Das Herner Kulturzentrum wird 50 Jahre alt
Im September 2026 feiert das Kulturzentrum Herne sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass traf sich inherne-Redakteur Patrick Mammen mit Per Jaeger, dem technischen Leiter für den Fachbereich Kultur sowie zuständig für die technische Leitung im Kulturzentrum Herne.
Jaeger beschreibt dabei auch gleich seine persönliche Verbindung zum Haus: „Ich bin 2003 nach Herne gezogen – im Rahmen meiner Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik.“ Gebürtig kommt er aus Hamburg. Von seiner Position aus kennt er die technischen Anforderungen des Kulturzentrums – und beschreibt, wie sich die Einrichtung im Laufe der Zeit weiterentwickeln musste, um den Erwartungen an moderne Veranstaltungen gerecht zu werden.

Im Turm laufen spinnennetzgleich alle Seilzüge zusammen.

Per Jaeger, der technische Leiter des Kulturzentrums im Regieraum oberhalb des Saals.

Die Hydraulik unterhalb der Bühne.
Alte und neue Technik
Ein Blick auf die Technik zeigt, dass im Kulturzentrum Herne nicht nur moderne Elemente existieren, sondern auch historische Grundlagen eine wichtige Rolle spielen. Als ältestes Techniksegment nennt Jaeger vor allem die Bühnentechnik: „Ich glaube, die älteste Technik sind tatsächlich die Antriebe der Bühnentechnik.“ Viele wüssten das nicht, doch die Anlage ermöglicht mehr als nur klassische Bühnenpositionen: „Man kann den Boden komplett bewegen und auf dasselbe Level bringen wie die Bühne.“
Variable Bühne
Dabei bleibt die Bühne zwar grundsätzlich in ihrer Position, kann sich aber erhöhen. Der Saalboden wird angehoben, das Foyer hat dabei im Grunde das gleiche Niveau wie die Bühne. Dadurch wird der Raum je nach Bedarf flexibel umkonfiguriert: „Die Saalwand lässt sich dann absenken, sodass daraus quasi ein großer Raum wird.“

Die argentinischen Tango-Weltmeister bei einer Probe vor der Aufführung im Kulturzentrum.
Stück für Stück erneuert
Mit Blick auf das Jubiläum stellt sich außerdem die Frage, wie viel technisch bereits verändert und erneuert wurde. Jaeger beschreibt, dass die Technikarbeit im Kulturzentrum eher ein fortlaufender Prozess ist: „Wir versuchen, irgendwie am Ball zu bleiben und jedes Jahr ein bisschen was zu machen.“
Sehr wohl ein Theater
Auch ein verbreitetes Vorurteil greift Jaeger im Gespräch auf: „Herne hat kein Theater.“ Diese Aussage hält er für falsch. Das Kulturzentrum ist zwar kein klassisches Schauspielhaus, sondern eine Mehrzweckhalle – dennoch ist die Ausstattung stark auf theaterähnliche Produktionen ausgelegt.
Vielfältig nutzbar
So zeigt der Blick hinter die Kulissen ein deutliches Bild: Das Kulturzentrum Herne verbindet gewachsene Strukturen mit kontinuierlicher Erneuerung. Die technische Ausstattung ist dabei nicht nur „Kulisse“, sondern ein wesentlicher Bestandteil dafür, dass unterschiedliche Formate stattfinden können – und dass Künstler*innen den Ort als zuverlässigen Produktionspartner erleben.