Gekocht bei der Herner VHS: ganz schön lecker und einfach nachzumachen
Dass sechs Gelegenheitsköche in wenigen Stunden ein üppiges Menü mit fünf Gängen schmackhaft auf den Tisch bringen, ist kein Hexenwerk. Vielmehr ist es das Ergebnis guter Planung und fachkundiger Anleitung. Das zeigte sich beim Weihnachtskochen des inherne-Teams in der Herner Volkshochschule
Chefkoch Volker Franz, ein erfahrener Küchenmeister, der in seiner Karriere schon viel herumgekommen ist, hatte für die kleine Gruppe in der riesigen VHS-Küche ein durchaus anspruchsvolles Pensum vorbereitet. Das erwies sich am Ende eines vierstündigen Abends aber als absolut machbar und vor allem ziemlich lecker. Ganze fünf Gänge mit westfälischem Einschlag standen auf dem Plan und kaum waren die Teams aufgeteilt, begaben sich die Hobbyköche – ganz nach ihren jeweiligen Vorlieben und Fähigkeiten – an ihre Stationen. Fortan wurde Gemüse geschnibbelt, Fleisch pariert, in Töpfen und Pfannen gerührt und gekocht, bis man sich zwischendurch traf, um die Ergebnisse der Arbeit zu verkosten und zu bewerten.
Am Ende war es ein äußerst unterhaltsamer Abend, der sich an Feiertagen auch im Familienkreis absolut zur Nachahmung empfiehlt

Amuse Bouche: ein westfälisches Zwiebelbrot

Cremige Küebissuppe

Salat mit Honigchampignons
Amuse Bouche
Den Auftakt oder wie es die Franzosen nennen „Amuse Bouche“, machte eine kleine Köstlichkeit, die kinderleicht nachzukochen ist: ein Westfälisches Zwiebelbrot.
Zubereitung:
Zunächst den Speck in Würfel schneiden und in einer Pfanne mit Öl auslassen. Dann das Mett dazu geben und anbraten. Die Zwiebeln und den Lauch in Scheiben schneiden, zum Speck geben und kurz anrösten. Den Knoblauch schälen und mit Salz verreiben. Danach den Schnittlauch und die Petersilie klein hacken und zusammen mit dem Knoblauch unter die Lauch-Zwiebelmischung rühren. Die Pfanne vom Feuer nehmen, wenn die Zwiebeln glasig sind und anfangen, sich leicht zu verfärben. Die Eier und den Käse verquirlen und unter die Masse heben. Danach alles mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die – gerne auch vorher schon kurz angerösteten – Brotscheiben anschließend mit der Masse bedecken, und im Ofen goldgelb überbacken.
Zutaten für vier Portionen:
- 100 g durchwachsener Speck
- 100 g Mett
- 2 EL Öl
- 4 mittelgroße Zwiebeln
- 2 Stangen Lauch
- 1 Knoblauchzehe
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Bund Petersilie
- 2 Eier
- 1 Tasse geriebener Käse
- 1 Messerspitze Muskat
- 4 Scheiben Brot


Gang Nummer 2: Kürbissuppe
Der Folgegang ist ein echter Klassiker der Herbst-/Winterküche. Die cremige Kürbissuppe mit Äpfeln, Karotten und Kartoffeln lässt sich ebenfalls leicht nachkochen, zumal hier jeder seine eigene Note einbringen kann und so am Ende unzählige Varianten entstehen können. Volker Franz hatte ein Rezept dabei, das von Rebecca Corrent, der Volontärin des Pressebüros der Stadt Herne, quasi im Alleingang umgesetzt wurde und allen hervorragend schmeckte.
Zubereitung:
Zunächst das entkernte Fruchtfleisch des Kürbisses in grobe Würfel schneiden, danach die Zwiebeln schälen und achteln. Dann werden die Karotten geschält und ebenfalls grob in Stücke geschnitten. Die entkernten und geschälten Äpfel in Stücke schneiden, genau wie die geschälten Kartoffeln. Dann den Kürbis, die Zwiebeln, die Äpfel und die Karotten in einem großen Topf mit wenig Öl anbraten. Unter Rühren bei mittlerer Hitze weiterbraten, bis der Kürbis weicher wird, aber noch bissfest ist. Danach die Kartoffelstücke zugeben, mit Gemüsebrühe auffüllen und so lange auf kleiner Flamme kochen, bis alles weich ist (dauert etwa 20 Minuten). Bei Bedarf mit Apfelsaft abschmecken. Dann kommt die Sahne dazu und der Pürierstab zum Einsatz. Zum Schluss ganz nach Belieben mit Salz, Pfeffer, Muskat und Petersilie abschmecken und gegebenenfalls mit zerkleinerten, kurz angerösteten Walnüssen verfeinern.
Zutaten für vier Portionen:
- 500 g Hokkaidokürbis
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 2 große Karotten
- 1 mittelgroßer Apfel
- etwas Öl
- 2 größere Kartoffeln
- 750 ml Gemüsebrühe
- 150 ml Sahne
- Salz und Pfeffer
- Muskat und Petersilie
- 4 Walnüsse
- 100 ml Apfelsaft
Dritter Gang: Salat
Als kleines Zwischengericht vor dem Hauptgericht empfiehlt sich im Anschluss ein schnell gemachter Salat mit Honigchampignons.
Zubereitung:
Zunächst den Salat putzen und waschen. Im Anschluss eine Salatsauce aus fein geschnittenen Zwiebeln, dem Balsamico-Essig, Olivenöl und derKnoblauchzehe herstellen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Orange schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Orangensaft auf ein Drittel seiner ursprünglichen Menge einkochen. Die Pilze vierteln und in Butter mit etwas Öl anbraten. Wichtig: Die Pilze erst hinterher salzen. Etwas Pfeffer darf auch nicht fehlen. Wenn die Champignons fertig sind, eine Prise Zucker überstreuen und mit dem Honig übergießen. Warten, bis die Pilze leicht karamellisieren, und dann vom Herd nehmen. Danach den Salat mit der Salatsoße vermischen, die Pilze auf dem Salat anrichten und mit dem eingedickten Orangensaft übergießen. Zuletzt die Orangenscheiben auflegen, Parmesan fein hobeln und auf dem Salat verstreuen.
Zutaten für 4 Portionen:
- 300 g Champignons
- 150 ml Orangensaft
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- Öl und Butter
- Salz und Pfeffer
- 300 g Feldsalat
- 1 kleine Bio-Orange
- 100 g Parmesan
- Balsamico-Essig
- Olivenöl
- Prise Zucker
- 2-3 EL Honig

Rindfleischgulasch mit Backpflaumen und Printen

Rebecca Corrent fokussiert sich ganz auf die Honigchampignons.

Quarkspeise mit Pumpernickel
Die Hauptspeise: Rindergulasch
Die Vorbereitungen für den Hauptgang liefen derweil schon parallel zu den Vorspeisen an, denn das Rindergulasch mit Backpflaumen und Printen benötigt seine Zeit, bis das Fleisch die nötige Konsistenz hat. Aber der Reihe nach:
Zubereitung:
Die Backpflaumen in Apfelsaft und Zimt einweichen. Öl in einer Pfanne erhitzen und das kleingeschnittene Fleisch (möglichst in gleichgroßen
Stücken) in mehreren Portionen für fünf Minuten scharf anbraten. Die Zwiebeln würfeln und mit in den Bratensatz geben, anrösten und dann das Fleisch wieder hinzufügen. Das gewaschene Gemüse wird grob gewürfelt und ebenfalls mit angeröstet. Tomatenmark, Lorbeerblätter und Wacholderbeeren kommen hinzu und nach zwei Minuten wird alles mit dem Rotwein abgelöscht. Für zehn Minuten stark kochen lassen, danach mit 0,7 Liter Wasser aufgießen und die Hitze reduzieren. Das Gulasch dann für 30 Minuten mit Deckel und noch einmal so lange ohne Deckel köcheln lassen. Danach das Fleisch mit einem Schaumlöffel herausnehmen und warm stellen. Die Sauce mit einem Mixer pürieren, dann die gewürfelten Printen in die Sauce geben und auflösen lassen. Das Fleisch zurückgeben und die eingeweichten Backpflaumen hinzufügen. Alles kurz erhitzen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einer Beilage nach Wahl ergänzen, zum Beispiel Spätzle.
Zutaten für vier Portionen:
- 8 Backpflaumen
- 1 Esslöffel Apfelsaft
- 1 Prise Zimt
- Öl, Pfeffer, Salz
- 700 g Rindergoulasch
- 70 g Möhren70 g Sellerie
- 350 g Zwiebeln
- 1 EL Tomatenmark
- 2 Lorbeerblätter
- 7 Wacholderbeeren
- 300 ml Rotwein
- 50 g Printen
Der Nachtisch: Quarkspeise mit Pumpernickel
Als krönender Abschluss darf bei einem festlichen Menü natürlich auch ein Nachtisch nicht fehlen. Küchenmeister Volker Franz hatte für das Team der Stadtverwaltung eine Westfälische Quarkspeise mit Pumpernickel und Lebkuchen angedacht. Die schnell umzusetzende Idee wurde dankend angenommen und schmeckte richtig gut.
Zubereitung:
Der Quark wird mit dem Vanillezucker, der Sahne, dem Lebkuchengewürz und dem Amaretto vermengt. Pumpernickel und Lebkuchen werden klein gekrümelt und mit zwei Esslöffeln Zucker vermischt. In Portionsschälchen oder Gläsern werden zuerst die Brotkrümel, dann die Quarkcreme und zum Schluss die Kirschen aufgefüllt. Danach alles kühl stellen und später genießen.
Zutaten für vier Portionen:
- 500 g Speisequark
- 3 Scheiben Pumpernickel
- Ein halbes Glas Sauerkirschen
- 60 g Zucker
- 2 EL Zucker
- 80 ml Sahne
- 4 cl Amaretto
- Etwas mehr als ein halbes
- Päckchen Vanillezucker
- 140 g Lebkuchen
- Etwas Lebkuchengewürz


Küchenmeister Volker Franz
