Cranger Kirmes 2026

„Die erste Million ist geknackt“

10. August 2026 | Freizeit
Das Jupiter-Riesenrad ist eines der Wahrzeichen der Cranger Kirmes, die bis zum Sonntagabend rund 1,6 Millionen Gäste besucht haben. Foto: Stadtmarketing Herne / Björn Koch

„Rückblickend auf die ersten drei Kirmestage haben wir einen hervorragenden Eindruck“, freute sich Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla. „Die gelungene Eröffnungsfeier im Festzelt war hochkarätig, ein bestens gelaunter OB hat die Stimmung vorgegeben, Gesundheitsminister Laumann stimmte mit ein. Er ließ sich dazu hinreißen, den Wert geselligen Biertrinkens für die Psyche herauszustellen, und The BossHoss waren für die Cranger Kirmes Champions League“, resümierte er zur feierlichen Eröffnung am Freitag. Für ihn zählte der Auftritt zu den besten Auftritten der vergangenen Jahre.

Vier Tage Pferdemarkt

Die Ursprünge der Cranger Kirmes wurden auf dem traditionellen Pferdemarkt dargestellt, der in diesem Jahr einen neuen Anstrich bekommen hat und vier Tage dauerte. „Was wir dort gesehen haben, war hochprofessionell und eine deutliche Aufwertung der Veranstaltung“, so Dr. Burbulla.

Die Attraktionen der Cranger Kirmes

„Alle Neuheiten sind in diesem Jahr gut platziert. Besonders die Geisterbahn Diablos Residenz, die im vergangenen Jahr nicht mehr rechtzeitig für Crange fertig geworden ist, läuft sichtlich gut“, schilderte Tibo Zywietz, stellvertretender Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung, seine ersten Eindrücke. „Auch das neue Cranger Weinzelt mit seinen Weinproben, die von einem Winzer begleitet werden, und Club-Nights mit DJ-Musik kommt sehr gut an“, so Zywietz.

Metzgermeister Miske, der am Mittwoch mit dem Schausteller-Award „Bester auf Crange“ für das Vorjahr ausgezeichnet wurde, habe berichtet, dass er vermehrt Zulauf von neugierigen Neukunden erhalte. Der Musikexpress „Disco Jet“ stehe auf einer neuen Ecke, an der er ausgesprochen gut wirke. Die Hauptstraße habe mit dem Riesenrad „High Sky“ und dem Kinderfahrgeschäft „Brunos freche Fahrt“ daneben eine deutliche Aufwertung erfahren. „Wir haben keinerlei Lücken und eine ausgewogene Verteilung der hohen und niedrigen Fahrgeschäfte“, freut sich Zywietz über den attraktiven Platzaufbau. Sein Dank ging an alle Schausteller, die mit Ihren Zugmaschinen geholfen haben, den „absolut rekordverdächtigen“ Festumzug zu sichern.

So lief es bei den Sicherheitskräften

Insgesamt 72 Einsätze vermeldete die Polizei für die ersten drei Kirmestage. „Das waren aber eher keine reißerischen Geschichten, sondern Vermisstensuchen oder Hilfegesuche“, berichtet der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Derks, Einsatzleiter der Polizei auf der Cranger Kirmes. Sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen, wobei Alkohol und aggressives Verhalten eine Rolle gespielt hätten. „Angesichts der Besucherzahl und des dreitägigen Zeitraums ist das keine besondere Zahl“, so Derks, der insgesamt eine positive Bilanz zog.

Außerdem sei es zu 15 Körperverletzungen und vier Widerstandshandlungen gegen Beamte gekommen, eine davon am Samstag beim Festumzug. „Der Umzug hatte einen Familiencharakter und der Widerstand wurde schnell gebrochen“, so Derks. Insgesamt habe es zwei Unfälle gegeben. In einem Fall hat ein E-Scooter-Fahrer auf dem Platz ein Kind angefahren und leicht verletzt. „Auf dem Platz ist es verboten, E-Scooter oder Fahrrad zu fahren. Es gehört zum gesunden Menschenverstand, zu erkennen, dass so etwas gefährlich ist“, betonte Derks.

Jacques Tillys Mottowagen

Dr. Christian Märkert, Leiter der Berufsfeuerwehr Herne, freute sich über den gelungenen Auftritt von Jacques Tillys Mottowagen für Respekt gegenüber Einsatzkräften. Der Wagen fuhr anlässlich des 150-jährige Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne beim Festumzug mit. „Wir haben viel positives Feedback erhalten, sehen die Aktion aber leider auch mit einem weinenden Auge, dass es überhaupt in der Gesellschaft thematisiert werden muss“, so Dr. Märkert. Aus Sicht der Feuerwehr fühle man sich auf Crange wohl und es habe hier bisher keine Übergriffe gegeben. Bedauerlich sei ein Vorfall am gestrigen Samstag in Kirmesnähe gewesen, bei dem fälschlicherweise gemeldet wurde, dass Personen in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen seien, aber eine davon nicht wieder aufgetaucht sei. „Für uns stellt sich das klar als Missbrauch des Notrufs dar“, so Dr. Merkert. „Ansonsten haben wir kirmesübliche Einsätze, aber keine Besonderheiten erlebt. Dankbar sind wir für die große Unterstützung des DRK mit den vielen ehrenamtlichen Helfern.“

„Aus Sicht des DRK haben wir eine ganz normale Kirmes erlebt“, berichtete Benedikt Harting, Einsatzleiter DRK. Insgesamt habe das DRK 124 Hilfeleistungen zu verzeichnen. Durch die gestiegenen Temperaturen und die lange Verweildauer beim Festumzug und auf dem Platz sei es vermehrt zu Kreislaufproblemen gekommen. „Viel trinken ist gerade bei heißeren Temperaturen wichtig. Dafür gibt es auf dem Platz unter anderem zwei Trinkwasserspender“, so Harting.

Crange aus Sicht der Schausteller

Albert Ritter, Präsident Deutscher Schaustellerbund e. V., betonte die Wichtigkeit von Respekt und dankte allen Einsatzkräften, „dass wie hier die Alltagssorgen vergessen können“, und dass alle, die zum Gelingen der Cranger Kirmes beitrügen, „sich hier freuen, ihren Dienst zu tun und dies immer mit einem Lächeln. Das Wir-Gefühl, das hier gelebt und gefeiert wird, macht Crange zu meiner Heimat- und Lieblingskirmes“, betonte Ritter.

„Beim Absichern des Festumzugs habe ich rundum tolle Gespräche geführt und auch das eine oder andere Hallo von Bekannten aus Dortmund gehört“, freute sich Patrick Arens, Präsident des Bundesverbands für Schausteller und Marktkaufleute, über einen Festumzug, der längst mehr als rein lokale Bedeutung hat. „Durch die Temperaturen erleben die Verkaufsstände ein gutes Jahr. Die Leute kommen früher, bleiben länger, und wir haben hier ein vielfältiges Angebot.“

Abschluss-Feuerwerk (16. August, 22:30 Uhr)

Die Entscheidung, ob das Abschlussfeuerwerk am Sonntag, 16. August 2026, um 22:30 Uhr wie geplant steigen darf, fällt am kommenden Sonntag vor Ort. „Beim Eröffnungsfeuerwerk sind wir an unsere Schmerzgrenze gegangen“, gestand Feuerwehrchef Dr. Christian Märkert ein. Aus Sicht der Feuerwehr stelle sich immer die Frage, ob im Ernstfall schnell genug reagiert werden könne. „Nach der 30er-Regel kann bei einer Wetterlage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius, einer Windgeschwindigkeit über 30 Kilometern pro Stunde und einer Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent ein Feuerwerk nicht abgefeuert werden.“

 

Text: Stadtmarketing Herne GmbH