Gleichstellung und Vielfalt

Aktionen gegen Gewalt an Frauen

24. November 2025 | Gesellschaft
Auch in Herne-Mitte setzt eine orangefarbene Bank nun ein öffentlich sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Der Herner Mädchenarbeitskreis hat in Kooperation mit dem „Runden Tisch gegen häusliche Gewalt in Herne“ ein besonderes Projekt geplant. 360 Paar rote Schuhe sollen stellvertretend für alle Frauen stehen, die im vergangenen Jahr in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet wurden. Diese werden am Dienstag, 25. November 2025, um 15 Uhr im oberen Ausstellungsraum – dem ehemaligen Café – des LWL-Museums für Archäologie, Europaplatz 1, präsentiert.

„Wir finden diese Aktion sehr wichtig, weil so eine Symbolträchtigkeit viel eindrucksvoller ist, als etwas nur zu erzählen oder zu schreiben“, sagte Antonie Brieske von der Beratungsstelle Schattenlicht, wo sie und ihre Kolleginnen Frauen kennengelernt haben, die kurz davor waren, von ihrem Partner ermordet zu werden. „Teilweise berichten schon Mädchen, dass sie Angst vor ihrem Partner haben“, ergänzte Annelie Ringmann-Gogolla ebenfalls von der Beratungsstelle Schattenlicht. Oftmals trauten sie sich nicht, sich zu trennen, weil sie Angst vor den Konsequenzen hätten. „Viele denken, das ist ganz weit weg, aber 2023 sind allein in Herne zwei Femizide passiert“, so Annelie Ringmann-Gogolla.

Angelehnt ist die Aktion an das Kunstprojekt „Zapatos Rojos“ von Elina Chauvet. Die Künstlerin platzierte 2009 zum ersten Mal rote Schuhe auf einem öffentlichen Platz in Ciudad Juárez im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, um auf die Opfer von Femiziden aufmerksam zu machen. Ihre Schwester war durch Schläge ihres Mannes ums Leben gekommen.

Lichtkette am Kugelbrunnen

Im Anschluss soll am Dienstag, 25. November 2025, um 16:30 Uhr am Kugelbrunnen auf der Bahnhofstraße eine Menschen- und Lichterkette gebildet werden. „Wir möchten mit der Lichterkette am Kugelbrunnen wieder ein Zeichen setzen. Leider ist das Thema Gewalt gegen Frauen immer noch in der Tabuzone“, möchte Melanie Kampa, stellvertretende Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Herne, die Bürger*innen zur Teilnahme an der Aktion aufrufen.

  • Antonie Brieske von der Beratungsstelle Schattenlicht. Foto: Frank Dieper, Stadt Herne

Ausstellungseröffnung

Im Weiteren ist eine Ausstellung mit dem Titel „Frauen geben Frieden ein Gesicht“ geplant. „In dieser Ausstellung sind Frauen portraitiert, die im Bosnienkrieg Opfer von Gewalt wurden und von denen inzwischen einige Friedensaktivistinnen geworden sind“, kündigte Cordelia Neige, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herne, an. „Das ist eine große Aktion, die wir zusammen mit der St. Elisabethgruppe, der Soforthilfe Herne und dem Caritasverband Herne e.V. durchführen. Was sich zeigt, ist, dass Gewalt gegen Frauen insbesondere in Kriegsgebieten weiter ein globales Thema ist.“

Die Portraits werden vom 25. November bis 11. Dezember 2025 in der Christuskirche in Wanne, Hauptstraße 245, zu sehen sein. Die Öffnungszeiten der Kirche sind dienstags und donnerstags von 16 bis 17:30 Uhr und am Mittwoch von 11 bis 12 Uhr.

Zwei neue orangefarbene Bänke: „Kein Platz für Gewalt“

Anfang dieses Jahrs wurden vier orangefarbene Bänke in den Herner Stadtbezirken aufgestellt, die ein öffentlich sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen. „Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, noch zwei weitere Bänke dort zu platzieren, wo fußläufig viele Menschen unterwegs sind, damit diese noch besser ins Blickfeld geraten“, erklärte Cordelia Neige. So befinden sich die zwei neuen Standorte am Kugelbrunnen auf der Bahnhofstraße in Herne-Mitte und vor der Christuskirche in der Wanner Fußgängerzone.

Jede Bank ist mit einer Tafel versehen, die auf Hilfsangebote im Stadtgebiet und auf das Hilfetelefon gegen Gewalt an Frauen unter der kostenfreien Telefonnummer 116 016 hinweist, das rund um die Uhr erreichbar ist und Beratung in 18 Sprachen bietet. Über den QR-Code gibt es zudem weiterführende Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen. Er führt auf die Webseite des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt unter www.haeusliche-gewalt-herne.de .

Busaktion

Seit vielen Jahren bringt der „Runde Tisch gegen häusliche Gewalt in Herne“ viele Kooperationspartner*innen zusammen, die mit gewaltbetroffenen Frauen zusammenarbeiten. Für das Hilfsangebot werben auch in diesem Jahr wieder Busse der HCR. Sie machen auf dem Heck mit einem auffälligen Motiv auf die Webseite www.haeusliche-gewalt-herne.de.