Stadt sensibilisiert Auszubildende für Inklusion
Dieser Perspektivwechsel im Technischen Rathaus kam richtig gut an: Am Freitag, 4. September 2026, erhielten die Nachwuchskräfte der Stadtverwaltung und der Herner Sparkasse einen spannenden Einblick in die inklusive Verwaltung. Möglich machte dies der Azubi-Inklusionstag der Stadt Herne, der regelmäßig innerhalb der Einführungswoche zum Programm der neuen Auszubildenden gehört.
Wie ist mein Leben mit dem Grauen Star? Mit einer Brille wurde die Einschränkung simuliert. Foto: Isabel Diekmann/Stadt Herne
Das städtische Inklusionsbüro organisierte die Aktion gemeinsam mit dem Team Ausbildung bereits zum siebten Mal. Nach der Begrüßung erinnerte gleich zum Auftakt die Inklusionsbeauftragte Gabriele Cypel an die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Einschränkungen. Wie diese Einschränkungen aussehen können, machte ein Parcours mit acht verschiedenen Stationen im und rund um das Technische Rathaus sichtbar. Und so wartete schon an der Treppe zum Gebäude bei der Station „Erblindung“ die erste Hürde auf die Teilnehmenden. Mit verdunkelten Augen ging es ausgestattet mit einem Blindenstock in Richtung Pforte. Dort informierten sich die Azubis über die zuständige Abteilung, um im Anschluss eigenständig im fünften Stock eine Rechnung über 200 Euro zu bezahlen. Neben dem Blick auf die Barrierefreiheit wurde hier auch das Vertrauen in die Gruppe gestärkt. Um Unfälle zu verhindern, standen die anderen unterstützend zur Seite.
Spätestens jetzt war allen Beteiligten klar, was Stephanie Jordan meinte, als sie zur Begrüßung sagte: „Hier können sie eindrucksvoll erahnen, was es bedeutet, mit einer Einschränkung leben zu müssen.“ Die zuständige Dezernentin lobte das bewährte Konzept des Inklusionstages und wünschte allen Nachwuchskräften einen guten Start ins Berufsleben. Hier schloss sich auch Bettina Szelag: „Heute haben Sie die Chance, das Leben durch eine andere Brille zu betrachten.Versuchen Sie sich in die Menschen mit Einschränkungen hineinzuversetzen und entwickeln Sie Verständnis.“
Genau das haben die Nachwuchskräfte sicherlich mitgenommen und werden nun angemessen reagieren, wenn im Arbeitsalltag Menschen mit Einschränkungen das Büro betreten. Auch die Kommunikation mit Gebärdensprache ist nun kein Neuland mehr für die Nachwuchskräfte. Hier gibt es nun keine Berührungsängste mehr. Ein städtischer Mitarbeiter gab einen kurzen Einblick in die Welt der Gebärdensprache und gebärdete Wörter wie Stadt, Herne, Verwaltung und Fachbereich. Im Anschluss versuchten die Azubis mit dem Fingeralphabet ihre Vornamen zu buchstabieren.
Zum ersten Mal war diesmal auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement dabei. Insbesondere von der städtischen Betriebsärztin gab es viele wichtige Hinweise und praktische Übungen zur Reanimierung von Personen im Notfall. Weitere Stationen standen unter dem Motto: Gehörlosigkeit, Alter und Behinderung, Inklusive Verwaltung, Inklusives Fahrrad und Rollstuhlparcours.














