Ein Juwel erstrahlt in neuem Glanz

29. März 2026 | Ausgabe 2026/2

Die Sanierung der Städtischen Galerie ist abgeschlossen

Es ist vollbracht: „Der Dreiklang des Emschertal-Museums, bestehend aus dem Heimatmuseum Unser Fritz, dem Schloss Strünkede und der Städtischen Galerie, ist wieder vollständig“, freut sich Museumsleiter Dr. Oliver Doetzer-Berweger, der diese Position seit bereits 18 Jahren inne hat. Passend zum 100-jährigen Jubiläum des Emschertal-Museums im November wurde die zweijährige Sanierung der Städtischen Galerie fertiggestellt – und damit kehrt die Kunst zurück in ihre Heimat im Schlosspark Strünkede.

Es ist ein besonderes Schmuckstück geworden: Direkt neben der Schlosskapelle, dem ältesten Gebäude Hernes, und unweit des Schlosses Strünkede strahlt Besucher*innen des Parks die sanierte Villa von 1896 entgegen. Im Inneren trifft Gründerzeit-Charme jetzt auf zeitgemäßes Museumsdesign. „Wir wollten einen modernen Kunstort mit Flair schaffen, der seine Geschichte widerspiegelt. Die Galerie sollte kein ‚White Cube‘ werden“, erklärt Oliver Doetzer-Berweger.

Denkmalgeschützte Villa seit 1986.

Die Städtische Galerie mit ihrer neuen Fassade.

Hellauf begeistert zeigte sich auch Dr. Oliver Doetzter-Berweger ob der gelungenen Resauration.

Neues Aussehen, …
Stattdessen wurden typische Jugendstilelemente des ehemaligen Interieurs herausgearbeitet: Bunte Fliesen, verschnörkelte Decken- und Wandvertäfelungen, verzierte Heizkörper und Stuckdecken unterstreichen den Charakter des einstigen Wohnhauses der Familie von Forell, der damaligen Besitzerin des Schlosses Strünkede. Vervollständigt wird das Bild durch ein stilecht möbliertes Zimmer im Erdgeschoss, durch das die Inneneinrichtung des früheren Wohnhauses erlebbar wird. Die Gemütlichkeit des Hauses aufgreifend, sind die Wände der Galerieräume in einem warmen Weiß gehalten, der den Kunstwerken dennoch genug Raum zum Wirken gibt.

neue Technik, …
Für Kosten von zwei Millionen Euro bleibt es aber nicht nur bei ästhetischen Veränderungen. Auch die technische Infrastruktur wurde erneuert: Unter anderem neue, rollstuhlgerechte sanitäre Einrichtungen erwarten die Besuchenden, die ab sofort über einen barrierefreien Zugang ins Erdgeschoss der Galerie gelangen können. Möglich gemacht haben das Fördermittel des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Höhe von 200.000 Euro und des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) in Höhe einer Million Euro.

aber bewährtes Konzept
„Die Städtische Galerie ist ein Museum der Stadtgesellschaft. Ihre Geschichte begann mit Kunstsammlungen, die aus der Mitte der Bevölkerung kamen und Zugang zu verschiedenen Perspektiven auf das Ruhrgebiet schaffen. Von Bürger*innen für Bürger*innen – so ist sie entstanden und so verstehen wir uns auch weiterhin“, so Oliver Doetzer-Berweger. Eine Sache soll sich allerdings ändern: „Wir wollen den weiblichen Blick in der und auf die Kunst verstärkt zeigen und dahingehend auch unseren Bestand stärken. Das kommt in der Kunstszene leider immer noch viel zu kurz.“

„Von Bürger*innen für Bürger*innen – so ist die Städtische Galerie entstanden und so verstehen wir uns auch weiterhin.“

Unmittelbar neben dem Eingangsportal wurde auch ein barrierefreier Zugang mit einem Elektroaufzug installiert.

Auch die Bodenkacheln im Eingangsbereich wurden erhalten.

„Meisterwerke“ ziehen ein
Neben den baulichen Elementen lohnt sich auch ein Blick auf die Kunst in den acht Galerieräumen, die dank neuer Lichttechnik jetzt bestens in Szene gesetzt wird. In der aktuellen Ausstellung „Meisterwerke“ bündelt das Museum seine Highlights aus 80 Jahren Sammlungstätigkeit von Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die ausgewählten Schätze der aus über 7.000 Werken bestehenden Sammlung mit dem Schwerpunkt auf Papier sind in thematischen Räumen zu Architektur und Industrie, Struktur, Stoff und Farben sowie Porträtmalerei und Tieren sortiert. So werden Kunstwerke nicht nur aus verschiedenen Epochen, sondern auch von gleichermaßen internationalen wie regionalen Künstler*innen in einen neuen Zusammenhang gesetzt. Durch eine Verlängerung der Ausstellungsdauer haben Interessierte die Chance, die Werke der städtischen Sammlung auch zum 100. Geburtstag des Museums am 7. November 2026 zu genießen.

Weitere Infos zur Ausstellung finden sich unter herne.de/stg.

Blick in die restaurierten Ausstellungsräume.

Text: Rebecca Corrent   Fotos: Frank Dieper, Thomas Schmidt