwischen Energieversorgern und Baubranche gibt es nicht mehr“, prophezeite Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer KlimaExpo.NRW.

Klimaschutz und Lebensqualität

Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda freut sich über das Herner Vorzeigeprojekt: „Das Klimaviertel ist ein weiterer Baustein in unserer Strategie der grünen, nachhaltigen Stadt. Hier treffen innovative Technologien und Klimaschutz aufeinander. Gut leben in Herne – heute und morgen – erhält so ein freundliches Gesicht.“ Wichtig sei nicht nur der Umweltschutz, sondern auch eine stressfreie Wohnumgebung. Gerade dadurch, dass keine Autos in das Quartier fahren könnten und man keinen Parkplatz suchen müsse, würde der Bereich besonders lebenswert. Bewohner und Besucher können ihre Autos am Eingang des Quartiers in Carports mit Solardach abstellen, an denen auch Elektrofahrzeuge geladen werden können.

Beispiel für den gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet

„Das Klimaviertel ist ein weiteres Beispiel für den gelungenen Strukturwandel im Ruhrgebiet. Hier wird gemeinsam mit der Wirtschaft, dem Handwerk und der Wissenschaft gezeigt, was heute bereits im Bausektor möglich ist“, lobte Hartmut Murschall, stellvertretender Abteilungsleiter im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW. Jedes Haus bekommt Solarzellen auf das Dach montiert, um Strom zu erzeugen, geheizt wird mit Erdwärme und eine neuartige Batterie soll helfen, Energie zu speichern. Für diese Technik sorgen unter anderem das Fraunhofer-UMSICHT-Institut, die Firmen Volterion, Waterkotte, ReGeTech und Smart-Tec. Bis Ende 2018 sollen die Häuser fertig sein, spätestens im Frühjahr 2019 die neuen Besitzer einziehen.

Kinder können ohne Angst vor Autos spielen

Stefan und Bianca Birr mit ihrer Tochter Ida haben eines der neuen Häuser gekauft. „Wir finden die Idee gut. Auch dass die Straße autofrei ist und die Kinder hier spielen können, gefällt uns“, so Stefan Birr. „Das Energiekonzept ist uns wichtig, dass die Häuser so autark wie möglich sind“, ergänzte Bianca Birr. Beide sind in Herne aufgewachsen und waren sofort von dem neuen Quartier überzeugt. Ihre neue Nachbarin Marie Grewe wird demnächst mit ihrem Mann und dem anderthalbjährigen Sohn Niklas in ihr neuen Haus einziehen. Sie ist aus Niedersachsen ins Ruhrgebiet gezogen und lebt seit zwei Jahren in Herne. Die Grewes setzen auf Sicherheit und Komfort: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Beste. Man braucht sich bei den Neubauten keine Gedanken über Renovierungen zu machen. Und man kann sichergehen, dass der Bauträger, die Stadtwerke, nicht pleite geht.“ Auch die neuen Nachbarn sind ein großer Pluspunkt, denn Niklas wird andere Kinder in seinem Alter zu Spielen haben – in einer Straße ohne Autos.

Nina-Maria Haupt