Veranstaltungs-Tipps

Der Februar im Archäologie-Museum

29. Januar 2026 | Freizeit Kultur
Dr. Alexander Berner liest inmitten der Dauerausstellung aus Sherlock Holmes. Foto: LWL M. Lagers

Unter dem Motto „Gar nicht unappetitlich - Das Mittelalter in Westfalen“ zeigt das LWL-Museum am Familienwochenende, 31. Januar und 1. Februar, wie gemeinsames Essen vor rund 1.000 Jahren aussah und räumt dabei mit Mythen auf. Jeden Sonntag bieten Führungen sowohl durch die Sonderausstellung „Mahlzeit! Wie Essen uns verbindet!“ als auch durch die Dauerausstellung des Museums besondere Einblicke.

Am 5. Februar liest Dr. Alexander Berner inmitten der Dauerausstellung aus „Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“. Für kreative Köpfe gibt es am 14. Februar einen Näh-Workshop, bei dem die Teilnehmenden Eiszeittiere herstellen können. Am 19. Februar lädt ein öffentlicher Vortrag dazu ein, mehr über den „Paderborner Kaffeelärm“ von 1781 und das Wechselspiel von verbotenen Genüssen und bürgerlichem Aufbegehren zu erfahren.

Die Termine im Einzelnen

Am Samstag, 31. Januar, und Sonntag, 1. Februar, widmet sich das Museum an zwei Tagen dem Thema Essen vor 500 bis 1.000 Jahren. Wie funktionierte saisonale Ernährung in Westfalen vor 700 Jahren und was wurde wie importiert? Das Familienwochenende „Gar nicht unappetitlich - Das Mittelalter in Westfalen“ findet an zwei Tagen jeweils von 11 bis 18 Uhr in Zusammenarbeit mit der Living History-Gruppe „IG-Hochgotik“ statt. Dann dreht sich alles um Ernährung, Esskultur, Tischsitten und die Verfügbarkeit von Lebensmitteln um 1300.

Schon damals war Essen viel mehr als nur reine Nahrungsaufnahme. Wie das Essen ohne Gabel funktionierte und was es bedeutete, „jemandem das Wasser reichen zu können“, erfahren Kinder und Erwachsene bei einem kleinen Ausflug in die mittelalterliche Tischkultur. Natürlich geht es auch um Repräsentation beim Essen. Am Modell eines typischen niederdeutschen Stadthauses erfahren Besuchende mehr über die zentrale Bedeutung des Herdes und der Küche im Haus. Ernährung war auch durch Religion geprägt. Fachleute zeigen, wie Mönche im Mittelalter ihre Mahlzeiten schweigend zu sich nahmen und es trotzdem schafften, um etwas vom Tisch zu bitten.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Es ist lediglich der Eintritt zu entrichten.

Führung durch die Dauerausstellung

Die öffentliche Führung „gesucht. gefunden. ausgegraben.“ durch die Dauerausstellung steht an allen Sonntagen im Februar, 1., 8., 15., und 22. Februar, um 13 Uhr auf dem Programm. Bei dem Rundgang folgen Besuchende in einer nachgestalteten Ausgrabung den Spuren der Menschen in Westfalen. Neben zahlreichen Funden erwartet sie beispielsweise der in Mitteleuropa einmalige Faustkeil aus Mammutknochen, der Schmuck der Damen von Ilse als eine der geheimnisvollsten Entdeckungen aus der Eisenzeit sowie das reich mit Beigaben ausgestattete Grab des Fürsten von Beckum.

Jeden Sonntag bietet das LWL-Museum öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung und die Dauerausstellung an. Foto: M. Hömberg

Führung durch die Sonderausstellung

Jeden Sonntag im Februar, 1., 8., 15. und 22. Februar, um 15 Uhr erwartet Besuchende des LWL-Museums die öffentliche Führung „Mahlzeit“ durch die gleichnamige Sonderausstellung. Gemeinsames Essen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ob beim königlichen Bankett, der einfachen Bauernmahlzeit, dem familiären Abendessen oder der gemeinsamen Mittagspause - überall offenbaren sich Fragen: Wer sitzt wo? Wer bekommt das beste Stück? Welche Rituale bestimmen das gemeinsame Mahl? Und was verrät das alles über Macht, Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Wandel und vor allem Kultur?

Von opulenten Festtafeln und rituellen Speisungen bis hin zu den Herausforderungen der Gegenwart - schnelle Snacks, digitale Ablenkung und der Verlust gemeinsamer Rituale - zeigt diese Ausstellung, wie Essen seit Jahrtausenden als sozialer Klebstoff wirkt. Mit einem Blick auf mehr als 300 Exponate und Geschichten lädt „Mahlzeit!“ dazu ein, die kulturelle Dimension des Essens neu zu entdecken.

„Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“

Dr. Alexander Berner liest am Donnerstag, 5. Februar, um 19 Uhr aus dem neuen Fall von Sherlock Holmes. Der Kurator des Ruhr Museums in Essen erweckt inmitten der Dauerausstellung einen neuen Kriminalfall des Meisterdetektivs zum Leben: Die Geschichte „Sherlock Holmes und die ägyptische Mumie“ aus der Feder von William K. Steward gehört mit 200.000 Downloads bei Spotify zu einer der beliebtesten Kriminalgeschichten der vergangenen Monate.

Darum geht es:

Kurz vor der Eröffnung einer neuen Ausstellung im British Museum in London verschwindet die Hauptattraktion: Ein wertvoller Sarkophag, der angeblich eine Pharaonenmumie enthalten soll, ist plötzlich leer. Der verzweifelte Museumsdirektor bittet Sherlock Holmes und Dr. Watson um Hilfe. In der Serie „Die neuen Abenteuer“ werden einige der bislang unter Verschluss gehaltenen Aufzeichnungen von Dr. Watson über die Fälle des Sherlock Holmes nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das Programm eignet sich für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren. Der Eintrittspreis beträgt 9 Euro. Tickets sind ab sofort auch online unter Protected link to lwl-landesmuseum-herne.de erhältlich.

Näh-Workshop

Am Samstag, 14. Februar, bietet das Museum in Herne einen Näh-Workshop an. Von 15 bis 17 Uhr können Kinder ab acht Jahren, Erwachsene und Jugendliche ihr eigenes Eiszeittier schneidern. Inspiration finden die Teilnehmenden in der Dauerausstellung des LWL-Museums. Nach einem Rundgang verrät eine Expertin Anfänger*innen und Fortgeschrittenen Tipps und Tricks rund um den Umgang mit der Nähmaschine. Am Ende gehen alle mit einem eigenen Mammut-, Rentier- oder Wollnashorn-Kissen nach Hause.

Eingangs machen sich die Teilnehmenden mit den Nähmaschinen vertraut. Mit Vorlagen entstehen aus Filz und Watte eigene Mammut-, Rentier- oder Wollnashorn-Kissen. Profis können bei der Wahl von Form und Figur auch einen Blick auf die Vorbilder in der Dauerausstellung werfen.

Die Kosten für den Näh-Workshop betragen 25 Euro pro Teilnehmer*in, inklusive Nähmaschinen-Nutzung und Material, für Teilnehmende ab 18 Jahren zuzüglich Museumseintritt. Um Anmeldung wird gebeten unter der Telefonnummer 0 2 323 / 94 628 - 0 zu den Öffnungszeiten des Museums.

Vortrag den Paderborner „Kaffeelärm“

Am Donnerstag, 19. Februar, ab 19 Uhr beleuchtet der freiberufliche Historiker und Publizist Roland Linde aus Detmold in einem kostenlosen Vortrag den Paderborner „Kaffeelärm“ von 1781. Politik mit Verboten ist kein neues Phänomen - im 18. Jahrhundert gehörten Verhaltensvorschriften für alle Lebensbereiche zum festen Repertoire der Fürstenherrschaft. Der zunehmende Kaffeekonsum der einfachen Bevölkerung beispielsweise war der Obrigkeit ein Dorn im Auge. Warum das so war und welches Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizeidienern und Kaffeetrinkern sich daraus entwickelte, ist Thema des Vortrags.

In Paderborn soll es 1781 sogar zu einem Bürgeraufstand gegen das Kaffeeverbot gekommen sein, der als „Kaffeelärm“ in die Geschichte einging. Der Vortrag führt zurück in eine Zeit gesellschaftlicher Umbrüche am Vorabend der Französischen Revolution. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, kann den Vortrag im Live-Stream im Internet verfolgen.

Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch

Die öffentlichen Führungen sind kostenlos. Zu zahlen ist nur der Museumseintritt. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind kostenfrei. Mehr Informationen gibt es unter www.lwl-landesmuseum-herne.de