Fotoausstellung von Studierenden präsentiert unsere Stadt so, wie sie nicht ist
„This is not Herne“ lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis Sonntag, 26. Mai 2024, im Heimatmuseum Unser Fritz zu sehen ist. 15 Studierende zeigen dort ihre Arbeit, die sie in einem Seminar an der FH Dortmund in Kooperation mit dem Pressebüro der Stadt Herne erarbeitet haben. Dabei bestechen die Werke vor allem durch ihre Unterschiedlichkeit in Herangehensweise, Thematik und Darstellungsform.

Aus der Arbeit von Louisa Klose, „ZWISCHEN SPHÄREN“.

Aus der Arbeit von Dominik Kirsch, „95 Oktan“.

Aus der Arbeit von Tobias Boutmans, „Europaplatz“.

Moritz Casper beschriftet seine Arbeit „herne, hä?“.
„Mit ,This is not Herne‘ fordern wir das Medium heraus. Was ist der Wahrheitsgehalt von Kameras?“
Auf Modefotografie setzt beispielsweise Tobias Boutmans mit seiner Arbeit „Europaplatz“. Seine Werke werden auf einer selbst gebauten Litfaßsäule präsentiert, die das Urbane aufgreift. „Man sieht gar nicht, wo es fotografiert ist“, erklärt der Student, der die Kamera in Berlin und Herne eingesetzt hat und so mit den Fragen spielt: Was ist noch kommerziell? Was ist museal?
Überhaupt nicht in Herne unterwegs war Moritz Caspar, der das Thema „This is not Herne“ so wörtlich genommen hat, dass er für seine Arbeit „Herne, hä?“ Herne in Marl, Hörne im Münsterland, Hernen in den Niederlanden, Hürne in Rhede und Hörne bei Osnabrück fotografiert hat. „Das ist ein Wortspiel. Ich wollte Orte zeigen, die nicht Herne sind, aber ähnlich“, berichtet der Student.
Gar nicht zur Kamera gegriffen hat Emma Marou Wunsch. Für „Eine Ode an Herne“ hat sie mit Hilfe von künstlicher Intelligenz eine Architektin erschaffen, die es nie gab. Aber die Gebäude, die sie erschaffen haben soll, die sind echt. Die Fotografin taucht damit ein in die komplexe Welt der virtuellen Identitäten und erzeugt dadurch eine vermeintliche Realität, die nie real sein wird, und dennoch sind in der Ausstellung Bilder von ihr zu sehen.

Proben aus Herne mit fotografischen Mitteln …

…untersucht Serafin Palme mit seiner Arbeit „Von einem gewissen Standpunkt aus“.
Aber Emma Marou Wunsch ist nicht die einzige Studierende, die mit künstlicher Intelligenz gearbeitet hat. Louisa Klose hat mit Herner*innen gesprochen und sich durch die Wünsche und Vorstellungen der Bürger*innen durch ein Herne führen lassen, wie es ist und wie es sein könnte, und stellt diese Ideen nun aus. Eingetaucht in eine ganz andere Welt ist auch Dominik Kirsch. Seine Arbeit „95 Oktan“ nimmt die Menschen mit in die Tuning-Szene Hernes. Aber ist es die reale Szene? Künstlich erschaffen oder sind es doch nur Matchbox-Autos? Diese Fragen kann nur er beantworten.
„Mit ,This is not Herne‘ fordern wir das Medium heraus. Was ist der Wahrheitsgehalt von Kameras?“, erklärt Kai Jünemann von der FH Dortmund, der gemeinsam mit Thomas Schmidt, Fotograf der Stadt Herne, die Studierenden betreut.
„Man kann durch Nicht-Fotografieren manchmal mehr erzählen als direkt das zu fotografieren, was wir schon mal gesehen haben und uns bekannt ist“, erklärt Thomas Schmidt die unterschiedlichen Ansätze der Studierenden, das Thema umzusetzen.
Weitere Themen sind die Stadtgrenze, die nächtliche Inszenierung Hernes, Gegenständlichkeit durch Mikrofotografie, surreal anmutende Fotografien aus dem Langeloh, die Cranger Kirmes, die Tradition des Kegelns, das Erleben der Stadt als sehbehinderte Person, Herne als mythologische Person von Shakespeare sowie ruhrgebietstypische Merkmale im Stadtbild.
Die Arbeiten werden ergänzt durch Wandtexte, Booklets, verschiedene Objekte und einen allumfassenden Ausstellungskatalog. Zu sehen sind die Arbeiten in zwei Räumen – jeweils einer im Erdgeschoss und in der ersten Etage. Unterstützt wurde das Projekt, das an die studentischen Ausstellungen „Tach auch!“ und „Aussicht“ anschließt, wieder von der Kulturinitiative Herne.


Katharina Schäffer, „WACH“. Inszenierungen an nächtlichen Orten und im Studio.


Aus dem Leben des fiktiven Charakters einer Herner Architektin.

Ein begleitendes Booklet zur Arbeit „Eine Ode an Herne“ von Emma Marou Wunsch.
Heimatmuseum Unser Fritz
Unser-Fritz-Straße 108
Dienstag bis Freitag: 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Samstag: 14 bis 17 Uhr
Sonn- und Feiertag: 11 bis 17 Uhr