Europäische Kulturbiennale „Manifesta“ macht Station im Ruhrgebiet
Wenn von Juni bis Oktober die europäische Kulturbiennale „Manifesta“ Station im Ruhrgebiet macht, wird sich neben den Hauptveranstaltungsorten Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum auch in Herne, genauer gesagt in Wanne-Mitte, ein Teil des Veranstaltungsprogramms abspielen.
Unter dem Motto „Catch the light – build bridges“ – zu Deutsch: „das Licht einfangen – Brücken bauen“ – wird im Rahmen des „Manifesta 16 Ruhr“-Programms, welches parallel zu dem Programm der Hauptstandorte an zusätzlichen Orten im Ruhrgebiet stattfindet, insbesondere das Umfeld der Christuskirche auf der Wanner Hauptstraße mit einem bunten Programm bespielt. Im Mittelpunkt stehen dabei Begegnung, Miteinander und Austausch über Generationen, Religionen und Kulturen hinweg. Dazu verbinden sich künstlerische Experimente, Literatur, Performance und Workshops mit der sozialen Teilhabe von Menschen aus einer Vielzahl von Nationen. Ein traditionell religiöser Raum und dessen Umfeld dienen dabei für alle Menschen, Nationen und Religionen als offener, interkultureller Ankerpunkt.
Neuer Sinn für alte Kirchen
Dieser Ansatz fügt sich nahtlos in das Gesamtkonzept der „Manifesta 16 Ruhr“ ein, denn das Festival für zeitgenössische Kunst, das seit 1996 alle zwei Jahre in einer anderen europäischen Metropole Station macht, wird an den Hauptstandorten des Festivals zwischen dem 21. Juni und 4. Oktober insbesondere zwölf leerstehende Nachkriegskirchen bespielen. Ziel ist es, diesen bekannten, jedoch nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck dienenden Räumen einen neuen Sinn, eine neue Bedeutung zu geben, indem man sie wieder – wenn auch auf andere, künstlerische Weise – zu Orten der Begegnung und des Miteinanders macht.
Lebenswerte Region
„Gerade in Wanne-Mitte gibt es für eine solche Stärkung des Miteinanders Nachholbedarf. Dem tragen wir mit dem Programm, das wir entwickelt haben, Rechnung. Denn die Herausforderungen der andauernden und fortgesetzten Transformation des Ruhrgebiets und damit auch unserer Stadt werden wir nur dann erfolgreich meistern, wenn es gelingt, dass wir eine starke Gemeinschaft bleiben“, sagt Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda über die Pläne. Als Vorsitzender des Ruhrparlaments hat er jedoch nicht nur Wanne-Mitte und Herne insgesamt, sondern auch ganz allgemein das Ruhrgebiet im Blick: „Wir haben hier in der Region viele, gute Ansätze. Nicht umsonst hat das Institut der Deutschen Wirtschaft erst jüngst in einer Studie das Ruhrgebiet als lebenswerteste Region Deutschlands ausgezeichnet, weil es hier gerade um das Miteinander sowie um Sport- und Freizeitangebote besser bestellt ist, als anderswo in Deutschland.“

Neuer Sinn für alte Kirchen: hier die Christuskirche von außen.

So könnte möglicherweise ein Event von Pottporus in dem neuen Spielort aussehen.

Der lichtdurchflutete Innenraum der Kirche.
Kurze Wege
Einen besonderen Fokus setzt das lokale „Manifesta“-Programm auf die Ansprache und Beteiligung junger Menschen, die eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft spielen. Die Teilnahme am Programm der „Manifesta 16 Ruhr“ – so der offizielle Titel der Veranstaltung, die 2026 zum sechzehnten Mal stattfindet – unterstützt zudem in besonderer Weise die von der Stadt Herne angestoßene Entwicklung des Urban Arts District-Wanne im Sinne eines 5-Minuten-Quartiers. Dies meint, dass die elementaren, alltäglichen Bedürfnisse der Wanner*innen in Sachen Versorgung und Infrastruktur, Gesundheit, Freizeit und Begegnung sowie Bildung und Arbeit alle binnen fünf Minuten fußläufig erreichbar sind.
Pottporus macht mit
Daran anknüpfend planen hier bewährte Akteur*innen aus der Stadtgesellschaft und dem Kultur- und Vereinsleben mit Unterstützung der Stadt Herne ein buntes, zum Mitmachen einladendes Programm rund um das Wochenende des 18. und 19. September, wenn die „Manifesta 16 Ruhr“ offiziell in Wanne zu Gast ist. Zentraler Projektpartner ist Pottporus, das in Herne beheimatete „house of hip hop culture“, das 2023 mit dem „Urban Arts Ensemble Ruhr“ das erste landesgeförderte Ensemble der Hip-Hop-Kultur ins Leben gerufen hat. „Wir als Pottporus e.V. koordinieren die einzelnen Programmpunkte untereinander und werden dabei von allen Beteiligten unterstützt. Das Programm wurde kooperativ und in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Christuskirche entwickelt und zeigt damit die schon heute bestehende starke Vernetzung der Aktiven untereinander“, sagt Zekai Fenerci, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer von Pottporus.
Mehr zum Programm der „Manifesta 16 Ruhr“ finden Sie unter inherne.net.