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Bock auf Pflege: Schüler schnuppern in den Beruf

Krankenpflegeschüler geben Jugendlichen Einblick in ihren Alltag

Was macht eigentlich ein Krankenpfleger? Wie kann der Einstieg in den Beruf gelingen? Wie funktioniert eine Reanimation? Wie desinfiziere ich meine Hände richtig? Auf all diese Fragen haben am Donnerstag, 4. April 2019, 25 Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule Antworten aus erster Hand bekommen – nämlich von Krankenpflegeschülern der evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel.

  • ©Thomas Schmidt, Stadt Herne

Der Berufsfelderkundungstag, bei dem Auszubildende ihr Wissen an Achtklässler weitergeben, wurde zum vierten Mal im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) und der Herner Gesundheitswoche in Kooperation mit der Krankenpflegeschule der evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne/Castrop-Rauxel angeboten. Das NRW-Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sieht für Schülerinnen und Schüler spezielle aufeinander aufbauende Elemente zur Berufsorientierung vor. Die Berufsfelderkundung soll Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder geben. So werden erste berufspraktische Erfahrungen gesammelt, mit dem Ziel, dass die jungen Schülerinnen und Schüler langfristig eine realistische berufliche Perspektive für sich entwickeln können. „Hier können Jugendliche, die Interesse an einem Pflegeberuf haben, direkt reinschnuppern“, erklärt Heike Wegner von der städtischen KAoA-Koordinierungsstelle. Aber auch die angehenden Krankenpfleger können von diesem Tag profitieren: „Das ist eine gute Vorbereitung auf mündliche Prüfungen“, verrät Martin Hückelheim, Leiter der Krankenpflegeschule.

Insgesamt fünf Stationen haben die 20 Krankenpflegeschüler aufgebaut und für die Schüler der Gesamtschule vorbereitet: Hygiene, Reanimation und Vitalzeichen, Betten richten und Patienten lagern, Injizieren sowie ein Pflegequiz inklusive Informationen zu Ausbildung waren die Themen der Stationen. Egal, ob Blutdruck messen, an einer Puppe reanimieren, Handschuhe anziehen, an einer Orange injizieren üben oder Patienten lagern, alles konnten die 25 Gesamtschüler selbst ausprobieren.

„Ich sehe, dass die Schüler stolz sind, dass sie ihr Wissen weitergeben können“, erklärt Miriam Anstipp, Lehrerin für Pflegeberufe. Aber auch die zukünftigen Krankenpfleger halten den Tag für sinnvoll: „Nachwuchs in der Pflege wird immer gebraucht“, sagt Mahir Celik. Der 22-Jährige hat seinen Traumberuf in der Pflege gefunden: „Ich habe das Gefühl, dass ich etwas Sinnvolles mache.“

Für den 13-jährigen Amir hat sich der Tag in der Krankenpflegeschule schon einmal gelohnt. Er kann sich vorstellen, mal ein Praktikum zu machen und so noch mehr Einblicke in den Beruf zu bekommen: „Mir gefällt die Zusammenarbeit mit anderen und Patienten zu helfen“. Besonders spannend habe er die Station Reanimation gefunden, denn „die Herzdruckmassage kann ja jederzeit hilfreich sein“.

Anja Gladisch